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Keine Neuigkeiten aus dem Sahel

Arthur, Michael, Gustav und Leo befinden sich immer noch im Gebiet zwischen Abéché und dem Lac Fitri. Neuere Informationen haben wir allerdings nur von Gustav und Michael. Arthur und Leo haben kein Netz, so dass es keine Informationen von ihnen gibt.

Elfi weiter nach Westen gezogen

Elfi hat das Grenzgebiet zum Sudan verlassen und ist am Montag (7. Okt.) gut 210 Kilometer nach Westen in den Tschad geflogen. Sie befindet sich damit im gleichen Gebiet, wie unsere anderen Senderstörche.

Robert noch immer nicht weitergezogen

Robert ist noch immer nicht weiter nach Afrika gezogen. Er hat zwar die Gegend um Bet Sche’an verlassen und ist gut 37 Kilometer nach Süden geflogen. Aber es sieht noch nicht danach aus, dass er weiter nach Afrika ziehen will. Jetzt rastet Robert an einem Wasserreservoir in der Nähe des Jordan mitten im Westjordanland.

Im Gästebuch wurde nach den Gründen dafür gefragt. Roberts Verhalten ist allerdings ungewöhnlich. Normalerweise müsste er sich schon seit längerer Zeit im Tschad oder im Sudan aufhalten, wie das unsere anderen Störche gerade machen. Aber schon im vergangenen Jahr brauchte er länger und machte auf dem Weg in den Süden längere Pausen auf bewässerten Feldern entlang des Nil. Es ist auch bekannt, dass alljährlich eine kleine Anzahl von Weißstörchen den Winter in Israel verbringen. Vielleicht gehört auch Robert in diesem Jahr dazu.

Insgesamt zeigt das Verhalten von Robert, dass es immer Ausnahmen vom allgemeinen Verhalten der Vogelart Weißstorch gibt. So „probieren“ immer mal wieder einige Individuen, ob ein anderes Zugverhalten nicht auch funktionieren könnte. Wenn es klappt, nimmt dieses Verhalten innerhalb der Population zu. Beispielsweise kann so die Überwinterungstradition in Spanien entstanden sein. Außerdem kommt es auch regelmäßig dazu, dass Weißstörche bei uns im Brutgebiet überwintern. Auf diese Weise kann sich der Weißstorch an Veränderungen seiner Umwelt anpassen und so sein Überleben sichern.

Robert noch immer in Israel

Der Sender von Robert liefert z. Zt. regelmäßig zumindest einige Ortungen. Danach ist Robert noch immer nicht weitergezogen, sondern er rastet immer noch an den Fischteichen bei Bet Sche’an.

Storchenkonzentration

Vier unserer Senderstörche, Michael, Gustav, Leo und Arthur halten sich derzeit in einem ca 200 x 200 Kilometer großen Areal westlich der Provinzhauptstadt Abéché auf. Über 200 Kilometer weiter östlich an der Grenze zum Sudan befindet sich Elfi. Insgesamt rasten unsere Senderstörche weiter nördlich als zur gleichen Zeit in den Vorjahren. Ich habe nach möglichen Ursachen für dieses Verhalten recherchiert und bin auf der Website der Welternährungsorganisation FAO fündig geworden. Danach ist die Regenfront der diesjährigen Regenzeit weiter nach Norden vorangekommen als üblich. Das bedeutet, dass mehr Regen gefallen ist. In der Folge davon haben sich verstärkt Heuschrecken entwickeln können ohne, dass es bis jetzt zu einer Invasion gekommen ist. Aber offensichtlich nutzen unsere Störche dieses Angebot. Wahrscheinlich nicht nur sie – tausende anderer Störche ebenfalls.

Leo ist wieder aufgetaucht.

Seit seiner Ankunft am 31. August im Tschad hatten wir von unserem neuen Senderstorch nichts mehr gehört. Jetzt, nach einem Monat Sendepause, gab es eine kurze Positionsmeldung von ihm. In dieser Zeit ist er gut 180 Kilometer nach Südwesten gewandert und befindet sich in der Savanne zwischen der Provinzhauptstadt Abéché und dem Lac Fitri.

Auch Michael hat die Sahelzone erreicht

Michael überflog den Golf von Suez am 13. September auf der „klassischen Route“ zwischen El Tor und dem Gabal et Zayt, die gut 40 Kilometer weit ist. Nachdem er die Wüste in zwei Tagen hinter sich gelassen hatte, erreichte Michael am 19. September den Tschad und befindet sich derzeit etwa 120 Kilometer nördlich der Provinzhauptstadt Abeche.

Robert ist noch in Israel

Roberts Sender scheint durch das intensive Sonnenlicht wieder mehr Energie zu bekommen. Deshalb haben wir in der letzten Zeit mehr Ortungen von ihm erhalten. Sie stammen alle aus Israel – aus der Gegend von Bet Sche’an. Hier hält er sich an den Fischteichen auf. Aber das kennen wir ja schon vom Vorjahr. Irgendwie lässt er sich ab Israel viel Zeit. Er rastet immer wieder länger an Fischteichen oder bewässerten Feldern, bis er dann irgendwann doch die Sahelzone erreicht.

Arthur und Elfi sind im Tschad angekommen

Jetzt haben die Sender von Elfi und Arthur die Daten ihrer kompletten Zugstrecke geliefert. Beide sind im Tschad angekommen, aber nicht mehr gemeinsam. Ihre Wege trennten sich bereits nachmittags am 11. September in Israel. Während Arthur an den Fischteichen von Bet Sche’an eine Pause einlegte, zog es Elfi noch 170 Kilometer weiter, bis sie am Abend am Toten Meer landete.

Elfi durchquerte am nächsten Tag die Sinai-Halbinsel und verbrachte die Nacht am Ufer des Golf von Suez. Am 13. September flog sie noch gut 70 Kilometer die Küste entlang und startete dann einen vergeblichen Versuch den Golf von Suez zu überfliegen. Danach zog sie noch bis nach Sharm el Sheik weiter und blieb dort den nächsten Tag über. Am nächsten Morgen startete sie den nächsten Versuch nach Afrika zu gelangen. Dabei nutzte sie offenbar die Shadwan Insel im Golf von Suez, um noch einmal an Höhe zu gewinnen. Dann nach fast zwei Stunden erreichte sie bei Hurghada wieder das Land. Nachdem sie am Nil entlang nach Süden gezogen war machte sie sie am 17. September südlich des Assuan Stausees daran die Nubische Wüste nach Südwesten zu überqueren. Am Freitag (20. Sept.) machte sie dann erstmals eine längere Pause im Dafur, 230 Kilometer östlich der Grenze zum Tschad. Ihre letzten Ortungen stammen vom Sonntag (22. Sept.) aus dem Tschad nahe der Grenze zum Sudan.

Arthur überquerte den Golf von Suez am 13. September in nur etwa 35 Minuten nördlich der Stadt El Tor. Er machte sich am 15. September daran die Nubische Wüste zu überqueren und erreichte nach zwei Tagen den Tschad. Am 18. September befand sich Arthur etwa 80 Kilometer nördlich der Provinzhauptstadt Abeche.

Die letzten bekannten Aufenthaltsplätze von Elfi und Arthur liegen etwa 180 Kilometer voneinander entfernt.

Gustav im Tschad gelandet

Gustav hat das erste Etappenziel des Herbstes erreicht. Am Donnerstag (21. Sept.) erreichte er den Tschad. Er war vom Assuan Stausee zunächst nach Süden gezogen, um dann am Südende der Nilschleife von Dongola die südwestliche Richtung einzuschlagen. Am nächsten Tag wechselte er erneut die Richtung und flog gut 100 Kilometer nach Süden. Er befindet sich jetzt etwa 80 Kilometer südwestlich der Provinzhauptstadt Abeche.