Konsum Beiträge

Eine Welt aus Plastik

Eine Welt aus Plastik

Huch, schon gemerkt, jetzt ist schon wieder Fastenzeit. Vor einem Jahr habe ich zur Fastenzeit eine Plastikfasten-Aktion begonnen. Über meine Erfahrungen habe ich hier im NABU-Blog geschrieben. Nur, was hat sich seitdem verändert? Getan hat sich meiner Meinung nach einiges, denn vor allem in den Medien ist das Thema „Plastik“ 2016 verstärkt aufgenommen worden. Warum? Weil Plastik natürlich unser tägliches Leben bestimmt, und es mittlerweile auch genug Studien dazu gibt, wie viel Plastik im Meer schwimmt. Vor allem als Mikroplastik, das über Kosmetik oder synthetische Klamotten über die Flüsse ins Meer gelangt.

Coffee-to-go am Morgen, Curry-to-go am Abend? – Besser zu Mehrweg greifen!

Coffee-to-go am Morgen, Curry-to-go am Abend? – Besser zu Mehrweg greifen!

Morgens der Kaffe im kunststoffbeschichteten Pappbecher mit Plastikdeckel, am Mittag der Sommersalat in leckerer Kunststoffschale, am Abend das asiatische Curry zum Mitnehmen in Aluminium. Viele Menschen können sich kaum vorstellen, auf To-Go zu verzichten. Die Kehrseite: Wir erzeugen immer mehr Müll. Insgesamt haben wir in Deutschland 2014 pro Kopf 220 Kilogramm Verpackungsmüll produziert, davon 36 Kilogramm aus Kunststoff.

Deutschland, Abfallland: Wir müssen mehr vermeiden

Müll, Abfall, Unrat. Für die Überbleibsel unseres Konsums haben wir viele Namen. Gesellschaftlicher Konsens ist seit einiger Zeit, dass unser Abfallaufkommen kleiner werden muss, um unsere natürlichen Ressourcen zu schonen. Vermeidung, Wiederverwendung und Recycling lauten die Mittel im Kampf gegen den Müll.

Mikroplastik: Von der Waschmaschine ins Meer

Mikroplastik: Von der Waschmaschine ins Meer

130 Fasern pro Betttuch, 150 Fasern pro Hemd und 260 bis 1.900 Fasern bei einer Fleecejacke: So viele synthetische Chemiefasern gelangen pro Waschgang aus unserer Kleidung über die Waschmaschine in unser Abwasser. Dies zeigen wissenschaftliche Untersuchungen. Weil weder Waschmaschinen noch herkömmliche Kläranlagen die synthetischen Mikrofasern vollständig filtern können, gelangen sie über das Abwasser in unsere Flüsse, Seen und Meere. Damit wird Mikroplastik aus Kleidung Teil des Wasserkreislaufs und dringt so auch in die komplexen aquatischen Nahrungsnetze von Tieren, Pflanzen und Menschen vor.

Wir brauchen eine nachhaltige Rohstoffpolitik

Sechs Tonnen pro Kopf. So viele Rohstoffe dürfte jeder Mensch laut UN-Wissenschaftlern rund um den Globus innerhalb eines Jahres verbrauchen, ohne die natürlichen Reproduktionskräfte unserer  Erde zu überschreiten. Betrachten wir den durchschnittlichen Jahresverbrauch in Deutschland mit 40 Tonnen pro Jahr und Einwohner wird schnell deutlich: Produktion und Konsum hierzulande sind weder nachhaltig noch fair.

Das sensible Ökosystem Wald ist durch Abholzung, fortschreitende Flächenumwandlung in landwirtschaftliche Anbauflächen und Goldabbau massiv gefährdet. Foto: Andrea Schell

Beim Rohstoffabbau (hier: Goldabbau auf Sulawesi/Indonesien) werden oft sensible Ökosysteme zerstört und Menschenrechte missachtet – auch durch deutsche Unternehmen. Foto: Andrea Schell

#CO2FreiSpassDabei – Konsum, ein dicker Brocken

Konsum macht mit den größten Anteil unseres CO2-Fußabdrucks aus. Viele denken, nachhaltiger Konsum sei schwierig. Dabei ist es eigentlich ganz einfach: Wir müssen weniger konsumieren! Konsum macht durchschnittlich den größten Anteil am persönlichen CO2-Fußabdruck aus. Hier muss dringend was passieren, wenn wir es mit Klimaschutz ernst meinen. Aber was und wie genau? Klar, ich kann fordern, dass bitteschön alle Produkte, Konsumgüter und Dienstleistungen CO2-frei werden müssen, dann habe ich das Problem für mich gelöst. Auch jetzt schon kann ich in einigen Bereichen meinen Konsumbedarf mit besonders nachhaltigen und zumindest CO2-armen Produkten decken.

Umwelt- und CO2-freundlicher Konsum - geht, ist aber teuer. Foto: Sebastian Scholz

Umwelt- und CO2-freundlicher Konsum – geht, ist aber teuer. Foto: Sebastian Scholz

Klar, das ist ein Ansatz, aber der hat Tücken. Denn sozial gerecht ist das nicht, faire und nachhaltige Produkte sind teurer als konventionelle. Heißt das im Umkehrschluss, dass ich mit wenig Geld nicht klimafreundlich konsumieren kann?