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Klimaschutz in der Schifffahrt: Wieder nur ein Spiel auf Zeit

Klimaschutz in der Schifffahrt: Wieder nur ein Spiel auf Zeit

Denkt man an London, denkt man nicht unbedingt an Schiffe und Seefahrt, sondern eher an Big Ben, den Buckingham Palace, das London Eye oder die Baker Street 221b. Dennoch ist London der zentrale Ort, wenn es um die weltweite Schifffahrt geht, denn hier hat die Internationale Seeschifffahrtsorganisation (IMO) ihren Sitz. Mehrmals im Jahr treffen sich hier die Vertreter*innen der Vereinten Nationen und beraten zu allen Schifffahrtsthemen.

Bundesregierung lässt Marshall-Inseln im Stich

Am vergangenen Wochenende fand in London die 68. Sitzung der Internationalen Schifffahrtsorganisation der Vereinten Nationen (IMO) statt. Erstmals überhaupt stellte dabei ein Staat – die Marshall Inseln – einen Antrag, Schritte zu einem verbindlichen Minderungsziel für CO2-Emissionen für die weltweite Schifffahrt einzuleiten.

Imo-Sitzung im Mai 2015 – Foto: NABU/Julia Balz

Doch leider ist der Vorstoß der pazifischen Inselstaaten auf wenig Widerhall gestoßen. Auch die deutsche Bundesregierung, die sich gerne als Vorreiter in Sachen Klimaschutz sieht und den Antrag hätte unterstützen müssen, hat die Marshall Islands im Regen stehen lassen und sich nicht für Schritte gegen den Klimawandel stark gemacht.

Dabei wird der Schifffahrt ein Anstieg ihrer CO2-Emissionen bis zum Jahr 2050 um bis zu 250 Prozent prognostiziert – ein Minderungsziel ist also dringend geboten! Andere Sektoren haben dieses längst eingeführt und werden ihre Emissionen mutmaßlich ab 2020 reduzieren. Angesichts der Dringlichkeit des Klimawandels ist das Ergebnis der IMO-Sitzung und das Nicht-Handeln der Bundesregierung ein fatales Signal. Sie muss sich nun bei den entscheidenden Weltklimaverhandlungen im Dezember dringend dafür engagieren, dass sich die IMO für ein ambitioniertes Minderungsziel einsetzt.