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Kein Bock auf Biotonne

Seit knapp drei Jahren müssen die deutschen Landkreise und kreisfreien Städte laut Kreislaufwirtschaftsgesetz Bioabfälle aus Küche und Garten getrennt sammeln. Aber auch nach mehr als 1.000 Tagen weigern sich viele Gebietskörperschaften, diese gesetzliche Pflicht zu erfüllen. Der NABU hat recherchiert, dass im Oktober 2017 noch immer 33 Landkreise keine Möglichkeit zur Getrennterfassung anbieten. Weitere sieben wollen eine Biotonne erst in den kommenden zwei Jahren einführen. Und rund 17 Landkreise, vornehmlich in Bayern, bieten nur Sammelstellen im Bringsystem an.

Umsetzung der Biotonne in den Landkreisen 2017 -Grafik: NABU

Auch zwei Jahren nach Einführung der Trennpflicht bietet jeder fünfte Landkreis in Deutschland weiterhin kein oder nur ein mangelhaftes Trennsystem für Bioabfälle an. – Grafik: NABU

Einigung auf Fangquoten

Einigung auf Fangquoten

Jedes Jahr schlägt die EU-Kommission auf Grundlage von wissenschaftlichen Empfehlungen des Internationalen Rates für Meeresforschung (ICES) den EU-Ländern konkrete Fangquoten vor. Die letztendlichen Quoten werden dann von den EU-Ministern beschlossen. Für das Jahr 2018 wurden für einzelne Fischarten zum Teil deutliche Beschränkungen der Fangquoten erwirkt. Dennoch bleiben die Beschlüsse teilweise hinter den Empfehlungen des ICES zurück und sind nicht ausreichend, um gesunde Fischbestände in der Ostsee zu erhalten beziehungsweise wieder herzustellen.

Eine Welt aus Plastik

Eine Welt aus Plastik

Huch, schon gemerkt, jetzt ist schon wieder Fastenzeit. Vor einem Jahr habe ich zur Fastenzeit eine Plastikfasten-Aktion begonnen. Über meine Erfahrungen habe ich hier im NABU-Blog geschrieben. Nur, was hat sich seitdem verändert? Getan hat sich meiner Meinung nach einiges, denn vor allem in den Medien ist das Thema „Plastik“ 2016 verstärkt aufgenommen worden. Warum? Weil Plastik natürlich unser tägliches Leben bestimmt, und es mittlerweile auch genug Studien dazu gibt, wie viel Plastik im Meer schwimmt. Vor allem als Mikroplastik, das über Kosmetik oder synthetische Klamotten über die Flüsse ins Meer gelangt.

Coffee-to-go am Morgen, Curry-to-go am Abend? – Besser zu Mehrweg greifen!

Coffee-to-go am Morgen, Curry-to-go am Abend? – Besser zu Mehrweg greifen!

Morgens der Kaffe im kunststoffbeschichteten Pappbecher mit Plastikdeckel, am Mittag der Sommersalat in leckerer Kunststoffschale, am Abend das asiatische Curry zum Mitnehmen in Aluminium. Viele Menschen können sich kaum vorstellen, auf To-Go zu verzichten. Die Kehrseite: Wir erzeugen immer mehr Müll. Insgesamt haben wir in Deutschland 2014 pro Kopf 220 Kilogramm Verpackungsmüll produziert, davon 36 Kilogramm aus Kunststoff.

#CO2FreiSpassDabei – „Ich konsumiere, also bin ich“

Diese Woche geht es um Konsum, ich werde mein Verhalten analysieren, prüfen was ich verbessern kann und aufzeigen, welche Hilfsmittel es gibt. Aber zunächst zum Zwischenstand: Ausgleich!

Zwischenstand: Danny 1 : Sebastian 1

Mobilität ging eindeutig an Danny, aber mit dem Bereich Wohnen gleiche ich aus. Ich habe noch mal meine Abrechnungen heraus gekramt: mein Stromverbrauch liegt mit 1.233 Kilowattstunden (kWh) deutlich unter Dannys. Zugegeben, ich lebe auch im Zwei-Personen-Haushalt, und schon daher sind unsere Verbrauchszahlen nur schwer vergleichbar. Und natürlich kommt in meinem Haushalt ebenfalls Ökostrom zum Einsatz, in meinem Fall von Greenpeace Energy, aber auch andere Anbieter liefern gute Qualität (achtet am besten auf das Grüner-Strom-Label, dann macht Ihr nicht viel verkehrt).

Auch bei mir werden die Heizungen automatisch geregelt. Foto: Sebastian Scholz

Auch bei mir werden die Heizungen automatisch geregelt. Foto: Sebastian Scholz

Aber richtig eindeutig ist mein Vorsprung im Bereich Wärme. Genauso wie Danny wohne ich zur Miete und habe wenig Einfluss auf die Energiequelle. Auch bei mir wird der Wärmeverbrauch über die Fläche im Haus verteilt. In meinem Wohnhaus gibt es aber nicht etwa eine Gaszentralheizung, sondern Fernwärme aus Kraft-Wärme-Kopplung kombiniert mit Solarthermie-Anlagen auf dem Dach – was die Emissionen angeht, eine recht gute Kombination.

44 Tage Plastikfasten – Fazit und Gewinnspiel

Heute ist Gründonnerstag und die Fastenzeit ist offiziell zu Ende. Während meines Plastikfastens wurde ich immer wieder gefragt, wie es mir geht, ob ich durchhalte und ob es mir schwer fällt. Meistens ist es mir nicht schwer gefallen, da ich schon vorher beim Einkaufen darauf geachtet habe, gewisse unnütze Dinge aus Plastik zu vermeiden.

 

Plastikgurken

Bio-Plastikgurken. Foto: Iris Barthel

Trotzdem hat sich mir durch das Fasten eine ganz neue Welt eröffnet. Das bewusste Nachdenken darüber, welche Kosmetik ich im Bad benutze, ging sogar über das Plastik hinaus zu den Inhaltsstoffen. Gerade aufgrund von Mikroplastik und Hormonen in der Kosmetik, möchte ich besser darauf achten, was in meinen Pflegeprodukten ist. Ich hätte außerdem gerne ein Pfandsystem, bei dem ich einfach die Verpackung wieder zurück geben könnte. Meine Anfragen dazu z. B. bei The Body Shop blieben aber bis heute unbeantwortet.

Auftrag: Plastikfrei einkaufen

Ich befinde mich ein meiner vorletzen plastikfreien Woche. Das heißt aber nicht, dass ich nach diesem Experiment wieder zu den alten Mustern zurückkehre. Ich habe viel gelernt in den letzten Tagen und einiges fällt mir auch nicht schwer, umzusetzen.

Heute geht es um meinen Ausflug in einen konventionellen Supermarkt. Ich kaufe natürlich schon die ganze Zeit plastikfrei, aber hiermit will ich zeigen, dass dies auch in einem ganz normalen Supermarkt möglich ist. Mit einer Einkaufsliste mit Dingen, die ich plastikfrei besorgen sollte, bestückt, ging es los.

 

Als mittlerweile alter Hase auf dem Gebiet hatte ich zwei Jutebeutel, zwei Gemüsebeutel und eine kleine Papiertüte mit.
Aber seht erst mal selbst, wie ich mich so geschlagen habe.

Nicht bekommen habe ich Reis, Müsli, Kaffee und Backpulver. Selbst Haferflocken sind in beschichteten Tüten. Der Grund: Sobald es feucht wird, sind die Flocken natürlich nicht mehr verwendbar. Die Hersteller wollen dies wohl so vermeiden. Beim Backpulver ist dies ähnlich. In Großmärkten für Gastronomie gibt es Backpulver allerdings plastikfrei – aber auch nur in der Riesenpackung. Alternativ Natron nehmen. Müsli im Glas gibt’s z.B. hier. Allerdings gibt es im Biomarkt Haferflocken in Papierverpackung und außerdem lässt sich Müsli auch einfach leicht selbst herstellen.

Mein Wochenende in der Kosmetikküche

Heidewitzka. Was für ein Wochenende. Ich habe mich etwas intensiver mit dem Thema Kosmetik auseinander gesetzt und festgestellt: Das Feld ist weit und seine Experten mannigfaltig. Haarshampoo oder Haarseife, Tenside und Erdöl in der Kosmetik, oder nicht? Mein neues Hobby ist es jetzt, Inhaltsstoffe auf Verpackungen zu lesen.

Aber kommen wir zurück zum Plastik.

Elektrische Zahnbürste: Foto: Michael Dommel

Zahnpflege: Zahnpulver selbst herzustellen oder zu kaufen, ist relativ einfach, die Zutaten gibt es in der Apotheke. Abgeraten wurde mir von Natron, das sei zu aggressiv für die Zähne, aber das muss jeder selbst ausprobieren. Allerdings tötet Natron ja auch Ameisen, also…Zahnpulver gibt es leider oft in der Plastikverpackung zu kaufen, aber es findet sich auch ein Anbieter mit Glasverpackung.

Deo: Das Deo habe ich laut diesem Rezept hergestellt und bin bislang ganz zufrieden. Jojobaöl ist sehr teuer, aber Mandelöl dagegen nicht. Die Herstellung hat mich auch nicht überfordert. Meine Küche steht noch. Auch Badezusätze lassen sich mit Ölen und Duftölen leicht selbst herstellen.

Lotion: Da ich sehr empfindliche Haut habe, muss ich gestehen, habe ich mich noch nicht an Körperlotion und Gesichtscreme heran getraut. Dort ist vielleicht auch eine Beratung von Vorteil, danach lässt sich sicher etwas selbst herstellen, was dann ins Glas abgefüllt werden kann.

Taschentücher: Zudem bin ich auf Stofftaschentücher umgestiegen. So oft brauch ich ja kein Taschentuch, da muss also auch nicht viel mehr gewaschen werden, als sonst.

Wattepads und Co.: Wasser und Seife tuts auch, oder mal den guten alten Waschlappen benutzen, auf den kann man ja auch Lotion schmieren.

Fazit: Aufwändig ist sicher die Beschäftigung mit diesem Thema. Ich musste viel recherchieren, vor allem, woher ich bestimmte Produkte beziehen kann. Vieles gibt es in der Apotheke. Ob sich das dauerhaft auch finanziell lohnt, kann ich bislang nicht beurteilen.

Seit Tag 1 verzichte ich ja auch auf Plastik in der Küche. Im kommenden Beitrag zeige ich, ob es möglich ist, plastikfrei einzukaufen und schaue, was in der Küche alles aus Plastik ist. Die Videokamera wird live dabei sein. Dabei wird es auch um die Frage gehen, ob Papier und andere Materialien möglicherweise gar nicht immer besser sind.

Nachtrag:

Toilettenpapier - Foto: Flöper

Das Toilettenpapier ohne Plastik ist da.

 

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Plastiktüte – wann denn nun?

Eigentlich ist zur Plastiktüte alles gesagt, und dies mehrfach.

Sie ist vermeidbar. Verbraucherinnen und Verbraucher haben entweder eine eigene Tasche zusammengefaltet beim Einkauf dabei oder leihen sich eine bepfandete Tasche beim Einzelhändler.

Alle Tüten sind kostenlose Werbeplakate für die Händler. Fashion Victim und Elektronik Nerd stört das bisher nicht.

70 Plastiktüten verbraucht der Deutsche pro Jahr: Foto: NABU/S. Hennigs

Die Plastikflut in Deutschland wächst weiter. Foto: NABU/S. Hennigs

Plastiktüten haben nichts in der Natur zu suchen, insbesondere nicht im Wasser, werden dort aber dennoch gefunden –  auch in Deutschland. Das ist gefährlich für die Tiere, weil sie sie mit Nahrung verwechseln und für das Ökosystem, weil aus jeder Tüte einmal Mikroplastik wird. Andere Materialien wie etwa Papier sind nicht umweltfreundlicher, sondern verursachen große Umweltprobleme während der Herstellung: Aus nicht nachhaltig eingeschlagenem Holz wird in einem Chemikalienbad mit großem Energieeinsatz Zellstoff herausgekocht, dieser verarbeitet und mit bunten, erdölbasierten Farben, Lacken und Klebstoffen zur Tüte veredelt.

Fast alle finden, dass man auf die Tüte beim Einkauf verzichten kann und nutzen sie dennoch, 71 mitteldicke Tüten pro Person und Jahr gehen in Deutschland über den Verkaufstresen. Wenn die Tüten etwas kosten, sinkt deren Absatz und damit auch die Produktion. Wenn die Tüte viel (50 Cent, 1 Euro und mehr) kostet, wird sie richtig unattraktiv.

Die Plastikflut wächst in Deutschland weiter - Foto: NABU/S. Hennigs

Die Plastikflut wächst in Deutschland weiter – Foto: NABU/S. Hennigs

In der EU haben sich Kommission, Parlament und Mitgliedsstaaten schon 2014 geeinigt, die Plastiktütenzahl innerhalb von 11 Jahren auf maximal 40 Stück pro Person und Jahr zu senken. Wie das in Deutschland erreicht werden soll, wird immer noch diskutiert, wie der Presse zu entnehmen ist.

Plastikfreie Nasszelle

Ein Blick in mein Badezimmer und ich sehe überall Plastik. Ich zähle 34 Tuben, Verpackungen und Co. Also alles raus, was geht. Klasse, jetzt habe ich nicht mal mehr Zahnpasta zum Zähne putzen. Das heißt nicht, dass ich alles wegschmeiße, das wäre auch unsinnig, aber ich verzichte ja die folgenden 40 Tage und das ernsthaft. Und die Herausforderung soll ja sein, dass ich Lösungen finde.

Seife

Plastikseifenspender sind hier nicht erwünscht. Foto: Flöper

Kommen wir damit gleich zum positiven Aspekt: Ich habe Seife gekauft und Shampooseife, beides in Papier eingepackt. Duschen wird also kein Problem sein. Jetzt benutze ich die Haarseife ja schon ein paar Tage und bin völlig überzeugt, mein Haar ist irgendwie gesünder und weniger fettig. (Männer interessiert das hier eventuell weniger.)

Haarspülung und Haarkur vermisse ich nicht. Außerdem soll die Haarseife so lange halten, wie drei 250 ml-Flaschen Shampoo, sagte die Verkäuferin. Ich wasche mir oft die Haare, also mal sehen.