DIY-Frühjahrsputz: Nachhaltig Putzen mit fünf Zutaten – auch in Corona-Zeiten

DIY-Frühjahrsputz: Nachhaltig Putzen mit fünf Zutaten – auch in Corona-Zeiten

Es hat uns ganz schön im Griff, dieses Corona-Virus, und stellt dabei einiges auf den Kopf. Von Hamsterkäufen über Homeoffice und Isolation, man kommt kaum daran vorbei. Aber was tun mit der vielen Zeit, die wir gerade zu Hause verbringen? Viele fangen gerade an zu basteln, zu gärtnern und zu werkeln, andere nehmen sich die Zeit für einen ordentlichen Frühjahrsputz – und greifen dabei nach der Chemiekeule oder vermeintlich „natürlichen“ Putzmitteln, die aber trotzdem unserer Umwelt schaden. Dabei kannst du mit nur fünf Zutaten, die immer bereit stehen, gründlich, umweltfreundlich und günstig putzen!

Die Zauberwörter heißen Zitronensäure, Soda, Natron, Essig und Kernseife. Das war’s auch schon mit der Zauberei, mehr brauchst du nicht. Diese Grundzutaten reichen theoretisch aus, um ein ganzes Putzregal zu ersetzen und sind dabei auch noch umweltfreundlicher, weil sie keine toxischen Substanzen enthalten und vergleichsweise gut abbaubar sind. So kannst du selbst Spülmittel, Scheuerpaste, Allzweckreiniger, Glasreiniger, Bodenreiniger, Abflussreiniger und noch viel mehr herstellen.

Auch Putzmittel mischen will gelernt sein

Im Internet wimmelt es vor lauter Do-it-yourself-Putzmitteln, so wirst du beispielsweise bei Smarticular und Utopia fündig (beachte dabei aber bitte Tipps 8 und 9!). Auch meine Kollegin Nicole hat einige Rezepte im Selbstversuch ausprobiert. Aber auch hier gilt: Es ist nicht alles Gold was glänzt und nicht jede*r wird glücklich mit selbstgemischten Putzmitteln. Wenn du doch lieber zu handelsüblichen Putzmitteln greifst, kannst du Indras Tipps beachten.

Es kursieren auch einige Rezepte in den Untiefen des Netzes, von denen du eher die Finger lassen solltest. Beispielsweise warnen Stiftung Warentest und viele Wasch- und Spülmaschinenhersteller vor dem Einsatz selbstgemischter Wasch- und Spülmaschinenpulver, da diese bei falscher Dosierung die Maschine schädigen könnten und auch Substanzen wie Enthärter darin fehlen. Ich habe selbst noch keine Erfahrung mit DIY-Pulver für Wasch- und Spülmaschine gesammelt, aber ich kann Zitronensäure, Natron und Co. wirklich als Allround-Helfer gegen verschiedene Flecken und zum Putzen empfehlen. Wenn du dich auch gerne einmal ins DIY-Land begeben möchtest, dann gebe ich dir diese elf Tipps mit auf die Reise.

 

Was die fünf Mittel bewirken und was du beim DIY-Putzen beachten solltest:

  1. Bombenmittel: (Langzeit-)Ablagerungen in Abflüssen, aber auch im Backofen lassen sich mit einem Teil Soda, einem Teil Essig und etwas heißem Wasser lösen.
  2. Scheuerkraft: Ein bisschen in Wasser gelöstes Natron eignet sich prima als Scheuerpaste.
  3. Tiefenreinigung: Eine gründliche Reinigung bringen Rezepte, in denen Soda und Zitronensäure zusammentreffen.
  4. Glanzleistung: Glänzende Oberflächen (Fenster, Böden etc.) lassen sich mit selbstgemischten Essigreinigern zaubern – beispielsweise einem Allesreiniger mit einem Teil Essigessenz und zehn Teilen Wasser.
  5. Sauer macht glücklich: Kalkflecken, Kalk- und Teeränder im Wasserkocher und der Teekanne entfernt man ganz einfach mit in heißem Wasser gelöster Zitronensäure.
  6. Seifenparty: Fettflecken und -reste eliminiert man mit Seifenlauge, die die Fette spaltet.
  7. Proteinbombe: Eiweißflecken lassen sich mit in kaltem Wasser gelöstem Soda beheben.
  8. Zu viel des Guten: Achte darauf, dass du die Zutaten nicht übermäßig dosierst. Hochkonzentriert können beispielsweise Zitronensäure und Essigessenz auch Schlimmeres anrichten.
  9. No-Go-Zutat: Ätherische Öle! Diese Öle, wie beispielsweise Orangen-, Zitronen- und Lavendelöl kommen zwar aus der Natur, sind aber schwer abbaubar und äußerst schädlich für Wasserorganismen. Daher kommen sie nicht in meine selbstgemachten Putzmittel und können in DIY-Rezepten einfach weggelassen werden. Auch vermeintliche natürliche Putzmittel und Waschmittel enthalten häufig diese Öle und sollten daher vermieden werden. Ich kaufe stattdessen Produkte mit dem Blauen Engel, denn dieses Siegel bestätigt die Umweltverträglichkeit.

Next Level nachhaltig putzen – nicht nur umweltverträgliche Zutaten, sondern auch Materialien:

  1. Secondhand-Helfer: Verwende alte (Sprüh-)Flaschen, Schraubgläser und andere Verpackungen wieder, um deine selbstgemachten Putzmittel zu lagern, statt neue Behälter zu kaufen.
  2. Stoff zum Nachdenken: Verwende wenn möglich waschbare Putzlappen aus natürlichen Materialien oder Mikrofaser. Lass sie immer richtig trocknen, sodass sich Keime darin schlecht vermehren können und wasche sie regelmäßig. Für alte DIY-Hasen: Diese Stoffputzlappen kann man nicht nur kaufen, sondern auch selbst nähen aus Stoffresten, alten T-Shirts und gebrauchten Handtüchern.

 

Mit diesen Tipps bist du bereit für einen richtigen Frühjahrsputz, der nicht nur dein Zuhause, sondern auch unsere Umwelt sauber hält. Gutes Wischen, Schrubben und Gelingen!

Für mehr nachhaltige Alltagstipps schau mal auf unserer Seite www.NABU.de/Action vorbei und abonniere unseren Newsletter, um wöchentliche Tipps zu erhalten!

Melanie Meier

Melanie Meier

Referentin für Nachhaltigkeitskommunikation
Melanie Meier

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6 Kommentare

Angela Schell

04.04.2020, 19:08

Super ! Und wenn dann auch noch auf den Mondstand geachtet wird, gelingt der Hausputz immer! Herzliche Grüße von Angela Schell.

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Gina

04.04.2020, 15:45

Danke für die Aufklärung über Orangenöl! Das wusste ich nicht und hab es extra gekauft, weil ich dachte es ist umweltfreundlicher. Böse Falle....

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Michel

31.03.2020, 02:49

Es stört mich nur ein einzelner Punkt in ihrem wirklich guten Artikel. Microfasertücher. Fangen wir mal uns Grundsätzlich vom Plastik zu verabschieden. Wir konnten Jahrtausende ohne Kunststoffe leben, das schaffen wir sicher Heute auch noch wenn wir wollen :) Naturverträgliche Grüße, Michel

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Melanie Meier

Melanie Meier

31.03.2020, 13:34

Hallo Michel, danke für dein Feedback! Die Microfasertücher habe ich für die Frühjahrsputzer*innen aufgenommen, die sich das Putzen mit Stofflappen nicht vorstellen können, weil diese langsamer trocknen und bei höheren Temperaturen gewaschen werden müssen. In dem Fall stellen Microfasertücher weniger ein Problem dar, als herkömmliche Kunststoff-Schwämme, aus denen sich viel mehr Mikroplastik herausspült und das wollen wir ja alle vermeiden 🙂 Nachhaltige Grüße Melanie

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Reinhard Laszig

30.03.2020, 11:29

Endlich wird der Blick einmal auf ein wirklich bestehendes und völlig unterbewertetes Problem gerichtet! Nicht nur Autos etc. sind Umweltverschmutzer, nein ,auch die tausende Tonnen Haushaltschemikalien sind es , die die Umwelt belasten. Die durch Papiertüten mit einer katastrophalen Energiebilanz ersetzten Plastiktüten sind un unseren Breiten dagegen kein Problem. Als Vogelwart an der Nordsee wäre ich froh gewesen, wenn ich in einer Woche mal eine Tüte gefunden hätte, in die ich die Behälter für Putzmittel, Netzreste etc.. hätte einsammeln können.(ein blauer Sack tat es auch) Herzliche Frühjahrsgrüße Reinhard Laszig

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Melanie Meier

Melanie Meier

30.03.2020, 16:19

Lieber Herr Laszig, schön, dass mein Beitrag ihnen gefallen hat. Sie können ihn gerne weiterleiten, vielleicht lernt so manch einer noch etwas neues dazu. Toll, dass sie sich so für den Umweltschutz einsetzen! Herzliche Grüße Melanie Meier

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