Plastikmüll wird auch Pottwalen gefährlich

Wissenschaftler der Tierärztlichen Hochschule Hannover veröffentlichten jetzt erste Obduktionsergebnisse zu den Anfang des Jahres gestrandete Pottwalen. 30 junge Bullen sind vermutlich Fischen oder Tintenfischen in die Nordsee gefolgt und qualvoll im flachen Wasser der Nordsee verendet. Die 13 Pottwale, die an unseren Küsten strandeten, starben an Herz-Kreislaufversagen. Beunruhigend aber ist, dass vier Tiere große Mengen Plastikabfälle gefressen hatten, darunter ein 13 Meter langes Fischernetz und die Plastikabdeckung eines Autos. Zwei Wale wären vermutlich früher oder später an dem für sie unverdaulichem Plastik gestorben.

Nicht das erste Mal, dass bekannt wird, dass auch die größten Bewohner der Meere, die Wale, von der zunehmenden Vermüllung betroffen sind. Im Jahr 2012 fanden Wissenschaftler in einem an der spanischen Küste gefundenen Pottwal 36 Quadratmeter Plastikfolie, die seinen Magen verstopft hatten. Er verhungerte mit vollem Magen. Etwa 10 Millionen Tonnen Plastik gelangen jedes Jahr in die Weltmeere. Bis zu einer Million Seevögel und Hundertausend Wale, Delfine und Robben sterben jedes Jahr an den Folgen. Sie verfangen sich in alten Netzen oder verwechseln Plastik mit ihrer natürlichen Nahrung. Lesen Sie mehr über die tödliche Gefahr von Plastik in den Ozeanen und erfahren Sie was wir dagegen tun können auf einer virtuellen Reise durch das NABU-Projekt Meere ohne Plastik.

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Gründe für Massenstrandung nicht abschließend geklärt
Alle gestrandeten Tiere waren laut Obduktionsergebnis bei guter Gesundheit und wohl genährt. Eigentlich hätten sie westlich an den britischen Inseln vorbeischwimmen sollen, in den weiten Atlantik Richtung Azoren. Doch auf der Jagd nach Beute, durch hydrographische Bedingungen oder Stürme, aber vielleicht auch durch den zunehmenden Unterwasserlärm sind sie von ihrem Kurs abgekommen und in den Tod geschwommen. Ganz aufklären lässt sich das vermutlich nie. Berichte von Pottwalstrandungen an unseren Küsten gibt es seit Jahrhunderten. Im flachen Wasser versagt ihr sonst so weit entwickeltes Sonarsystem, einmal gestrandet, erdrückt sie ihr eigenes Gewicht.

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Kim Detloff

Kim Detloff

NABU-Leiter Meeresschutz

4 Kommentare

Gitta M.

25.03.2016, 08:35

Sorry! Immer wieder diskutiert, aber würde es gesetzlich geregelt Plastik flaschen-Tüten usw aus dem Verkehr zu ziehen , wäre keine andere Wahl , wieder auf Glasflaschen und Taschen zurück zugreifen, aber das ist doch garnicht gewollt. ...dem Lobyismus sei dank.

B.Paul

26.03.2016, 09:50

Das ist so traurig. Leider kann ich nur bestätigen, das unsere Küsten zumüllen. Wenn wir uns den Urlaub an der Küste gönnen und bevor meine Kinder im Sand buddeln, laufe ich mit Einweghandschuhen umher und sammle den Müll auf, den andere Badegäste liegen lassen oder von der See angespült wurde.

Julian

27.03.2016, 21:14

Bei uns in der Region war das Motto während dem Kaneval "Stoppt Pastikmüll" oder so ähnlich. Jedenfall kamen viele statt in Fantasy Kostümen, als Pastik Sack um auf die Probleme mit dem Plastikmüll auf den Weltmeeren aufmerksam zu machen.

ambrosia.emporion.es

09.05.2016, 12:31

Wir brauchen kein Plastik. Leben ohne Plastik ist preiswerter, man spart Geld das man sinnvoller ausgeben kann, von der Lebensqualität ganz zu schweigen. Wir leben/arbeiten in StrandNähe, 10m vom Strand, ihr glaubt es nicht, ein Strandspaziergang ist wie eine Deponiewanderung. http://ambrosia.emporion.es/leben-ohne-plastik.html

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