Plastikmüll Beiträge

Weltnaturerbe auf dem Großsegel

Weltnaturerbe auf dem Großsegel

Die „NABU macht Meer“-Tour nähert sich dem Ende, vorletzte Station war am Mittwoch. Die „Ryvar“ lag am Anleger an der Alten Liebe und bot ein buntes Programm. Am frühen Abend gab es eine Podiumsdiskussion zum Weltnaturerbe Wattenmeer und abends Kino auf dem Großsegel mit Popcorn und Getränken.

Podiumsdiskussion in Cuxhaven – beim Thema Kitesurfen scheinen die Fronten verhärtet. Foto: NABU/Volker Gehrmann

Um 18 Uhr ging es um das Miteinander von Schutz und Nutzung im Nationalpark Wattenmeer. Neben dem NABU-Landesgeschäftsführer aus Niedersachsen waren Vertreter der Kurdirektion, des Alfred-Wegener-Instituts, der Nationalparkverwaltung und der Fischerei dabei. Dabei gab es einen kurzweiligen und spannenden Austausch unter anderem zu den Themen Plastikvermüllung, Wassersport und Fischerei im Nationalpark. Etwa 90 Zuhörer waren gekommen.

So sehen Gewässerretter aus

Kiel ahoi! Wir haben uns ganz besonders auf die Hansestadt gefreut, denn heute haben wir einiges vorgehabt! Bereits heute Mittag steuerten wir den Kieler Landtag an. Begleitet von unseren Partnern, den Kanuten, Seglern und Tauchern, haben wir ein Zeichen gegen die Müllflut in unseren Meeren setzen – und zeigen, was jeder einzelne von uns dagegen tun kann. Große Unterstützung erhielten wir auch durch den blauen Segler Traumdrache, der zur Stiftung Drachensee gehört.

Unsere Meere sind keine Müllkippen

Unsere Meere sind keine Müllkippen

Tag drei der unserer „NABU macht Meer“-Tour: Heute machen wir Stopp in Burgstaaken auf Fehmarn und haben ein ernstes Anliegen mit im Gepäck: Plastikmüll und seine Folgen für die Meere. Das Problem ist gravierend, denn weltweit gelangen jedes Jahr zwischen fünf und 13 Millionen Tonnen davon allein von Land aus in die Weltmeere. Auch die Nord- und Ostsee bleiben davon nicht verschont. Auf Fehmarn liegen etwa 70 Müllteile auf 100 Meter Küste, an den Stränden des Wattenmeers sind es über fünfmal so viel.

Noch immer viel zu viele Plastiktüten

Noch immer viel zu viele Plastiktüten

Stolz hat der Einzelhandelsverband bekannt gegeben, dass im letzten Jahr der Verbrauch an Plastiktüten in Deutschland von 68 auf 45 Tüten pro Kopf zurückgegangen ist. Damit erfüllt Deutschland schon fast die (nicht sehr ambitionierte) EU-Vorgabe, bis Ende 2025 nur noch 40 Tüten zu verbrauchen. Es ist sehr erfreulich, dass wir weniger Plastiktüten verbrauchen, aber es sind immer noch viel zu viele: 3,6 Milliarden Plastiktüten jährlich plus über drei Milliarden so genannte Hygiene- oder Knotenbeutel für Obst und Gemüse, Käse oder Wurst etc. Dazu kommen noch die Einwegtüten aus Papier, zu denen aktuell noch keine Daten veröffentlicht wurden.

Verpackungswahnsinn und Plastikrecycling

Verpackungswahnsinn und Plastikrecycling

Wer hat sich nicht schon geärgert über die Berge von (Plastik-)Verpackungen nach einem normalen Einkauf. Bananen in Plastikfolie, Weintrauben in Hartschalen, Mogelpackungen mit viel Luft in der Verpackung usw – wir machen immer mehr Müll, inzwischen über 600 Kilogramm pro Kopf und Jahr. Nur die Dänen und Zyprioten toppen dies noch.

Kunststoff spielt eine immer größere Rolle bei Verpackungen und damit auch bei den Abfällen: in Deutschland sind bereits 60 Prozent unserer Kunststoffabfälle Verpackungen (Endverbraucher).

Eine Welt aus Plastik

Eine Welt aus Plastik

Huch, schon gemerkt, jetzt ist schon wieder Fastenzeit. Vor einem Jahr habe ich zur Fastenzeit eine Plastikfasten-Aktion begonnen. Über meine Erfahrungen habe ich hier im NABU-Blog geschrieben. Nur, was hat sich seitdem verändert? Getan hat sich meiner Meinung nach einiges, denn vor allem in den Medien ist das Thema „Plastik“ 2016 verstärkt aufgenommen worden. Warum? Weil Plastik natürlich unser tägliches Leben bestimmt, und es mittlerweile auch genug Studien dazu gibt, wie viel Plastik im Meer schwimmt. Vor allem als Mikroplastik, das über Kosmetik oder synthetische Klamotten über die Flüsse ins Meer gelangt.

Coffee-to-go am Morgen, Curry-to-go am Abend? – Besser zu Mehrweg greifen!

Coffee-to-go am Morgen, Curry-to-go am Abend? – Besser zu Mehrweg greifen!

Morgens der Kaffe im kunststoffbeschichteten Pappbecher mit Plastikdeckel, am Mittag der Sommersalat in leckerer Kunststoffschale, am Abend das asiatische Curry zum Mitnehmen in Aluminium. Viele Menschen können sich kaum vorstellen, auf To-Go zu verzichten. Die Kehrseite: Wir erzeugen immer mehr Müll. Insgesamt haben wir in Deutschland 2014 pro Kopf 220 Kilogramm Verpackungsmüll produziert, davon 36 Kilogramm aus Kunststoff.

Nicht nur die eingeschweißte Gurke ist das Problem

Alle regen sich über die eingeschweißte Gurke auf. Eine neue NABU-Studie über Verpackungen bei Obst und Gemüse zeigt aber, dass nicht allein die Gurke wieder „ausgepackt“ werden muss. Es ist tatsächlich erschreckend, wie viele Tonnen Obst und Gemüse schon vorverpackt verkauft werden, beispielsweise in Plastikschalen mit oder ohne Deckel, in Folien, in Pappschalen, in Holznestern oder in Netzen. Im Jahr 2014 waren 60 Prozent des Obstes und sogar 66 Prozent des Gemüses vorverpackt (Obst und Gemüse, das private Haushalte im Einzelhandel oder auf dem Wochenmarkt gekauft haben).

Plastikmüll wird auch Pottwalen gefährlich

Wissenschaftler der Tierärztlichen Hochschule Hannover veröffentlichten jetzt erste Obduktionsergebnisse zu den Anfang des Jahres gestrandete Pottwalen. 30 junge Bullen sind vermutlich Fischen oder Tintenfischen in die Nordsee gefolgt und qualvoll im flachen Wasser der Nordsee verendet. Die 13 Pottwale, die an unseren Küsten strandeten, starben an Herz-Kreislaufversagen. Beunruhigend aber ist, dass vier Tiere große Mengen Plastikabfälle gefressen hatten, darunter ein 13 Meter langes Fischernetz und die Plastikabdeckung eines Autos. Zwei Wale wären vermutlich früher oder später an dem für sie unverdaulichem Plastik gestorben.

Nicht das erste Mal, dass bekannt wird, dass auch die größten Bewohner der Meere, die Wale, von der zunehmenden Vermüllung betroffen sind. Im Jahr 2012 fanden Wissenschaftler in einem an der spanischen Küste gefundenen Pottwal 36 Quadratmeter Plastikfolie, die seinen Magen verstopft hatten. Er verhungerte mit vollem Magen. Etwa 10 Millionen Tonnen Plastik gelangen jedes Jahr in die Weltmeere. Bis zu einer Million Seevögel und Hundertausend Wale, Delfine und Robben sterben jedes Jahr an den Folgen. Sie verfangen sich in alten Netzen oder verwechseln Plastik mit ihrer natürlichen Nahrung. Lesen Sie mehr über die tödliche Gefahr von Plastik in den Ozeanen und erfahren Sie was wir dagegen tun können auf einer virtuellen Reise durch das NABU-Projekt Meere ohne Plastik.

Meere ohne Plastik

Gehen Sie mit uns auf virtuelle Entdeckungstour und erfahren Sie, wie auch Sie unsere Meere vom Müll befreien können.

Gründe für Massenstrandung nicht abschließend geklärt
Alle gestrandeten Tiere waren laut Obduktionsergebnis bei guter Gesundheit und wohl genährt. Eigentlich hätten sie westlich an den britischen Inseln vorbeischwimmen sollen, in den weiten Atlantik Richtung Azoren. Doch auf der Jagd nach Beute, durch hydrographische Bedingungen oder Stürme, aber vielleicht auch durch den zunehmenden Unterwasserlärm sind sie von ihrem Kurs abgekommen und in den Tod geschwommen. Ganz aufklären lässt sich das vermutlich nie. Berichte von Pottwalstrandungen an unseren Küsten gibt es seit Jahrhunderten. Im flachen Wasser versagt ihr sonst so weit entwickeltes Sonarsystem, einmal gestrandet, erdrückt sie ihr eigenes Gewicht.