Arthur Beiträge

Michael wieder zurück an den Tschadsee

Michael hielt es nur gut zwei Wochen in der Savanne südöstlich des Tschadsees aus. Am 11. November ist er wieder Richtung Norden gezogen. Seitdem hält er sich in einem gut 400 Quadratkilometer großen Gebiet im nördlichen Becken des Tschadsees östlich der Grenze zum Niger auf. Dies ist seit vielen Jahren sein angestammtes Überwinterungsgebiet. Hier dürfte sich auch Arthur aufhalten, von dem wir derzeit keine Informationen haben.

Arthur und Michael auf dem Weg zum Tschadsee

Arthur und Michael haben sich zeitgleich am Freitag (25. Okt.) auf den Weg nach Westen gemacht. Ihr Ziel ist, wie in jedem Winter, der Norden des Tschadsees.  Arthur war zuvor noch mehr als 75 Kilometer nach Norden gezogen, um dort am Rande der Sahara zwei Tage lang zu rasten. Eine recht unwirtliche Gegend, denn das Satellitenbild zeigt vorwiegend Sand und nur wenige Bäume oder Büsche. Aber der Regen hat in diesem Jahr dort wohl viel Gras wachsen lassen. Michaels Route verläuft etwas weiter südlich.

Arthur ist wieder aufgetaucht

Arthur war für eine längere Zeit verschwunden, d. h. sein Sender hatte kein Netz. Nun ist er wieder „aufgetaucht“ und hat eine große Menge an Ortungen geschickt. Er rastete bis zum Montag (14. Okt.) in der Savanne gut 90 Kilometer nördlich von Abéché. Dann ist er mehr als 300 Kilometer weiter nach Westen gezogen. Sein aktuelles Rastgebiet liegt derzeit mehr als 50 Kilometer nördlich des Lac Fitri. Das ist sehr ungewöhnlich. In den Jahren zuvor rasteten unsere Senderstörche, auch Arthur, meist südlich des Sees. Vermutlich war die Regenfront während der vergangenen Regenzeit weiter nach Norden vorgedrungen als üblich. So ist es dort „grüner“ als in den Vorjahren, so dass vermutlich auch mehr Insekten vorkommen.

Ein Blick auf das Satellitenbild zeigt eine sandige Ebene mit Dünen und baumbestandenen Tälern. Arthur hält sich derzeit vorwiegend in einem ausgetrockneten Flusstal auf.

Keine Neuigkeiten aus dem Sahel

Arthur, Michael, Gustav und Leo befinden sich immer noch im Gebiet zwischen Abéché und dem Lac Fitri. Neuere Informationen haben wir allerdings nur von Gustav und Michael. Arthur und Leo haben kein Netz, so dass es keine Informationen von ihnen gibt.

Storchenkonzentration

Vier unserer Senderstörche, Michael, Gustav, Leo und Arthur halten sich derzeit in einem ca 200 x 200 Kilometer großen Areal westlich der Provinzhauptstadt Abéché auf. Über 200 Kilometer weiter östlich an der Grenze zum Sudan befindet sich Elfi. Insgesamt rasten unsere Senderstörche weiter nördlich als zur gleichen Zeit in den Vorjahren. Ich habe nach möglichen Ursachen für dieses Verhalten recherchiert und bin auf der Website der Welternährungsorganisation FAO fündig geworden. Danach ist die Regenfront der diesjährigen Regenzeit weiter nach Norden vorangekommen als üblich. Das bedeutet, dass mehr Regen gefallen ist. In der Folge davon haben sich verstärkt Heuschrecken entwickeln können ohne, dass es bis jetzt zu einer Invasion gekommen ist. Aber offensichtlich nutzen unsere Störche dieses Angebot. Wahrscheinlich nicht nur sie – tausende anderer Störche ebenfalls.

Arthur und Elfi sind im Tschad angekommen

Jetzt haben die Sender von Elfi und Arthur die Daten ihrer kompletten Zugstrecke geliefert. Beide sind im Tschad angekommen, aber nicht mehr gemeinsam. Ihre Wege trennten sich bereits nachmittags am 11. September in Israel. Während Arthur an den Fischteichen von Bet Sche’an eine Pause einlegte, zog es Elfi noch 170 Kilometer weiter, bis sie am Abend am Toten Meer landete.

Elfi durchquerte am nächsten Tag die Sinai-Halbinsel und verbrachte die Nacht am Ufer des Golf von Suez. Am 13. September flog sie noch gut 70 Kilometer die Küste entlang und startete dann einen vergeblichen Versuch den Golf von Suez zu überfliegen. Danach zog sie noch bis nach Sharm el Sheik weiter und blieb dort den nächsten Tag über. Am nächsten Morgen startete sie den nächsten Versuch nach Afrika zu gelangen. Dabei nutzte sie offenbar die Shadwan Insel im Golf von Suez, um noch einmal an Höhe zu gewinnen. Dann nach fast zwei Stunden erreichte sie bei Hurghada wieder das Land. Nachdem sie am Nil entlang nach Süden gezogen war machte sie sie am 17. September südlich des Assuan Stausees daran die Nubische Wüste nach Südwesten zu überqueren. Am Freitag (20. Sept.) machte sie dann erstmals eine längere Pause im Dafur, 230 Kilometer östlich der Grenze zum Tschad. Ihre letzten Ortungen stammen vom Sonntag (22. Sept.) aus dem Tschad nahe der Grenze zum Sudan.

Arthur überquerte den Golf von Suez am 13. September in nur etwa 35 Minuten nördlich der Stadt El Tor. Er machte sich am 15. September daran die Nubische Wüste zu überqueren und erreichte nach zwei Tagen den Tschad. Am 18. September befand sich Arthur etwa 80 Kilometer nördlich der Provinzhauptstadt Abeche.

Die letzten bekannten Aufenthaltsplätze von Elfi und Arthur liegen etwa 180 Kilometer voneinander entfernt.

Arthur und Elfi haben sich getrennt

Arthur und Elfi waren noch bis Mittwoch (11. Sept.) gemeinsam unterwegs.  Da befanden sich beide in Syrien nördlich der Hauptstadt Damaskus. Danach habe ich nur noch von Arthur neue Ortungen erhalten.

Beide überquerten am Montag (9.Sept.) das Taurusgebirge und erreichten die Mittelmeerküste. Nachdem sie nahe der Küste übernachtet hatten überflogen sie am Dienstag den Golf von Iskenderun und hatten bis zum Abend fast ganz Syrien überquert. Am nächsten Tag flog Arthur bis zu den Fischteichen von Bet Sch’an. Ein guter Ort um fressen und zu trinken, bervor es auf die Wüstenetappen geht. Am Freitag (13. Sept.) überquerte er den Golf von Suez und erreichte Afrika. Die nächsten Ortungen stammen vom Samstag aus der Nähe von Assuan. Wahrscheinlich werden wir erst wieder von Arthur hören, wenn er den Tschad erreicht hat.

Und Elfi? Ihr Sender hatte offenbar kein Netz. Es gibt eine kurze Meldung vom Sonntag von einer Insel im Golf von Suez. Vielleicht flog sie gerade nach Afrika. Sie wäre allerdings zwei Tagesetappen hinter Arthur.

Arthur und Elfi immer noch gemeinsam unterwegs

Elfi und Arthur haben ihre Reise nach Afrika gemeinsam fortgesetzt. Gestern (8. Sept.) befanden sie sich bereits in Anatolien in der Nähe der Stadt Eskişehir.

Sie waren am 4. Sept. in der Slowakei am Rande der Karpaten gestartet und erreichten am Abend Klausenburg in Rumänien. Die Reise ging am nächsten Tag weiter durch Siebenbürgen und über die südlichen Karpaten . Am Freitag (6. Sept.) flogen sie an der Küste des Schwarzenmeeres entlang und erreichten schließlich die Türkei. Am frühen Nachmittag überquerten beide das Marmarameer unweit von Istanbul. Dazu benötigten sie ca. 1 Stunde und 30 Minuten. Nachdem sie Nachmittags noch den Iznik See überflogen landeten sie südlich des Sees zur Nachtruhe.

Arthur hat es nicht eilig

Arthur ist schon mehr als eine Woche lang unterwegs, scheint es aber nicht sehr eilig zu haben, denn er hat es bis jetzt nur bis an die Karpaten schafft. Er war am Montag (26. Aug.) gestartet. In den Wochen zuvor konnte man bei ihm eine gewisse Unruhe registrieren. So machte er am 16. Sept. einen längeren Ausflug nach Südosten. Dieser Ausflug führte ihn über 75 Kilometer weit bis über den Norden von Hamburg hinaus.

Am ersten Tag des Herbstzuges flog Arthur gemeinsam mit seiner Partnerin Elfi nur gut 80 Kilometer weit bis an die Elbe südlich von Geesthacht. Diese Gegend verließ er erst zwei Tage später, um nach gut 180 Kilometern vor den Toren von Berlin zum landen. Bis Samstag (31. Aug.) hatte Arthur den Fuß der Karpaten erreicht – das waren insgesamt gut 260 Kilometer. Am Sonntag überquerte er die Berge östlich der Tatra bei Zakopane. Bis gestern rastete Arthur noch auf den Wiesen in einem Tal südlich der Berge.

 

Das Storchenjahr 2019 geht zu Ende

So langsam geht das Storchenjahr 2019 zu Ende. Es sind zwar immer noch einige Jungstörche in den Nestern zu beobachten, aber die sie sind flügge und über fleißig für ihren ersten Herbstzug. Die ersten Störche haben sich auf den Weg in ihre Winterquartiere gemacht.

In diesem Sommer wuchsen ungewöhnlich viele Jungstörche in den Nestern in Schleswig-Holstein heran. Das Sommerwetter war für den Nachwuchs nicht zu nass, so dass keine Jungen an Unterkühlung umgekommen sind. Es war aber auch nicht zu trocken, so dass genug Futter vorhanden war. Vor allem waren die Bestände der Feldmaus in diesem Jahr geradezu explodiert. Feldmäuse sind eine beliebte und energiereiche Beute für Störche. Auf den Wiesen und Weiden konnte man immer wieder Weißstörche dabei beobachten, wie sie in Reihermanier an Mauselöchern lauerten, um dann blitzschell zuzustoßen und eine Maus zu packen.

Ein Weißstorch erbeutet eine Feldmaus. Im Sommer 2019 eine häufige Beobachtung (Foto: Kai-M. Thomsen).

Auch unsere Senderstörche haben viele Junge aufziehen können. Bei Michael in Bargen wurden zwei Jungstörche flügge. Wir hatten die Hoffnung, dass wir seine Partnerin mit Futter anlocken und fangen zu können , um sie auch mit einem Sender auszurüsten. Sie ließ sich allerdings nicht fangen. Da war wohl auch das tolle Nahrungsangebot in freier Natur viel attraktiver als unser Angebot. Gustav hat in Tielen drei Junge erfolgreich aufziehen können. Bei Hans Albert in Vaale sind zwei Junge ausgeflogen.

In Looft hat Arthur mit seiner Partnerin 4 Junge aufziehen können. Anfang Juli hatten wir Glück und konnten seine Partnerin ebenfalls mit einem Sender ausrüsten. Sie hat den Namen Elfi bekommen.

Die vier Jungen von Elfi und Arthur auf ihrem ersten Ausflug (Foto: Marion Pech).

 

Auch bei Lilly und Robert in Gribbohm flogen in diesem Sommer 4 Jungstörche aus. Leider scheint der Sender von Robert deffekt zu sein. Offenbar reicht die Batteriespannung nicht mehr aus, um viele Ortungen zu speichern und zu verschicken. So bekommen wir nur alle paar Tage mal eine Standortkoordinate zugeschickt und wissen zumindest wo Robert sich aufhält. Mal schauen, ob der Sender in südlicher Sonne sich wieder ausreichend aufladen kann.

Wir konnten in diesem Jahr noch einen zweiten Weißstorch mit einem Sender ausrüsten. Er hat den Namen Leo erhalten. Seine Geschichte ist eher ungewöhnlich: Im April wurde er in Tangerhütte (Sachsen-Anhalt) benommen aufgegriffen und zum Storchenhof Loburg gebracht. Er war offenbar bei einem Storchenkampf abgestürzt – hatte aber keine Verletzungen. Nachdem er sich wieder erholt hatte, konnte er am 5. August wieder freigelassen werden. Zuvor hatte er von Michael Kaatz, vom Storchenhof Loburg, einen Sender erhalten.

Leo siedelte sich daraufhin in Bindfelde bei Stendal an. Er hatte eine Partnerin, aber es kam zu keiner Brut. Leo machte sich deshalb bereits am 8. August auf dem Weg in den Süden. Gestern (20. August) befand er sich bereits in Anatolien. Leo ist also ein Ostzieher.

Einige langjährige Leserinnen und Leser unseres Storchentagebuches können sich sicherlich noch an die Störchin Adele erinnern. Sie brütete alljährlich auf einem Dach gegeüber meines Büros in Bergenhusen. Ihr Sender war im Juli 2016 ausgefallen. Immer wieder hofften wir Adele wieder einfangen zu können, um den Sender zu ersetzen. Leider wurde daraus nichts. Nun wurde sie vor einigen Wochen tot in einem Graben in der Umgebung von Bergenhusen aufgefunden. Offenbar wurde sie von einem Beutegreifer getötet. Darauf deuten die Verletzungen hin. Ihre drei Jungen konnten von ihrem Partner nicht mehr ausreichend versorgt und beschützt werden. Sie wurden in eine Pflegestation aufgenommen. Sie sind wohlauf und machen sich wie die vielen anderen Jungstörche dieses Jahrganges auf den Weg in den Süden. Adele wurde 10 Jahre alt – ein überdurchschnittliches Alter für wilde Störche.

In wenigen Tagen starten wir wieder mit den regelmäßigen Berichten vom Storchenzug und einer neu überarbeiteten Karte.