Meere schützen Beiträge

Tag des Ostseeschweinswals: Und Nord Stream 2 gräbt im Meeresschutzgebiet

Tag des Ostseeschweinswals: Und Nord Stream 2 gräbt im Meeresschutzgebiet

Der 15. Mai wird uns als schwarzer Tag für den Ostsee- und den Klimaschutz in Erinnerung bleiben. Der Bau der umstrittenen Gaspipeline Nord Stream 2 hat trotz der im Februar vom NABU eingereichten Klage begonnen. Pünktlich zum Internationalen Tag des Ostseeschweinswals am 20. Mai sind fünf riesige Baggerschiffe in den Greifswalder Bodden eingelaufen und heben seit dem vor Lubmin die bis zu 80 Meter breiten Gräben aus. Für Schweinswale bedeutet das ohrenbetäubender Lärm, Sedimentfahnen, Flucht und Vertreibung. „Happy Baltic Harbour Porpoise Day“ – die Schweinswalpopulation in der zentralen Ostsee gilt als vom Aussterben bedroht und zählt weniger als 500 Tiere.

Wie steht es um die Ostsee?

Wie steht es um die Ostsee?

Am 6. März haben die Umweltminister der HELCOM-Vertragsstaaten eine neue Ministererklärung  unterzeichnet, die den Weg für zukünftige Maßnahmen zum Schutz der Ostsee ebnen soll. Für Deutschland war Bundesumweltministerin Barbara Hendricks in Brüssel mit dabei.

Fischerei in der Nordsee – Woche der Entscheidungen

Fischerei in der Nordsee – Woche der Entscheidungen

Nach langen Verhandlungen haben sich die EU-Fischereiminister am 13. Dezember auf die Fangquoten für das Jahr 2018 geeinigt. Die Fangquoten werden im Rahmen der Gemeinsamen Fischereipolitik der EU (GFP) vergeben und sollen sich an den wissenschaftlichen Empfehlungen des Internationalen Rates zur Meeresforschung (International Council for the Exploration of the Sea, ICES) orientieren, um eine nachhaltige Fischerei und damit eine langfristige Absicherung der Bestände zu gewährleisten. Leider wird bei den Entscheidungen der Fischereiminister häufig den monetären Interessen der Fischereiindustrie mehr Gewicht gegeben als den Naturschutzaspekten. So findet sich auch in den diesjährigen Fangquoten für die Nordsee und den Nordostatlantik Licht und Schatten.

Einigung auf Fangquoten

Einigung auf Fangquoten

Jedes Jahr schlägt die EU-Kommission auf Grundlage von wissenschaftlichen Empfehlungen des Internationalen Rates für Meeresforschung (ICES) den EU-Ländern konkrete Fangquoten vor. Die letztendlichen Quoten werden dann von den EU-Ministern beschlossen. Für das Jahr 2018 wurden für einzelne Fischarten zum Teil deutliche Beschränkungen der Fangquoten erwirkt. Dennoch bleiben die Beschlüsse teilweise hinter den Empfehlungen des ICES zurück und sind nicht ausreichend, um gesunde Fischbestände in der Ostsee zu erhalten beziehungsweise wieder herzustellen.

Unter Segeln für den Schutz von Nord- und Ostsee

Zehn Tage lang waren mehr als 30 NABU-Aktive mit dem Traditionssegler „Ryvar“ unterwegs und haben sechs Häfen besucht und drei Fachgespräche bzw. Podiumsdiskussionen durchgeführt. Hunderte Menschen waren bei uns an Bord oder an den Infoständen der „NABU macht Meer“-Tour und haben sich über die aktuellen Herausforderungen im Meeresschutz informiert. Unsere Botschaft ist klar: Deutschland braucht einen Kurswechsel in der Meerespolitik. 50 Prozent der Schutzgebiete müssen der Natur vorbehalten sein und eine eigene Meeresschutzbehörde muss aufgebaut werden.

Weltnaturerbe auf dem Großsegel

Weltnaturerbe auf dem Großsegel

Die „NABU macht Meer“-Tour nähert sich dem Ende, vorletzte Station war am Mittwoch. Die „Ryvar“ lag am Anleger an der Alten Liebe und bot ein buntes Programm. Am frühen Abend gab es eine Podiumsdiskussion zum Weltnaturerbe Wattenmeer und abends Kino auf dem Großsegel mit Popcorn und Getränken.

Podiumsdiskussion in Cuxhaven – beim Thema Kitesurfen scheinen die Fronten verhärtet. Foto: NABU/Volker Gehrmann

Um 18 Uhr ging es um das Miteinander von Schutz und Nutzung im Nationalpark Wattenmeer. Neben dem NABU-Landesgeschäftsführer aus Niedersachsen waren Vertreter der Kurdirektion, des Alfred-Wegener-Instituts, der Nationalparkverwaltung und der Fischerei dabei. Dabei gab es einen kurzweiligen und spannenden Austausch unter anderem zu den Themen Plastikvermüllung, Wassersport und Fischerei im Nationalpark. Etwa 90 Zuhörer waren gekommen.

Schlecht, schlechter, Butendiek

Schlecht, schlechter, Butendiek

Gestern erreichten wir die vierte Station der „NABU macht Meer“-Tour: In Husum führten wir ein Fachgespräch zum Thema Offshore-Windkraft und Vogelschutz. Im Mittelpunkt stand dabei der Offshore-Windpark Butendiek westlich von Sylt. Dieser vertreibt streng geschützte Vögel wie Pracht- und Seetaucher weiträumig aus dem Vogelschutzgebiet „Östliche Deutsche Bucht“. Denn die Vögel meiden die riesigen Windräder in einem Abstand von über zehn Kilometern, und dadurch gehen ihnen 20 Prozent des für sie ausgewiesenen Schutzgebietes verloren. Das ist das bittere Fazit unseres Fachgesprächs. Seit drei Jahren klagt der NABU gegen den Park Butendiek, der wohl an dem schlechtesten Standort realisiert wurde, der in der deutschen Nordsee zu finden ist. Das Seegebiet ist auch die Kinderstube des Schweinswals.

Schutzgebiete brauchen Schutz

Schutzgebiete brauchen Schutz

Am Samstagnachmittag, dem 5. Tag der „NABU macht Meer“-Tour, stand eine Podiumsdiskussion vor dem Kieler Landtag im Programm. Mit dabei der Staatssekretär aus dem Bundesumweltministerium Jochen Flasbarth, Manfred Bohlen aus dem schleswig-holsteinischem Landesumweltministerium, Gerhard Philipp Süß vom Deutschen-Segler-Verband und für den NABU Ingo Ludwichowski und Dr. Kim Detloff. Die gemeinsame Botschaft: um die Artenvielfalt in Nord- und Ostsee zu schützen, brauchen wir nutzungsfreie Flächen, in denen die Natur auch wirklich Natur sein darf.

So sehen Gewässerretter aus

Kiel ahoi! Wir haben uns ganz besonders auf die Hansestadt gefreut, denn heute haben wir einiges vorgehabt! Bereits heute Mittag steuerten wir den Kieler Landtag an. Begleitet von unseren Partnern, den Kanuten, Seglern und Tauchern, haben wir ein Zeichen gegen die Müllflut in unseren Meeren setzen – und zeigen, was jeder einzelne von uns dagegen tun kann. Große Unterstützung erhielten wir auch durch den blauen Segler Traumdrache, der zur Stiftung Drachensee gehört.

Unsere Meere sind keine Müllkippen

Unsere Meere sind keine Müllkippen

Tag drei der unserer „NABU macht Meer“-Tour: Heute machen wir Stopp in Burgstaaken auf Fehmarn und haben ein ernstes Anliegen mit im Gepäck: Plastikmüll und seine Folgen für die Meere. Das Problem ist gravierend, denn weltweit gelangen jedes Jahr zwischen fünf und 13 Millionen Tonnen davon allein von Land aus in die Weltmeere. Auch die Nord- und Ostsee bleiben davon nicht verschont. Auf Fehmarn liegen etwa 70 Müllteile auf 100 Meter Küste, an den Stränden des Wattenmeers sind es über fünfmal so viel.