4 Uhr am Morgen: Die Suche beginnt

4 Uhr am Morgen: Die Suche beginnt

Wir sind zu Gast bei einer herzlichen Familie von Kakaobauern im letzten Dorf am Rande des Regenwalds. Rund 400 Kleinbauern wohnen hier, leben zwischen Ziegen, Kakao und vielem mehr. Endlich macht sich auch unser Sprachkurs bezahlt, denn Englisch spricht hier niemand mehr.

Jetzt können wir mit der eigentlichen Arbeit loslegen, der Suche nach Koboldmakis. Die kleinen nachtaktiven Äffchen aufzuspüren geht am besten, wenn man sich an ihren akustischen Signalen orientiert. Um die Datenaufnahme zu optimieren, führen wir zunächst einmal einige Testversuche in einer Art Agroforstlandschaft außerhalb des Waldes durch. Bevor wir in den Regenwald starten, müssen die Abläufe und Handgriffe sitzen, da die kurzen Ruflaute der Tiere sonst schnell verpasst sind.

Unser Tag beginnt bereits um 4 Uhr morgens, wenn wir uns mit unseren beiden Guides an der Dorfbrücke treffen. Von nun an laufen wir in und entlang knöcheltiefem Wasser und lauschen nach den kleinen Affen. Koboldmakis halten sich gerne an den insektenreichen Flussufern auf, um dort ihre Nahrung zu jagen. Die Flüsse überqueren sie dort, wo sich die Baumkronen beider Uferseiten berühren. Sind die Flüsse zu groß oder die Bäume bereits abgeholzt, geht es für die Koboldmakis nicht weiter. Dies stellt an den eher kleinen Flussläufen, denen wir zunächst folgen, allerdings noch kein Problem dar, häufig haben wir sogar ein ganzes Vegetationsdach über uns. Nach drei  anstrengenden, aber auch eindrucksvollen Übungsstunden kehren wir wieder zurück ins Dorf. Auf dem Weg nach Hause werden wir noch auf eine frische Melone und einen Kaffee eingeladen. Um etwas Schlaf nachzuholen, legen wir uns zur Mittagszeit aufs Ohr, bevor wir uns 17 Uhr wieder mit unseren Guides zur Abendtour treffen.

Titelbild: Simon Stephan

Lara Shirin Bienkowski und Simon Stephan

Lara Shirin Bienkowski

Lara Shirin Bienkowski

studiert „International Forest Ecosystem Management“ an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde. Der Bachelorstudiengang befasst sich neben der Lehre nachhaltiger Waldbewirtschaftungsmethoden zu einem erheblichen Teil mit Naturschutz. Während des Studiums hat sich Lara Shirin vor allem auf die sozialen Aspekte in der Entwicklungszusammenarbeit, wie interkulturelle Kommunikation und Umweltbildung spezialisiert. Praktische Erfahrungen konnte sie in erster Linie in den Bereichen Wildtiermanagement und Umweltmonitoring sammeln. Im September 2017 reist sie im Auftrag des NABUs im Rahmen eines halbjährigen Praktikums nach Indonesien, Sulawesi, um gemeinsam mit der BirdLife-Partnerorganisation „Burung Indonesia“ die Lebensraumansprüche der endemischen Koboldmakis zu erforschen.
Lara Shirin Bienkowski

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1 Kommentar

Ruth

09.12.2017, 12:23

Hallo Lara, schon dein Studium finde ich super gut. Es ist wichtig, Nachhaltigkeit zu pflegen und zu leben. Die Suche nach den Koboldmakis ist sicher ein besonderes Highlight deines Aufenthaltes in Indonesien. Dir und Simon wünsche ich viele schöne Eindrücke und Erfolge bei euren Expeditionen und sende euch alle guten Wünsche für eure weitere Zukunft. Viele Grüße Ruth

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