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Robert nach Westen gezogen

Robert ist am Freitag (11. Januar) nach Westen gezogen. Er überquerte den Weißen Nil und flog insgesamt etwa 150 Kilometer nach Westen in die Provinz Kordofan. Er landetete im aktuellen Rastgebiet von Gustav, der bereits im Dezember dort angekommen war. Robert hält sich allerdings gut  50 Kilometer weiter südlich als Gustav auf. Auch wie am Nil sucht er hier sein Futter vor allem auf den landwirtschaftlichen Feldern der Umgebung.

Robert weiterhin am Nil

Während Gustav die Region verlassen hat, verharrt Robert weiterhin zwischen Blauen und Weißen Nil. Es handelt sich um eine meist flache Ackerlandschaft. Ab und dann sind auf dem Satellitenbild einige Bäume zu erkennen, auf denen Robert die Nacht verbringt. Aber es kommt auch vor, dass er mitten auf einem Feld schläft. Das ist nicht ganz ungefährlich, denn es könnten sich Beutegreifer nähern.

Gustav und Robert in der gleichen Region

Die Region zwischen Weißen und Blauen Nil ist die Kornkammer des Sudan, die vom Wasser des Nil gespeist wird. Gustav und Robert haben sich diese Region als Rastquartier aufgesucht. Gustav war am 7. Dezember aus dem Südwesten, der Grenzregion zwischen Sudan und Südsudan, gekommen. Robert hielt sich schon seit November in der Region auf. Begegnet sind sich die beiden allerdings nicht, denn sie sind in unterschiedlichen Trupps unterwegs.

Robert weiter nach Süden

Von Robert gibt es nun schon seit mehr als zehn Tagen keine neuen Ortungen. Zuvor war er noch aus der Gegend von Khartoum kommend, ein weiteres Stück nach Süden geflogen. Seine letzten Ortungen vom 7. Nov. kamen aus der Gegend von Rabak am Weißen Nil. Da waren es nur noch wenige Kilometer bis in den Südsudan. Dort wird er sich wahrscheinlich jetzt befinden. Hat aber kein Handynetz.

Robert hat den Sahel erreicht

Robert ist von einer Bewässerungsoase zur nächsten geflogen und hat auch so die Sahelzone im Sudan erreicht. Allerdings hat er dafür gut zwei Monate gebraucht. Ein ungewöhnlcihes Zugverhalten. Aufgrund der vielen Bewässerungsfelder, die in den letzten Jahren entlang des Nil entstanden sind, war diese Zugstategie erst möglich geworden. Sehen wir hier wie eine neue Zugstrategie beim Weißstorch entsteht?

Am Dienstag (6. Nov) ist Robert in ein traditionelles Bewässerungsgebiet geflogen, das südlich von Kharthum zwischen Weißen und Blauen Nil liegt. Aber seine Reise war hier immer noch nicht endgültig beendet, denn am nächsten Tag ging es noch ein Stück weiter nach Süden.

Stück für Stück nach Süden

So langsam bewegt sich Robert Richtung Sahel. Seine letzten Ortungen liegen gut 140 Kilometer nordwestlich von Khartum. Dort endet die Wüste. Seitdem Robert den Nil bei Luxor erreicht hatte flog er von einem Bewässerungsgebiet zum nächsten – immer Richtung Süden. In jedem Gebiet bliebt er jeweils für einige Tage. Während der Rast flog er nicht weit umher. Sein Verhalten ähnelte dem Verhalten von Westzieher in Spanien. Auch Robert musste offenbar nicht weit umherfliegen um sein Futter zu finden.

Robert befindet sich seit dem 18. Oktober auf einem Bewässerungsgebiet nordwestlich von Khartum. Gut zu erkennen sind die aktuell bewässerten Felder in grün. Hier hält sich Robert vor allem auf (Quelle: Sentinel layer – 2018\10\18 – Agriculture – Source: Esri, European Commission, European Space Agency, Amazon Web Services).

Robert am Nil

Dort wo Robert derzeit sein Winterquartier aufgeschlagen hat, ist eigentlich noch Wüste. Nur Sand und Steine und vielleicht mal ein vertrockneter Busch. Eigentlich kein Platz für Störche zum Überwintern. Wäre nicht da der Nil. Mit seinem Wasser werden zahlreiche ausgedehnte Felder bewässert, die oft mehrere Kilometer vom Fluss entfernt liegen. Robert befindet sich nun schon fast seit einer Woche in einem Bewässerungsgebiet, das südlich des Nilbogens bei Al Dabbah liegt. Dieses Bewässerungsgebiet ist gut 3 x 20 Kilometer groß. Robert nutzt dabei ein Gebiet von ca. 3 x 3 Kilometer Größe.

 

Robert zieht in den Sudan

Nun hält es Robert doch nicht mehr am Assuan Stausee. Er ist am Freitag (5. Okt. ) in den Sudan weitergezogen. Dabei ist er immer den Nil entlang geflogen und landete am Abend nach rund 350 Kilometern nördlich der Stadt Dongola. Dort verbrachte er die Nacht auf dem Mast einer Hochspannungsleitung mitten in der Wüste, westlich des Nil. Der Schatten des Mastes ist gut auf dem Satellitenbild zu erkennen. Am nächsten Morgen ging es gleich weiter in Richtung Süden bis er nach gut 150 Kilometern am Nilbogen von Al Dabbah in einem Bewässerungsgebiet landete.

Im Satellitenfoto sind die kreisrunden Bewässungsfelder gut auszumachen. Auch diesmal kann ich seinen Schlafplatz gut erkennen. Er verbrachte die Nacht auf dem Arm der Bewässungsanlage. Sie dreht sich im Kreis, um das Feld zu bewässern. Deshalb entstehen die kreisrunden grünen Felder in der Wüste. Alle 5 Minuten zeichnet sein Sender eine GPS Ortung auf und so drehte Robert in der Nacht von Samstag auf Sonntag mal eine Runde.

Robert auf den Bewässerungsfeldern westlich des Nil am 6. und 7. Oktober (Kartengrundlage: Google Earth).

Robert ist wieder aufgetaucht.

Seit dem 19. Sept. gab es keine Ortungen von Robert. Meine Vermutung: er müsse sich schon in seinem Winterquartier im Tschad oder Sudan aufhalten – allerdings ohne Mobilfunknetz. Jetzt wissen wir, wo er sich die letzten zwei Wochen wirklich aufgehalten hat, denn seit Mittwoch (3. Okt.) gibt es wieder neue Ortungen von Robert. Und es sind einige Überraschungen zu berichten! Er befindet sich immer noch in Ägypten. Am 19. September war er vom Nil aus noch mehr als 170 Kilometer nach Süden Richtung Assuan Stausee gezogen. Er verbrachte die folgende Nacht mitten in der Wüste.

Am nächsten Tag beendete er seinen Flug aber bereits nach 80 Kilometern, um am  Ufer des großen Stausees wieder Rast zu machen. Diesmal sollte die Pause allerdings 11 Tage lang dauern. Warum legte er gerade dort eine längere Pause ein? Und wie konnte er dort überhaupt überleben?  In das Satellitenbild hineingezoomt offenbart sich eine plausible Erklärung für sein Verhalten (Foto). Hier, direkt am Ufer des Assuan Stausees, befindet sich ein Bewässerungsgebiet mit ausgedehnten grünen Feldern in der umgebenden Wüstenlandschaft. Futter und Wasser im Überfluss für Robert. Am Montag (1. Okt.) ist Robert noch ein Stück am Assuan Stausee entlang gezogen und hielt sich bis Mittwoch (3. Okt.) direkt am Seeufer auf. Auch hier gibt es Vegetation, auch wenn Felder nicht zu erkennen sind. Aktuell befindet Robert sich am Auslauf für einen Bewässerungskanal, der das Toshka-Bewässerungsprojekt mitten in der Wüste mit Wasser versorgt. Das liegt immer noch gut 40 Kilometer nördlich von Abu Simbel entfernt.

Ich frage mich: wird Robert überhaupt noch weiter nach Süden ziehen oder den Rest des Winters hier am Assuan-Stausee bleiben?

Aufenthaltsorte von Robert am Assuan Stausee zwischen dem 20. September und dem 1. Oktober (Kartengrundlage: Google Earth).

Keine Meldungen von Robert

Von Robert haben wir, seit er den Nil verlassen hat, keinerlei Informationen mehr bekommen. Wahrscheinlich hält er sich in einer dünn besiedelten Gegend auf, und hat kein Mobilfunknetz. So bleibt uns nichts anderes übrig als abzuwarten.