Gustav Beiträge

Gustav zieht nach Osten

Obwohl es Gustav in diesem Jahr ziemlich weit in den Westen des Tschad gezogen hat, bleibt er doch seinen alten Gewohnheiten treu, denn Anfang November wurde er wieder von einer Zugunruhe gepackt. Nun fliegt ervwieder nach Osten in Richtung Sudan, um sich dort ein neues Rastgebiet für den Rest des Winters zu suchen. Am Sonntag (4. Nov.) war er gestartet und hat jetzt schon den Lac Fitri hinter sich gelassen.

Ausflug zum Tschadsee

Gustav ist in diesem Jahr besonders weit nach Westen gezogen. Ungewöhnlich ist auch, dass er am 12. Okt. einen gut 250 Kilometer langen Ausflug nach Norden unternommen hatte, der ihn bis in den Nordteil des Tschadsees führte. Hier war Gustav das erste Mal, solange wie wir ihn beobachten. Lange hielt es ihn dort allerdings nicht, denn am nächsten Tag ging es wieder nach Süden. Aktuell rastet Gustav in der Savanne gut 25 Kilometer südlich des Tschadsees.

Arthur, Gustav und Michael sind nah bei einander

Arthur, Gustav und Michael halten sich im gleichen Gebiet südöstlich des Tschadsees auf. Ihre Ortungen liegen in einem Areal, dass nur 80 x 40 Kilometer groß ist. Sie sind parallel immer weiter nach Westen gewandert. Das Region scheint wohl in diesem Jahr für viele Störche besonders attraktiv zu sein. Selbst Gustav, der normalerweise weiter im Osten überwintert, hat es so weit nach Westen gezogen.

Arthur, Gustav und Michael im Sahel

Arthur, Gustav und Michael sind nun schon eine Zeit lang in ihrem ersten Winterquartier im Sahel. Während Michael schon weit westlich zwischen Tschadsee und Lac Fitri rastet, befinden sich Arthur und Gustav noch nördöstlich des Fitri. Natürlich stellen wir uns die Frage wie es ihnen zur Zeit dort ergeht und wie es dort aussieht.

Grundsätzlich dürfte die Situation für unsere Störche in diesem Herbst recht gut sein, denn bevor sie im Sahel angekommen sind, brachte in diesem Jahr die alljährliche Regenzeit offenbar gute Regenfälle und die Vegetation konnte sich gut entwickeln. So gibt es reichlich Insekten für die Störche zu erbeuten. Der ausgiebige Regen wird aber auch die Menschen in der Region erfreut haben.

Ortungen unserer Senderstörche seit dem 15. September aus dem Tschad. Gut zu erkennen sind die feuchten Flächen des Tschadsees und des Lac Fitri (Quelle: Sentinel layer – 2018\09\28 – Agriculture – Source : Esri, European Commission, European Space Agency, Amazon Web Services).

Seit kurzem gibt es für uns die Möglichkeit die aktuelle Situation vor Ort auch aus der Ferne heraus einzuschätzen. Die europäische Weltraumagentur ESA betreibt einige Satelliten zur Erdbeobachtung. Die Daten dieser Sentinel-Satelliten stehen im Internet frei zur Verfügung. So können wir die Ortungen unserer Störche vor dem Hintergrund der aktuellen Vegetationsverhältnisse darstellen. Hier die Beispiele für Michael und Gustav. Es ist viel grün zu erkennen un d das bedeutet, dass hier viel Vegetation vorhanden ist. Wir sehen aber auch feuchte Flächen.

Ortungen seit dem 15. September von Michael aus dem Tschad. Satellitenfoto vom 26.09.2018. Grün zeigt Vegetation. Dazwischen befinden sich trockene unbewachsene Flächen (Brauntöne). Michael hielt sich vor allem auf den bewachsenen Flächen auf. Blaugefärbt sind Feuchtflächen (Quelle: Sentinel layer – 2018\09\28 – Agriculture – Source : Esri, European Commission, European Space Agency, Amazon Web Services).

Ortungen seit dem 15. September von Gustav aus dem Tschad. Satellitenfoto vom 23.08.2018. Grün zeigt Vegetation. Dazwischen befinden sich trockene unbewachsene Flächen (Brauntöne). Blaugefärbt sind Feuchtflächen (Quelle: Sentinel layer – 2018\09\28 – Agriculture – Source : Esri, European Commission, European Space Agency, Amazon Web Services).

Wieder getrennte Wege

Lilly und Gustav sind noch am Samstag (9. Sept.) gemeinsam bis zum Nil geflogen. Dort legten sie um die Mittagszeit auf kreisrunden Bewässerungsfeldern nördlich von Luxor eine Pause ein. Danach trennten sich ihre Wege wieder und jeder nahm eine andere Richtung. Lilly zog einfach  den Nil entlang weiter Richtung Süden, um am Donnerstag (13. Sept.) etwa 320 Kilometer nördlich von Karthum eine Pause einzulegen. Dort suchte sie  auf kreisrunden Bewässerungsfeldern in der Nähe des Nil nach Futter.

Gustav hingegen zog, wie jedes Jahr, über die Nubische Wüste nach Südwesten weiter. Am Mittwoch (12. Sept.) erreichte er den Tschad und am nächsten Tag wurden die täglich zurückgelegten Strecken wieder kürzer – Gustav hatte nach 23 Tagen sein erstes Winterquartier erreicht.

Gemeinsam ein Stück des Weges

Lilly und Gustav überquerten am Samstagnachmittag (8. Sept.) den Golf von Suez etwa zur gleichen Zeit, aber noch gut 60 Kilometer von einander entfernt. In Afrika angekommen verbrachten sie die Nacht in der Wüste, um am nächsten Morgen ihren Zug fortzusetzen. Gegen 9 Uhr müssen sich ihre Trupps begegnet sein und sie sind danach gemeinsam weiter Richtung Nil gezogen. Leider ist dies nicht so gut auf der Karte im Blog zu erkennen, aber da ich alle Ortungen erhalte, kann ich ihre „gemeinsame“ Reise nachvollziehen.

Die beiden dürften sich allerdings kaum begegnet sein, denn ihr Zugschwarm dürfte aus mehreren tausend, wenn nicht zehntausend, Weißstörchen bestehen. Aber diese Episode zeigt doch ganz anschaulich, wie sich die Storchentrupps während des Zuges ständig neu mischen und neu zusammensetzen.

Gustav kommt voran

Gustav hatte am Mittwoch (5. Sept) den Golf von Iskenderun umflogen und sich auf die Etappe über Syrien gemacht. Am Freitagmorgen (7. Sept) hatte er die Ebene nördlich des Golan erreicht und nahm Kurs auf Jordanien.

 

Gustav durchquert die Türkei

Gustav erreichte schon am Sonntagnachmittag (2. Sept.) Anatolien. Auch er flog ein ganzes Stück über das Marmarameer aber nutzte dabei die Prinzeninseln als „Trittstein“, um sich wieder ein wenig in die Höhe zu schrauben. Bei Gebze am Golf von Izmet verbrachte er die Nacht. Für die Überquerung der anatolischen Hochebene brauchte er gut zwei Tage. Gestern Abend wurde er unweit von Adana geortet.

Gustav in Rumänien

Gustav hatte am Freitag (31. Aug.) die Karpaten im Osten passiert und war auf dem Anflug auf Bulgarien.

Gustav ist früh dran

Gustav ist schon am Dienstag (21. Aug.) Richtung Süden gestartet. Das ist früh, denn im vergangenen Jahr war er sechs Tage später dran. Doch sein früher Start macht Sinn, denn zum Wochenende nahte eine Kaltfront mit Regen und Wind. Also machte es für Gustav Sinn sich jetzt schon auf den Weg zu machen. Wer weiß, ob es noch einmal richtig warm wird.

Die erste Etappe seiner Reise führte ihn südöstlich bis nach Havelberg wo er im Dorf Kuhlhausen an der Havel die Nacht verbrachte. Am nächsten Abend war er schon in Polen. Am Samstag (25. Aug.) war er dann in Schlesien. Er will wohl die Karpaten nördlich umfliegen.