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Robert hat Afrika erreicht

Robert hatte es dann doch nicht mehr lange auf dem Sinai gehalten. Er war am Dienstag (18. Sept.) über den Golf von Suez geflogen. Am nächsten Tag gab es dann einige Ortungen in der Nähe des Nil unweit von Esna. Seitdem haben wir keine neuen Informationen von ihm.

Rätsel um Robert

Das Zugverhalten von Robert gab mir einige Rätsel auf. Eigentlich ist es ungewöhnlich, dass Weißstörche bis zur Südspitze des Sinai fliegen. Einige Kollegen sind sogar der Auffassung, dass vor allem geschwächte Vögel bis Sharm el Sheik ziehen, weil sie  für die Überquerung des Golf von Suez zu schwach sind. Sie halten sich dann an den Klärteichen der Tourismushochburg auf. Viele Weißstörche verenden dort im Schlamm, so dass der Ort unter Storchenschützern schon traurige Berühmheit erlangt hat.

Auch Robert hält sich seit einigen Tagen dort auf, allerdings ohne dass er in Gefahr geraten ist. Außerdem gibt es gut 14 Kilometer weiter nördlich von Sharm el Sheik eine offene Mülldeponie, die von Robert auch aufgesucht wird. Die Nacht verbringt er auf den umgebenden Felskuppen.

Dann fiel mir ein, dass sich Robert auch während des Herbstzuges im vergangenen Jahr ungewöhnlich verhalten hatte. So holte ich mir die Ortungen von 2017 aus der Datenbank. Und richtig Robert nahm im vergangenen Jahr die gleiche Route und machte zwei Tage lang bei Sharm el Sheik Pause. Dies scheint also der normale Zugweg von Robert zu sein. Mal sehen wann er zum Weiterflug startet.

Was ist mit Robert los?

Die Zugroute von Robert gibt mir einige Rätsel auf. Er erreichte am Samstag (8. Sept.) das Tote Meer. Er zog aber nicht weiter Richtung Süden, sondern bog am nächsten Tag nach Westen ab, um bei Beer Scheva einen Tag lang am Rande der Negev Pause zu machen. Am Dienstag (11. Sept.) ging es weiter über den Sinai direkt zum Golf von Suez, den er relativ weit nördlich bei Ras Matarma erreichte. Er folgte der Küste Richtung Süden und rastete am Abend an dem Ort, an dem die meisten Störche den Golf von Suez überqueren, um nach Afrika zu gelangen. Doch gestern machte Robert genau das nicht. Er flog dagegen einfach die Küstenlinie weiter, bis es an der Spitze der Sinai Halbinsel bei Ras Mohamed nicht mehr weiter ging. Um die Mittagszeit startete er einen Versuch nach Afrika zu gelangen, kehrte aber nach wenigen Kilometer um. Ich bin gespannt wie es weiter geht.

Robert über dem Golf von Iskenderun

Es gibt zwei Arten, wie unsere Weißstörche den Golf von Iskenderun hinter sich lassen. Lilly beispielweise umflog die breite Bucht im Süden der Türkei, während Robert am Donnerstagmorgen (6. Sept.) die fast 40 Kilometer breite Bucht auf direktem Wege überquerte. Robert war dazu gut 40 Minuten unterwegs. Lilly dagegen brauchte mit 1 Stunde und 35 Minuten deutlich länger. Dabei dürfte sie ihre Strecke vorwiegend segelnd zurückgelegt haben, während Robert aktiv fliegen musste.

Robert in Anatolien

Auch wenn es Robert in den letzten Tagen ein wenig ruhiger angegangen ist, hatte er am Montag (3. Sept.) den Bospurus überquert und am Abend das anatolische Hinterland erreicht. Er nahm zunächst eine Route entlang der Küste des Marmarameeres. Auf der Höhe des Flughafens von Istanbul verließ er die Küste und flog etwa 25 Kilometer über das Wasser. In Kleinasien angekommen überquerte er den Golf von Izmit und den Izmit See. Nach insgesamt gut 270 Tageskilometern machte Robert unweit der Großstadt Eskişehir Rast. Am nächsten Morgen ging seine Reise zügig weiter Richtung Südosten.

Robert macht eine Pause

Im Gegensatz zu seiner Partnerin hat es Robert offenbar nicht ganz so eilig. Die Nacht auf Freitag (31. Aug.) befand er sich schon in Bulgarien, unweit der Hafenstadt Warna. Am nächsten Tag ging es Richtung Türkei. Er landete nachmittags auf den Feldern nahe der Kleinstadt Buyukkaristiren. Am nächsten Tag (1. Sept.) flog Robert jedoch nur 25 Kilometer nach Süden und machte wieder eine Pause. Wann geht es für ihn weiter?

Gegen Abend landen die Störche auf einem Acker. Am nächsten Morgen werden sie den Bosporus überqueren (Foto: Emine Nurhan Tekin).

Robert und Lilly auf getrennten Wegen

Robert hat Kurs auf die Karpaten genommen, um sie bei Kosice in der Slowakei zu überqueren. Dagegen scheint es so, dass Lilly den Karpatenbogen im Norden umfliegen will.

Lilly und Robert starten gemeinsam

Lilly und Robert haben ihren Zug nach Afrika gemeinsam gestartet. Am Donnerstag (23. Aug.) sind sie gegen 9 Uhr gemeinsam gestartet. Lilly einen Tag später als im letzten Jahr und Robert acht Tage früher. Ihre erste Etappe führte sie in den Nordosten von Berlin, wo sie bei Neuenhagen zunächst gemeinsam auf einem Acker nach Futter suchten und dort danach die Nacht verbrachten. Lilly schlief auf einem Baum und Robert auf einem Hausdach.

Dann trennten sich ihre Wege bis zum kommenden Frühjahr. Lilly nahm eine etwas südlichere Route nach Schlesien als Robert. Die nächste Nacht verbrachten sie dann schon über 100 Kilometer voneinander entfernt.

Übrigens ist die Route von Lilly  noch nichtauf der Karte zu finden. Wir arbeiten daran.

Die Brutsaison bei den Senderstörchen

Nach langer Pause möchte ich kurz über das Brutgeschäft bei unseren Senderstörchen berichten. Der Sommer war bei uns in Schleswig-Holstein bisher trocken und sonnig. Trotzdem haben unsere Störche genug Futter gefunden und lange Regenperioden, bei denen die Jungen umkommen können, sind ausgeblieben. So sind viele Küken groß geworden.

Bei Robert und Lilly wurden drei Junge groß, bei Michael, Arthur und Adele jeweils zwei Junge. Gustav und seine neue Partnerin waren noch um den 15. Mai mit der Brut angefangen. Sie hörten aber nach ein paar Wochen wieder auf zu brüten, so dass die beiden in diesem Jahr ohne Nachwuchs blieben.

Die Jungstörche haben zwischenzeitlich einen Ring bekommen und trainieren das Fliegen. Bald verlassen sie ihr Nest.

Lilly und Robert brüten fleißig

Fünf Eier liegen mittlerweile bei Lilly und Robert im Nest.. Beide brüten fleißig.

Lilly und Robert lösen sich beim Brüten ab (Foto: Imke Hakelberg).