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Auch Michael ist früh dran

Ohne Partnerin hat es Michael  auch nicht mehr lange in Bargen gehalten. Am Sonntag (13. August)  ist er in Richtung Südosten gestartet. Am Montag (14. August) überflog er Berlin und und landete nachmittags zur Rast im Oderbruch. Dieses Jahr ist Michael fünf Tage früher als im Vorjahr gestartet.

Ronja ist gestartet

Die Jungstörche haben schon vor Tagen die Brutgebiete verlassen. Sie ziehen gut zwei Wochen vor ihren Eltern nach Süden, die meist noch bis Ende August bei uns bleiben.

Nun beginnt auch der Storchenzug für unsere Senderstörche. Als Erste ist Ronja am Donnerstag (10. August) gestartet. Sie startet meist früher als andere Altstörche. Vermutlich hat sie einige Jungstörche im Schlepptau. Zunächst einmal ist sie bis vor die Tore von Bremen geflogen, um dort auf den feuchten Wiesen im Blockland am Flüsschen Wümme einige Zeit zu rasten. Am Montag (14. August) ist sie dann weiter nach Südwesten gezogen. Am Abend hatte sie Belgien erreicht und verbrachte die Nacht wenige Kilometer südlich von Genk.

Michael dagegen ist immer noch in Bargen. Er machte zwar längere Ausflüge, ist aber abends immer am Nest.

Ein Sommer der keiner war

Nach langem Schweigen möchte ich mich wieder melden. Die Brutsaison bei den Störchen neigt sich dem Ende entgegen und erste Störche sind auch schon unterwegs in den Süden. Unsere Senderstörche sind aber noch alle an ihren Nestern.

Der Sommer mit viel Regen und Sturm hat auch bei den Störchen seine Spuren hinterlassen. Allein Mitte Juni, nach 24 Stunden Dauerregen und Weststurm, kamen im Norden von Schleswig-Holstein gut die Hälfte aller Jungstörche um. So war auch der Nachwuchs von Michael und Ronja betroffen. Sie hatten vier Junge im Alter von vier Wochen. Dann sind Jungstörche besonders empfindlich. Sie sind so groß, dass sie nicht mehr von den Eltern gehudert werden können, aber haben kein richtiges Federkleid, an dem die Nässe abperlen könnte. Sie unterkühlen und sterben. Bei Ronja und Michael blieb aber immerhin noch ein Junges übrig, dass sich demnächst auf den Weg machen wird.

Das verbliebene Junge von Ronja und Michael. Bei der Beringung wurde das Nest mit trockenem Nistmaterial ausgepolstert. (Foto: Uwe Naewe)

Bei Adele gab es keinen Nachwuchs. Sie begann mit dem Brüten, aber es schlüpfen keine Jungen. Waren die Eier abgestorben? So etwas kann vorkommen. Für uns hatte es die Folge, dass sie sich nicht mit Futter anlocken ließ. Deshalb konnten wir sie nicht fangen und den Sender austauschen. Nächsten Sommer werden wir einen neuen Versuch unternehmen.

Bei Gustav sind immerhin drei Junge groß geworden. Da seine Partnerin später zurückgekommen war, begannen sie auch später als andere Paare mit der Brut. So konnten sie ihre Jungen während des Regens noch hudern. Wir versuchten Gustavs Partnerin zu fangen, aber sie ließ sich nicht in die Falle locken.

Gleich bekommen Gustav’s Junge einen Ring (Foto: Rolf Zietz).

Bei Arthur sind drei Junge flügge geworden.

Bald geht es los! Die Jungen von Arthur sind flügge (Foto: Meike Dose).

Ganz in der Nähe von Arthurs Brutplatz konnten wir zwei weitere Weißstörche mit Sendern ausrüsten. In der Nähe von Gribbohm am Nord-Ostsee-Kanal haben wir ein Storchenpaar anlocken können. Sie haben dieses Jahr erstmals dort einen Brutversuch gestartet, aber noch keine Jungen aufgezogen. Ihre Namen sind Lilly und Robert.

Gleich geht es wieder in die Freiheit: Senderstörchin Lilly mit Sender (Foto: Imke Hakelberg)

Der neue Senderstorch Robert mit Sender auf dem Rücken (Foto: Imke Hakelberg).

Nun warten wir darauf, dass unsere Senderstörche zu ihrer Reise starten. Dann werde ich wieder regelmäßig aus ihrem Reiseleben berichten.

 

Keine Nachricht von Nobby

Wir haben immer noch keine Nachrichten von Nobby. Eigentlich hätte er schon seit mehr als einer Woche in Bergenhusen zurück sein müssen. Auch ist er nicht in anderen Orten aufgetaucht, denn er wäre sicherlich mit Ring und Sender aufgefallen.

So muss ich leider davon ausgehen,  dass er nicht mehr lebt. Das ist sehr traurig, aber es zeigt, welch ein hohes Risiko mit dem Zug nach Afrika verbunden ist. Leider habe ich keine Hinweise darauf, wie er umgekommen ist. Sein Sender lieferte von einem auf den anderen Tag keine Daten mehr.

Bei Arthur wird gebrütet

Einen Tag nach seiner Rückkehr in Looft erhielt Arthur Gesellschaft: Ein unberingtes Weibchen fand sich an seinem Nest ein. Damit hat Arthur jetzt eine neue Partnerin – seine Partnerin vom Vorjahr trug einen Ring. Seit Freitag (14. April) wird gebrütet.

Während Arthur (mit Sender-Antenne) das Nest ausbessert brütet seine Partnerin (Foto: Meike Dose).

Gustav hat eine Neue

Das ging aber schnell! Kurz nachdem Gustav sein Nest in Pahlen bestetzt hatte, gesellte sich schon am Donnerstag (6. April) ein Weibchen zu ihm. Zunächst war Gustav noch ein wenig unwillig und versuchte sie vom Nest zu vertreiben. Aber sie blieb hartnäckig und so wurden die beiden ein Paar.

Am Freitag besuchte NABU-Storchenbetreuer Rolf Zietz das Nest und stellte fest, dass das Weibchen keinen Ring trug. Das bedeutet, dass dies ein neuer Vogel ist, denn Gustavs Partnerin vom Vorjahr war beringt.

Gustav kurz nach seiner Rückkehr – hier noch ohne Partnerin (Foto: Rolf Zietz).

Ein Nachtrag für Arthur

Auf seiner letzten Etappe während seiner Rückreise wurde Arthur in Vehlow bei Kyritz beobachtet und fotografiert. Blog-Leser Uwe Oeter konnte ihn am Donnerstag (30. März) auf einem Acker bei Vehlow beobachten und seinen Ring ablesen. Erst später fiel ihm der Sender auf. Die Ringablesung hat er natürlich an die Vogelwarte gemeldet. Arthur war übrigens allein unterwegs. Das hat mich schon überrascht. Ich hätte angenommen, dass er in einem Trupp unterwegs gewesen wäre.

Arthur putzt sich auf einem Acker bei Vehlow (Foto: U. Oerter).

Gustav zurück

Fast unbemerkt ist auch Gustav am Sonntag (2. April) wieder an sein Nest zurückgekommen. Unbemerkt deshalb, weil berreits ein anderer Storch das Nest besetzt hatte und der Wechsel ziemlich geräuschlos vor sich ging. Am Samstag befand sich Gustav noch bei Waren/Müritz. Jetzt baut er an seinem Nest und wartet auf eine Partnerin. Übrigens kann man einen Blick in Gustavs Nest werfen, denn am Nest wurde im Winter eine Kamera angebracht, die Livebilder in das nahe gelegene Freibad überträgt.

Gustav noch in Polen

Gustav scheint es nicht eilig zu haben. Seine letzte genaue GPS Ortung stammt von Mittwoch (29. März). Da hatte er noch gut 190 Kilometer bis zur deutschen Grenze zurückzulegen.