Michael Beiträge

Michael hat die Türkei erreicht

Der Zug unserer Senderstörche auf der Ostroute geht gut voran. Michael hatte am Sonntag (5. März) den Libanon überflogen und die Nacht in Syrien verbracht. Am Montag um die Mittagszeit überquerte er den Golf von Iskenderun. Danach stand die Überquerung des Taurus Gebirges und die Durchquerung Anatoliens an.

Im Frühjahr kann dies aufgrund des Wetters eine sehr anspruchsvolle Etappe für unsere Störche sein. Davon werden wir mehr in der kommenden Woche erfahren.

Arthur schon am Assuan Stausee

Arthur hat die Wüste hinter sich gelassen und den Assuan Stausee erreicht. Hier ist das Mobilfunknetz so gut, dass alle Daten übertragen wurden und ich kann seine Reise jetzt nachzeichnen. Er war nicht – wie Michael – am Rande der Wüste nach Osten an den Nil geflogen, sondern überquerte die Nubische Wüste direkt, um am dritten Katarakt in der Nähe der Stadt Dongola den Nil zu erreichen. Dabei flog er täglich zwischen 130 und 280 Kilometer und musste in der Wüste übernachten.

Von dort aus ging es am Fluss entlang Richtung Norden zum Assuan Stausee. Zum Vergleich habe ich die beiden Routen von Arthur und Michael auf eine Karte gebracht. Michael brauchte für die Strecke von der Grenze zum Tschad und dem Aussan Stausee 20 Tage, Arthur dagegen nur 10 Tage. Er hatte offenbar bessere Windverhältnisse, sodass er die Wüste queren konnte.

Die Zugrouten von Michael und Arthur vom Tschadsee bis nach Ägypten (blau: Michael, rot: Arthur)

Michael in Israel

Um die Mittagszeit am Donnerstag (2. März) überflog Michael den Golf von Suez. Für die 24 Kilometer breite Wasserfläche brauchte er gut eine Stunde. Die folgende Nacht verbrachte er auf der Sinai Halbinsel. Am nächsten Tag überquerte er den Sinai und erreichte Israel.

Gestern Abend hatte Michael schon den Libanon hinter sich gelassen.

Michael und Gustav kommen gut voran.

Gustav hat Michael fast eingeholt. Am Dienstag (28. Februar) erreichte Michael den Assuan-Stausee, Gustav zwei Stunden später. Die letzte Ortung von Gustav lag nordöstlich von Om Kombo. Da war er auf dem Weg an den Golf von Suez.

Kopf an Kopf

Wer ist schneller? Michael oder Gustav? Beide haben am Nil den Nordkurs eingeschlagen, die Nilschleife nördlich von Khartum abgeschnitten und dann den Fluss am Merowe Stausee wieder erreicht. Dabei sind sie zunächst nur langsam vorangekommen.

Derzeit hat Michael den Schnabel vorn. Er hat den Merowe Stausee einen halben Tag früher erreicht als Gustav.

Gustav gestartet

Am Dienstag (21. Februar) hat sich auch Gustav auf die Heimreise gemacht. Dazu musste er einfach den Weißen Nil überfliegen und Kurs Richtung Norden nehmen.

Ein Tag zuvor hatte Michael bei seinem Flug Richtung Osten den Weißen Nil erreicht. Am darauf folgenden Tag landete er auf den bewässerten Feldern südlich von Khartum. Nun befinden sich Michael und Gustav fast am gleichen Ort.

Michael nimmt östlichen Kurs

Michael hat nicht den direkten Weg nordöstlich über die Sahara genommen, sondern ist am Rande der Wüste nach Osten gezogen. Der Grund dafür dürfte der Wind aus Nordosten sein. So konnte er zunächst Anfang der vergangenen Woche nur Etappen von weniger als 100 Kilometern zurücklegen.

Aber seit einigen Tagen macht er wieder Strecke. Außerdem dürfte diese Route den Vorteil haben, dass er abends noch Futter finden kann. Das klappt natürlich nicht mitten in der Sahara. Auch in den vergangenen Jahren hatte Michael die gleiche Route gewählt.

Michael hat den Sudan erreicht

Michael zieht in kleinen Etappen Richtung Nordosten. Im Moment schafft er nicht mehr als 100 Kilometer täglich. Aber immerhin hat er schon am Donnerstag (9. Februar) die Grenze zum Sudan überquert. Jetzt liegt die Sahara vor ihm.

Arthur ist wieder aufgetaucht!

Seit fast zwei Monaten hatten wir keinen Kontakt zu Arthur. Vorgestern (8. Februar) gab es endlich wieder ein Lebenszeichen von ihm. Sein Sender schickte aus Nordnigeria einige Possitionsdaten. Die kamen von einem Ort der etwa 250 Kilometer südlich seiner letzten uns bekannten Position im nördlichen Tschadseebecken lag. An diesem Ort wird es schon deutlich grüner. Will er sich jetzt auch auf den Heimzug machen? Ich bin gespannt, ob der Sender eine so gute Mobilfunkverfbindung hat, dass er die Positionsdaten aus der letzten Zeit schickt. Dann kann ich seine Routen aus der letzten Zeit rekontruieren.

Während dessen ist Michael schon ein ganzes Stück nach Osten gezogen. Am Dienstag (7. Februar) hatte er die Gegend um Abéché erreicht. Von hier aus geht es dann über die Sahara Richtung Nil.

Michael ist auf dem Heimzug!

Jetzt bin ich mir sicher: Michael hat sich auf den Rückflug in sein Brutgebiet gemacht. Vom Tschadsee ist er zunächst Richtung Südwesten gezogen, um dann noch bis Freitag (3. Februar) in der Savanne 110 Kilometer östlich vom N’Djamena zu rasten. Dann ist er 120 Kilometer Richtung Osten gezogen und hat fast den Lac Fitri erreicht. Ohne Pause ging es am nächsten Tag weiter.

Währenddessen gibt es von Arthur immer noch keine neuen Ortungen. Ich vermute, dass er sich immer noch am Tschadsee aufhält. Er startet wahrscheinlich später. Michael gehört immer zu den ganz frühen Rückkehrern auf der Ostroute und Arthur folgt meist später.