„Ular besar“ – was raschelt denn da im Gebüsch?

„Ular besar“ – was raschelt denn da im Gebüsch?

Dass es kein kleiner, niedlicher Koboldmaki ist, der sich da ins Dorf verirrt hat, ist uns beim Anblick der beunruhigten Dorfbewohner sofort klar. Bei der Rückkehr von unserer gestrigen Abendtour fanden wir das Dorf in heller Aufregung vor. Und nein, mit einem Koboldmaki hatte „Ular besar“, zu Deutsch „große Schlange“ tatsächlich so gar nichts gemein.

Ein rund fünf Meter langer Netzpython (Malayopython reticulatus) schlängelte sich auf der Suche nach Nahrung durch das Dorf. Von unseren Guides Djoko und Fauzan erfahren wir, dass nur selten Menschen von größeren Pythons gefressen werden. Die Hühner und Ziegen der Dorfbewohner allerdings stehen häufiger auf dem Speiseplan. Die Dorfbewohner haben das Tier daher überwältigt und mit einer Machete getötet. Einerseits tut uns der Python leid, andererseits haben wir Verständnis,  dass die Dorfbewohner ihr Vieh schützen wollen. So wurde der Jäger selbst zum Gejagten und wurde anschließend zerlegt und gegessen. Auch für die Bewohner von Makarti Jaya ist so ein nächtlicher Besuch nicht alltäglich, aber so langsam kehrt wieder Ruhe ein.

Was für ein Abend! Obwohl wir es toll finden, dass hier jeder Tag ein Abenteuer ist, die nächsten Touren dürfen gerne wieder etwas weniger aufregend enden!

Lara Shirin Bienkowski und Simon Stephan

Titelbild: Netzpython – Foto: Lara Shirin Bienkowski

Simon Stephan

Simon Stephan

studiert an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde in dem Studiengang International Forest Ecosystem Management. Seine Liebe zu den Waldökosystemen der Erde wurde durch eine Reise in die kanadischen Outbacks geweckt. Sein Interessengebiet umfasst insbesondere das Feld der Umweltbildung und die Anwendung geographischer Informationssysteme zur Lösung umweltrelevanter Problemstellungen. Im Rahmen eines Auslandspraktikums beim NABU ist er mit einem Team von Wissenschaftlern auf Sulawesi unterwegs um die Frage zu klären, ob die Sulawesi-Tarsier als Indikatorarten für den Zustand des Regenwaldes geeignet sind.
Simon Stephan

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