NABU-Waldkauzteam Beiträge

Waldkauz verschlingt Maus – und weitere Videos vom Eifel-Waldkauz

Nicht nur in Berlin und Kempten werden in diesem Jahr Waldkäuze mit der Kamera begleitet. Das langjährige NABU-Mitglied Lothar Lenz hat sein eigenes Langzeit-Videoprojekt zum Waldkauz, dem Vogel des Jahres 2017, gestartet. Er filmt den Waldkauz mit einer automatischen Wildtierkamera an einem besonders schönen natürlichen Tagesversteck in der Eifel.

Gefahren im Kauzrevier

Wenn Singvögel – etwa Eichelhäher, Nebelkrähen, Kohlmeisen oder Amseln –  Waldkäuze beschimpfen, also auf den Kauz „hassen“ (wie die Jäger sagen -> ein Video zu dieser Verhaltensweise gibt es dazu in unserem Waldkauz-Videoarchiv unter „Mobbing unter Vögeln„), weil sie ihn als Fressfeind entdeckt haben, so stellen sie doch keine Gefahr für den nächtlichen Jäger dar.

Der gerettete Waldkauz wird in die Freiheit entlassen.

Der gerettete Waldkauz wird in die Freiheit entlassen – Foto: privat.

Artenschutz für den Waldkauz in Berlin

46 Nisthilfen wurden in den letzten 15 Jahren in Berlin-Reinickendorf angebracht – Foto: Dr. Hans-Jürgen Stork

Bereits vor 50 Jahren wurden in Berlin eingehende Untersuchungen zu Biologie, Ökologie und Verhalten von Waldkäuzen und Waldohreulen durchgeführt. Dr. Victor Wendland (†) hat in den 1960-70er Jahren zahlreiche Begehungen im Grunewald, im Spandauer Forst und im Stadtgebiet nur wegen der Eulen durchgeführt.

Er sammelte unfangreiche Beobachtungsdaten zur Lebensweise, zum Brutverhalten, zum Lebens- und Nahrungsraum und zur Vielfalt ihrer Nahrungstiere. Die in zahlreichen Schriften niedergelegten Erkenntnisse dienen heute als Grundlage zum sachgerechten Schutz dieser Eulenarten, vor allem zum Schutz ihrer Lebensräume und Brutstätten.

Als im Sommer 2002 ein Sturm durch den Berliner Norden zog und mehrere Tausend alter Bäume umbrachen, gingen auch viele natürliche Niststätten in Baumhöhlen verloren – auch die der Waldkäuze –, nicht nur im Wald, sondern auch in Parks, auf Friedhöfen und sogar in baumreichen Siedlungen.

Berlin: Das 4. Ei ist da!

viertes Ei in Berlin

Den ganzen Tag saß das Weibchen so fest auf dem Nest, dass man es erst sehen konnte, als es um 20:35 Uhr kurz das Nest verließ. Vermutlich wurde es am Vormittag gelegt – getreu dem Rhythmus dieses Weibchens von etwa einem Ei alle zwei bis drei Tage. Mal sehen, ob es das letzte ist, oder ob wie in Kempten noch eines hinzukommt. Wenn, dann wäre es wahrscheinlich am Nachmittag des 11. März (Samstag) soweit.

 

 

In Berlin gibt es schon Jungkäuze

Der NABU Reinickendorf betreut seit vielen Jahren eine ganze Reihe von Waldkauzkästen im Berliner Norden. Aber es war nicht ganz einfach, einen Kasten zu finden, der mit einiger Sicherheit besetzt ist, und in dem man problemlos Webcams installieren konnte. Meist gab es in der Nähe keinen geeigneten Internetanschluss, oder man hätte mit den Kabeln gepflasterte Straßen oder Privatzufahrten queren müssen. Der jetzt ausgestattete Kasten war eigentlich unsere zweite Wahl, aber – wie sich jetzt zeigt – goldrichtig.

Junger, fast flügger Waldkauz am 28. Februar im Nachbarrevier unserer Berliner Käuze. Foto: Hans-Jürgen Stork

Hätten wir den zuerst anvisierten Kasten – gerade einmal 1.400 Meter Luftlinie entfernt – genommen, wäre der Spaß jetzt schon fast vorbei: Denn dort gibt es heute schon Jungkäuze, die kurz vor dem Ausfliegen stehen. Hans-Jürgen Stork vom NABU Reinickendorf hat dort schon am 28. Februar ein Foto gemacht, auf dem am Einflugloch hinter einem Altvogel ein bereits sehr großer Jungvogel zu sehen ist. Das erste Ei müsste dort bereits um den 10. Januar gelegt worden sein. Dieses Beispiel zeigt, wie unterschiedlich die Brutzeiten der Waldkäuze sein können.

Erstes Ei im Berliner Nistkasten

Das erste Ei der Berliner Waldkäuze ist da!


NABU-Vogelexperte Lars Lachmann hatte den richtigen Riecher, als er schrieb: „Heute tut sich was bei den Berliner Käuzen: Nach einem ersten nächtlichen Kurzbesuch im Kasten um 23:10 Uhr fliegt um 3:39 Uhr das Weibchen für einen weiteren Besuch in den Kasten. Kurz darauf erscheint sie am Loch und ruft. Nach zwei Minuten fliegt sie wieder aus. Die Innenkamera zeigt, was sie in dieser Zeit tut: Sie fängt an, in die Holzspäne am Boden eine Nistmulde zu drehen!

Um 6:29 Uhr (23 Minuten vor Sonnenaufgang), recht spät – vielleicht weil es ein düsterer regnerischer Morgen ist – fliegt das Weibchen wieder ein. Aber das Männchen fehlt! Erst auf einer Aufnahme von 8:52 h sieht man, dass es wohl in einer Fichte nebenan saß, von wo es wohl erst durch zwei Eichelhäher vertrieben wird und sich doch noch entschließt in den Kasten zu fliegen. So bekommen wir die erste Tageslicht-Farbaufnahme eines Kauzanfluges an den Nistkasten.

Die Innenaufnahme vom Einflug des Männchens zeigt, dass das Weibchen am Boden sitzt. Als das Männchen kommt, sieht man das Weibchen rufen. Auch jetzt sortiert sie ab und zu ein Holzstückchen um. Kommt vielleicht bald das erste Ei? Das zunächst fehlende Männchen und das Nistmuldendrehen sind zumindest Hinweise darauf.“

Tatsache: Das erste Ei wurde gelegt, als Lars Lachmann diesen Beitrag schrieb. Die erste Farbaufnahme beim Anflug möchten wir Ihnen nicht vorenthalten: