Michael Beiträge

Die Brutsaison bei den Senderstörchen

Nach langer Pause möchte ich kurz über das Brutgeschäft bei unseren Senderstörchen berichten. Der Sommer war bei uns in Schleswig-Holstein bisher trocken und sonnig. Trotzdem haben unsere Störche genug Futter gefunden und lange Regenperioden, bei denen die Jungen umkommen können, sind ausgeblieben. So sind viele Küken groß geworden.

Bei Robert und Lilly wurden drei Junge groß, bei Michael, Arthur und Adele jeweils zwei Junge. Gustav und seine neue Partnerin waren noch um den 15. Mai mit der Brut angefangen. Sie hörten aber nach ein paar Wochen wieder auf zu brüten, so dass die beiden in diesem Jahr ohne Nachwuchs blieben.

Die Jungstörche haben zwischenzeitlich einen Ring bekommen und trainieren das Fliegen. Bald verlassen sie ihr Nest.

Michael ist nicht mehr allein

Seit Sonntag (8. April) hat Michael eine unberingte Partnerin. Heute scheint es so, dass sogar schon gebrütet wird.

Das ging aber schnell!

Michael hat seit Sonntag eine neue Partnerin. Sie bauen gemeinsam am Nest und paaren sich auch. Leider wissen wir nichts über die Störchin, denn sie trägt keinen Ring.

Michael wartet

Michael wartet jetzt auf eine neue Partnerin, denn Ronja wird mit Sicherheit nicht mehr zurückkommen. Ihr Sender meldete sich noch einmal kurz von dem Acker in Spanien, auf dem die Federn gefunden wurden. Eine neue Suche blieb erfolglos, weil die Fläche zwischenzeitlich gepflügt wurde. Seitdem herrscht Funkstille.

Michael hat sein Nest erreicht!

Der Wintereinbruch in Südosteuropa hat zum Glück nur ein paar Tage lang gedauert und unsere Störche zu einer kurzen Pause gezwungen. Michael war der Erste, der seine Heimreise fortsetzen konnte. Er überflog die Karpaten am Sonntag (25. März) und landete am Abend in der Nähe von Krakau. Am Ostersamstag (31. März) hatte er dann endlich sein Ziel in Bargen erreicht. Für die letzten Etappen brauchte er noch sechs Tage. Er ist aber trotz der Zwangpause immer noch sehr zeitig aus dem Winterquartier zurückgekehrt.

Das Storchenpaar, das zwischenzeitlich sein Nest besetzt hatte, ist zwischenzeitlich verschwunden. Nun muss Michael auf ein neues Weibchen hoffen.

Abwarten!

Unsere drei Senderstörche an den Karpaten warten besseres Wetter ab. Michael und Gustav sind an ihren Rastplätzen verblieben. Arthur hingegen ist noch einige Kilometer nach Süden geflogen. Er befindet sich jetzt am Fluss Lacul Cocorilor in der Nähe des Ortes Gurbănești. Das liegt gut 45 Kilometer östlich der rumänischen Hauptstadt Bukarest. Das Wetter scheint etwas besser geworden zu sein. Hoffen wir, dass unsere Störche bald wieder aufbrechen können.

Störche kehren um!

Seit Tagen ist es rund um die Karpaten bitterkalt und es fällt sehr viel Schnee. Es gibt viele Meldungen, dass rumänische Dorfbewohner vom Schnee geschwächte Störche wieder aufpäppeln. Arthur, Michael und Gustav sind auch  vom Wintereinbruch betroffen, denn sie ziehen gerade an den Karpaten vorbei. Aber sie haben auf die Wetterkapriolen reagiert! Und so können wir ein sehr seltenes Phänomen beobachten. Unsere Störche drehen einfach um und fliegen ein Stück nach Süden, um besseres Wetter abzuwarten.

Arthur war schon ein ganzes Stück östlich an den Karpaten entlang geflogen. Am Samstag (17. März) gegen 9:00 Uhr drehte er um und flog zunächst wieder zu seinem Rastplatz zurück von dem er am frühen Morgen gestartet war. Am nächsten Tag flog er dann über 150 Kilometer nach Süden und am Montag (19. März) noch einmal 110 Kilometer. Seitdem rastet er unweit von Bukarest an einem kleinem Stausee, der mitten in einer flachen Ackerlandschaft liegt.

Michael hatte die Karpaten im Süden überwunden. Bis Samstag (17. März) hatte er Siebenbürgen durchquert und den Rand der nördlichen Karpaten erreicht. Er versuchte noch eine Überquerung, drehte aber am Montag um, flog 170 Kilometer nach Süden und landete in der ungarischen Pußta.

Gustav wollte die gleiche Route um die Karpaten nehmen, wie Arthur. Er kam aber nicht weit und kehrte am Samstag (17.März) um. Er rastete am (Montag 19. März) einen Tag lang an der Donau . Gestern wurde er südlich der rumänischen Hafenstadt Konstanza unweit des Schwarzen Meeres geortet.

Was ist mit Ronja?

In der vergangenen Woche glaubte ich noch, dass der Sender von Ronja defekt sei, weil es nur wenige Ortungen von einem Standort in Spanien gab. Am Wochenende gab es dann eine Menge neuer Meldungen vom Sender. Alle vom gleichen Standort in Spanien. Daraus muss ich leider schließen, dass sie tot ist. Anderenfalls hätten die Ortungen weit auseinander liegen müssen, selbst wenn sie dort nur gerastet hätte. Eine Kollegin in Spanien habe ich angeschrieben. Sie will sich darum kümmern. Das kann allerdings einige Tage dauern, weil an diesem Ort noch Schnee liegt.

Michael steckt fest

Die Wahl der Route über die Karpaten hinweg nach Siebenbürgen war offenbar keine so gute Entscheidung von Michael. Am Montag (12. März) startete er zur Überquerung der Berge. Er kam aber nur 85 Kilometer weit und er musste in einem Tal beim Dorf Oeștii Pământeni landen. Der Grund dafür dürfte wahrscheinlich schlechte Witterung gewesen sein. Seine vorerst letzte Ortung stammt vom Mittwoch aus der gleichen Gegend. Auf diese Weise hat Michael wohl den Spitzenplatz unserer Störche an Arthur verloren.

Robert hat auch den Sinai erreicht

Robert hat am Samstag auch den Golf von Suez überquert, ganz wie es Gudrun Holgerloh in ihrem Kommentar vorausgesagt hatte. Robert brauchte für die gut 28 Kilometer breite Meerenge etwa 50 Minuten. Am Tag zuvor hatte gegen 12:00Uhr er die Küste am Gabal Zayit erreicht. Er kreiste dort ein wenig umher, aber wagte noch nicht die Überquerung. Wahrscheinlich war es zu windig für die anstregende Tour.

Ich habe einmal die genauen Zugrouten von Michael, Arthur, Gustav und Robert vor dem Hintergrund eines Satellitenbildes dargestellt. Natürlich sind bei Michael und Gustav nur wenige Ortungen dargestellt, weil ihr Sender nicht so viel liefert. Bei Arthur und Robert kann man die Route dagegen genau verfolgen.

Weil es am Gabal Zayit immer kräftig weht, wurde hier ein großer Windpark errichtet. Dieser Zugkorridor wird nicht nur von tausenden Weißstörche genutzt , sondern auch von vielen Greifvögeln. Deshalb wurde ein risikoarmer Standort gewählt. Zudem wurde eine Radaranlage installiert, die herannahende Vogelschwärme meldet. Dann werden die Turbinen abgeschaltet.

Die Zugrouten von vier Senderstörchen über den Golf von Suez 2018 (lila=Robert, gelb=Arthur, blau=Michael, orange=Gustav).