Angekommen in Popayato-Paguat

Angekommen in Popayato-Paguat

Wir sind endlich angekommen im Projektgebiet! Der Atemschutz, der in den Millionenstädten wie Indonesiens Hauptstadt Jakarta noch nötig war, wird abgelegt und ersetzt durch das Moskitospray. Popayato-Paguat befindet sich im Norden der Insel Sulawesi, in der Provinz Gorontalo. Hier verfolgt der NABU zusammen mit seinen Projektpartnern das Ziel, eine zusammenhängende, degradierte und entwaldete Fläche von rund 49.000 ha wiederherzustellen. Dies entspricht etwa einer Fläche von 67.000 Fußballfeldern. Eines der Ziele ist es, die umliegenden Schutzgebiete und Lebensräume vieler endemischer, also nur in begrenzten Gebieten vorkommender, Tierarten wieder miteinander zu verbinden.

Das soll den genetischen Austausch der Arten sicherstellen. Besonders für die Sulawesi-Koboldmakis ist diese Restauration der Regenwälder von existenzieller Bedeutung. Ihre Verbreitungsgebiete sind selbst innerhalb Sulawesis vergleichweise klein und eine Trennung der Habitate könnte in Zukunft für einige dieser Arten das Ende bedeuten. Wie bereits erwähnt, wollen wir die Lebensraumansprüche dieser Affen nun genauer unter die Lupe nehmen und haben uns für unsere Forschungsarbeit ein bestimmtes Areal innerhalb des Projektgebietes herausgesucht.

Suche in der Dämmerung

Da die Tiere nachtaktiv sind und sich tagsüber im Dickicht der Bäume verstecken, ist die beste Methode, die Tiere anhand ihrer Ruflaute aufzuspüren. Neben Regencape und Malariamittel befindet sich in unserem Gepäck daher außerdem ein Tierstimmenaufnahmegerät und das dazugehörige Mikrofon. Geplant ist also, bei Nacht auf Koboldmaki-Pirsch zu gehen! Natürlich nicht allein, sondern in Begleitung von lokalen Guides und unserer Partner von Burung Indonesia.

Erwischt: Ein Koboldmaki beim Turnen - Foto: Lara Shirin Bienkowski

Erwischt: Ein Koboldmaki beim Turnen – Foto: Lara Shirin Bienkowski

Da nachts die Geräuschkulisse des Regenwaldes sehr laut und störend ist, konzentrieren wir uns auf die Dämmerungszeit am Abend und  am Morgen. Anhand der so gesammelten bioakustischen Aufnahmen können wir übrigens auch die jeweilige Art feststellen, da jede Koboldmaki-Spezies ihre eigene Sprache und Ruffrequenz besitzt. Außerdem werden wir die im Projektgebiet vorgefundenen Strukturen des Regenwaldes anhand von verschiedenen Parametern beschreiben, um später mögliche Parallelen zwischen dem Vorkommen bzw. fehlendem Vorkommen der Tiere zu erfahren. Dies wird dem NABU mehr Aufschluss darüber geben, ob die Sulawesi-Koboldmakis in dieser Region tatsächlich als Indikatorarten geeignet sind und sich im Umkehrschluss zukünftig, anhand ihres Vorkommens, Aussagen über den Zustand des Waldes treffen lassen.

Lara Shirin Bienkowski und Simon Stephan

Simon Stephan

Simon Stephan

studiert an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde in dem Studiengang International Forest Ecosystem Management. Seine Liebe zu den Waldökosystemen der Erde wurde durch eine Reise in die kanadischen Outbacks geweckt. Sein Interessengebiet umfasst insbesondere das Feld der Umweltbildung und die Anwendung geographischer Informationssysteme zur Lösung umweltrelevanter Problemstellungen. Im Rahmen eines Auslandspraktikums beim NABU ist er mit einem Team von Wissenschaftlern auf Sulawesi unterwegs um die Frage zu klären, ob die Sulawesi-Tarsier als Indikatorarten für den Zustand des Regenwaldes geeignet sind.
Simon Stephan

Letzte Artikel von Simon Stephan (Alle anzeigen)

Keine Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Bitte bleibe höflich.
Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht und Pflichtfelder sind markiert.


%d Bloggern gefällt das: