Gustav Beiträge

Gustav am Nil

Gustav hatte am Donnerstag (10. Sept.) den Nil erreicht. Er war am Dienstag (8. Sept.) am Golan gestartet und war bis zum Abend bis in die Negev Wüste gezogen. Am nächsten Morgen ging es ohne Pause weiter. Am Nachmittag hatte er schon den Golf von Suez bei El Tor erreicht und machte sich sogleich an den Überflug nach Afrika. Nach gut einer Stunde hatte Gustav die gut 40 Kilometer Wasserfläche hinter sich gelassen. Dann machte er mitten in der Wüste Pause, um am nächsten Morgen weiter Richtung Nil zu ziehen. Unweit von Luxor verbrachte er die Nacht. Dann ging es weiter Richtung Assuan Stausee. Hier wird er, wie in den vielen Jahren zuvor, eine südwestliche Richtung über die Nubische Wüste einschlagen, um sein erstes Rastgebiet im Tschad zu erreichen.

Gustav auf dem Golan

Gustav hatte am Samstag (5. Sept.) Anatolien durchquert und den Golf von Iskenderun erreicht. Am nächsten Morgen überquerte er die Bucht und erreichte Syrien. Nach einer Übernachtung unweit von Homs flog er am Montag bis in den Golan. Dann wird er über Israel weitergeflogen sein.

Ganz in der Nähe seines Rastplatzes befindet sich das Hula Valley. Es ist einerseits ein Feuchtgebiet und andererseits wird es auch landwirtschaftlich genutzt. Auf jeden Fall ist es ein wichtiges Rastgebiet für ziehende Weißstörche. Anbei zwei Links zu kurzen Videos, die ich von einem israelischen Kollegen erhalten habe: https://bit.ly/3gXupue https://bit.ly/31UxzL4. Die Videos zeigen mehr als 10.000 ziehende Weißstörche, die sich am 2. und 3. September im Gebiet aufhielten. In solch großen Ansammlungen sind auch unsere Senderstörche unterwegs. Die Region ist ein sog. Flaschenhals für ziehende Segelflieger, wie den Weißstorch und verschiedene Greifvogelarten, auf ihrem Weg nach Afrika.

Gustav in Anatolien

Die aktuellste Ortung von Gustav stammt von Freitagabend (4. Sept.). Da war er gerade am Ufer des Tuz Gölu gelandet, um dort die Nacht im seichten Wasser zu verbringen. Der Tuz Gölu liegt mitten in Anatolien und ist der zweitgrößte See der Türkei. Es handelt sich um einen Salzsee. Nahrung dürfte Gustav hier also nicht gesucht haben.

Gustav hatte Ende August, im Gegensatz zu unseren anderen Senderstörchen, den Karpatenbogen im Osten umflogen und auf diese Weise die Schwarzmeerküste in Bulgarien erreicht. Am Donnerstag (3. Sept.) überquerte er den Bosporus, in dem er die südliche Küstenlinie von Istanbul entlang flog.

Gustav mit Jubiläum

Gustav ist unser „dienstältester“ Senderstorch. Er bekam seinen Sender im Juli 2010, den er heute noch trägt. Seitdem können wir sein Leben hautnah verfolgen.

Am 8. Juli 2010 erhielt Gustav seinen Sender, den er heute noch trägt (Foto: Kai-M. Thomsen).

Gustav ist am Samstag (22. August) in Tielen Richtung Südosten abgezogen. Am nächsten Tag wurde er schon in Polen, nördlich von Posen geortet. Damit ist Gustav in diesem Jahr relativ früh gestartet. In den anderen Jahren blieb er noch bis zum Monatsende im Brutgebiet.

Reichlich Nachwuchs bei den Senderstörchen

In den meisten Storchennestern in Schleswig-Holstein ist nur wenig Nachwuchs zu sehen. Viele Nester sind ohne Junge. Die lange Trockenperiode im Frühjahr hatte einen Mangel an Regenwürmern zur Folge. So stand den gerade geschlüpften Jungen nur wenig Nahrung zur Verfügung. Unsere Senderstörche hatten dagegen Glück. In Ihren Nestern ist auch 2020 reichlich Nachwuchs zu sehen.

Bei Hans Albert ist am vergangenen Montag (22. Juni) das erste der vier Jungen ausgeflogen. So weit sind die anderen noch nicht, aber immerhin haben sie schon einen Ring der Vogelwarte erhalten. Bei Robert sind vier Junge im Nest und bei Arthur und Gustav jeweils drei.

Arthur mit seinen drei Jungen, die mittlerweile beringt wurden (Foto: M. Pech).

Gustav mit Nachwuchs

Jetzt ist es sicher: Bei Gustav gibt es Nachwuchs. Er hat drei Küken die etwa eine Woch alt sind.

Die Brutsaison

Unsere Senderstörche stecken voll im Brutgeschäft und haben viele Junge zu versorgen.

Als erster Heimkehrer hat Hans Albert die größten Jungen. Es sind vier Junge, die jetzt schon gut 4 Wochen alt sind.

Hans Albert hudert seine Jungen (Foto: F. Zyweck, 24. April)

 

Es regnet und Hans Albert versucht seinen schon recht großen Nachwuchs zu hudern. Dabei macht er ziemliche Verrenkungen (Foto: F. Zyweck).

Bei Arthur und seiner neuen Partnerin ist gestern (24. Mai) das vierte Junge geschlüpft. Auch bei Robert sind 4 Junge im Nest. Gustav hatte auch eine Partnerin gefunden und brüteten. Allerdings wir wissen noch nicht, ob und wie viele Junge geschlüpft sind.

Auch bei Leo wurde fleißig gebrütet und es dürften dort schon Junge geschlüpft sein. Leider ist die Nestmulde so tief, dass man keine Jungen erkennen kann. Die müssen erst größer werden, bevor sie über den Nestrand gucken können.

Leo mit Partnerin am Nest (Foto: M. Kaatz).

Das Max Planck Institut für Verhaltensbiologie hat in den letzten Jahren fast 500 Weißstörche in verschiedenen Regionen besendert. In seinem Vortrag „Was haben wir von 500 besenderten Weißstörchen gelernt?“ fasst Dr. Wolfgang Fiedler die bisherigen Erkenntnisse zusammen und gibt einen Überblick über den Weißstorchzug und die verschiedenen Faktoren, die einen Einfluss auf die Storchenpopulation haben.  Der Vortrag findet sich hier: https://www.youtube.com/watch?v=MwOQMAGERNw.

 

Gustav ist angekommen

Gestern Abend (6. April) ist Gustav an seinem Nest in Tielen angekommen. Leider hatte sein Sender den Rückweg schlecht dokumentiert. Die letzten Ortungen stammten noch aus Rumänien und waren 5 Tage alt. Immerhin muss Gustav in den letzten Tagen gut Gas gegeben haben, um die letzte Etappe nach Schleswig-Holstein zu schaffen.

Gustav kurz nach seiner Ankunft am 8. April (Foto: R. Kolls).

Gustav an den Karpaten

Gustav kommt nur langsam voran. Er hatte mehrere Tage im Norden Bulgariens verbracht. Gestern (30. März) wurde er in Rumänien am Südrand der Karparten geortet.

Gustav hat Europa erreicht

Gustav hatte am Freitag (20. März) über die Marmarainseln das Marmarameer überquert unsd Europa erreicht. Leider hat er seitdem keine neuen Daten geliefert. Das wird sich mit Sicherheit in den nächsten Tagen ändern.