Robert Beiträge

Die Brutsaison bei den Senderstörchen

Nach langer Pause möchte ich kurz über das Brutgeschäft bei unseren Senderstörchen berichten. Der Sommer war bei uns in Schleswig-Holstein bisher trocken und sonnig. Trotzdem haben unsere Störche genug Futter gefunden und lange Regenperioden, bei denen die Jungen umkommen können, sind ausgeblieben. So sind viele Küken groß geworden.

Bei Robert und Lilly wurden drei Junge groß, bei Michael, Arthur und Adele jeweils zwei Junge. Gustav und seine neue Partnerin waren noch um den 15. Mai mit der Brut angefangen. Sie hörten aber nach ein paar Wochen wieder auf zu brüten, so dass die beiden in diesem Jahr ohne Nachwuchs blieben.

Die Jungstörche haben zwischenzeitlich einen Ring bekommen und trainieren das Fliegen. Bald verlassen sie ihr Nest.

Lilly und Robert brüten fleißig

Fünf Eier liegen mittlerweile bei Lilly und Robert im Nest.. Beide brüten fleißig.

Lilly und Robert lösen sich beim Brüten ab (Foto: Imke Hakelberg).

Lilly und Robert richten ihr Nest her

Lilly und Robert haben ihr Nest endgültig zurückerobert. Am Samstag (14. April) bauten Sie ihre Kinderstube kräftig aus, schleppten Zweige heran und polsterten die Nistmulde mit Gras und Stroh aus. Bald dürfte das erste Ei im Nest liegen.

In vielen Kommentaren tauchte die Frage auf, warum sich die beiden nicht einfach eine neue Nisthilfe suchen und die bereits brütenden Störche in Ruhe lassen. Außerdem sollten mehr Nisthilfen aufstellen.

Nun zunächst gibt es zumeist sehr viele unbesetzte Nisthilfen im Lande, so dass daran wahrlich kein Mangel herrscht. Aber warum werden ältere Nester gegenüber neuen ungebraucht Nisthilfen bevorzugt? Vermutlich zeigt den nestsuchenden Störchen ein bereits gebrauchtes und ausgebautes Nest an, dass man hier mit Erfolg brüten kann. So werden diese Nester von den zuerst zurückkehrenden Störchen ohne Nest bevorzugt aufgesucht. Sie kommen dann mit den eigentlichen „Nestbesitzern“ in Konflikt, denn Störche sind zumeist ihrem Nest aus dem Vorjahr treu. Es kommt zu heftigen Kämpfen und häufig, aber nicht immer (siehe Gustav), setzen sich die alten Nestbesitzer durch.

Zudem vertreiben die angestammten Störche andere Storchenpaare auch von benachbarten Nisthilfen. Sie wollen offenbar keine Konkurrenz dulden. Etwas anderes ist es in Storchenkolonien. Hier besteht meist eine so gute Nahrungsgrundlage, dass Nachbarn geduldet werden.

Lilly und Robert haben ihr Nest zurückerobert (Foto: Frank Hartmann).

Lilly und Robert haben ihr Nest zurückerobert

Lilly und Robert sind auch zurückgekommen. Robert erreichte Gribbohm schon am Dienstagabend (10. April) und wurde offensichtlich noch von dem Paar vertrieben, dass zwischenzeitlich das Nest besetzt hatte und schon brütete. Die Nacht verbrachte er auf der anderen Seite des Nordostseekanals in Hochdonn. Früh am nächsten Morgen flog er neue Angriffe und die Eier flogen aus dem Nest.

Lilly erreichte am Dienstagnachmittag ein Nest bei Dargardt in Brandenburg und verbrachte dort die Nacht. Am nächsten Tag ging es via Hamburg nach Gribbohm. Am Abend flog sie dann gemeinsam Angriffe auf die neuen Nestbesitzer. Gestern (12. April) hatten sie dann ihr Nest endgültig zurückerobert.

Lilly und Robert kommen gut voran

Lilly und Robert hatten am Sonntag (8. April) die Karpaten fast hinter sich gelassen. Sie flogen bei Lwiw durch den westlichen Zipfel der Ukraine in Richtung Polen. Beide ziehen in unterschiedlichen Trupps, aber fast auf einer indentischen Route. Dabei hat Robert gut eine Stunde Vorsprung vor Lilly. Ob sie wohl beide am gleichen Tag ankommen?

Lilly und Robert in Bulgarien

Lilly und Robert überquerten am Dienstagmorgen (3. April) nördlich von Istanbul den Bosporus. Dann flogen sie weiter parallel zur Küste des Schwarzen Meeres Richtung Bulgarien. Übernachtet wurde in der Nähe der Hafenstadt Burgas. Ihre Schlafplätze lagen gut 15 Kilometer auseinander. Sie sind also immer noch in unterschiedlichen Trupps unterwegs.

Lilly und Robert im Anflug auf Istanbul

Lilly und Robert sind auch ein gutes Stück vorangekommen. Am Karfreitag (30. März) erreichten sie den Golf von Iskenderun. Robert hatte dort etwa einen halben Tag Vorsprung gegenüber Lilly. Sie fliegen also nicht gemeinsam, sondern in unterschiedlichen Trupps. Am Abend von Ostersonntag (1. April) landeten Sie gut 90 Kilometer vor Istanbul. Auch sie haben Europa fast erreicht.

Sie sollten sich allerdings etwas sputen, denn ihr Nest in Gibbohm wird derzeit von einem Paar besetzt gehalten.

Pause in Israel

Lilly und Robert machen anscheinend eine längere Pause in Israel. Sie befinden sich immer noch in der Umgebung von Ber Scheva in der Negev.

Lilly und Robert in Israel fast vereint

Nachdem Robert die Sinai Halbinsel erreicht hatte, landete er am Montag (19. März) in Israel östlich von Gaza. Lilly überquerte am Montag den Golf von Suez und zwar viel weiter westlich als Robert. Sie brauchte bei Ras Ghareb etwa 35 Minuten für die 25 Kilometer weite Strecke über das Wasser. Dann flog sie weiter über die Sinai Halbinsel nach Israel, wo sie am Nachmittag bereits landete. Am nächsten Tag flog sie nur eine kurze Strecke bis nach Beer Scheva, wo sich mittlerweile auch Robert eingefunden hatte. Nun suchen sie ihre Nahrung auf einer Mülldeponie oder in einem trockenen Flusstal. Ob sie sich begegnen? Das wäre reiner Zufall. Sie tun gut daran, dass sie ein paar Tage Pause machen, denn hinter der Türkei würden sie erst einmal nicht weiter kommen.

Robert hat auch den Sinai erreicht

Robert hat am Samstag auch den Golf von Suez überquert, ganz wie es Gudrun Holgerloh in ihrem Kommentar vorausgesagt hatte. Robert brauchte für die gut 28 Kilometer breite Meerenge etwa 50 Minuten. Am Tag zuvor hatte gegen 12:00Uhr er die Küste am Gabal Zayit erreicht. Er kreiste dort ein wenig umher, aber wagte noch nicht die Überquerung. Wahrscheinlich war es zu windig für die anstregende Tour.

Ich habe einmal die genauen Zugrouten von Michael, Arthur, Gustav und Robert vor dem Hintergrund eines Satellitenbildes dargestellt. Natürlich sind bei Michael und Gustav nur wenige Ortungen dargestellt, weil ihr Sender nicht so viel liefert. Bei Arthur und Robert kann man die Route dagegen genau verfolgen.

Weil es am Gabal Zayit immer kräftig weht, wurde hier ein großer Windpark errichtet. Dieser Zugkorridor wird nicht nur von tausenden Weißstörche genutzt , sondern auch von vielen Greifvögeln. Deshalb wurde ein risikoarmer Standort gewählt. Zudem wurde eine Radaranlage installiert, die herannahende Vogelschwärme meldet. Dann werden die Turbinen abgeschaltet.

Die Zugrouten von vier Senderstörchen über den Golf von Suez 2018 (lila=Robert, gelb=Arthur, blau=Michael, orange=Gustav).