Biodiversität – Theorie und Praxis

Biodiversität – Theorie und Praxis

Zurück im Dorf gibt es erstmal eine Dusche! Nach sechs erfolgreichen Tagen in dem Waldgebiet, in dem der NABU eines seiner Regenwaldschutzprojekte hat, sind wir nun zurück in unseren vier Holzwänden. Neben einer Menge neuer Erfahrungen haben wir vor allem Daten und Rufaufnahmen der Koboldmakis mitgebracht.

 

Auch wenn es schon häufig Inhalt unseres Studiums war, bekommen wir erst hier wirklich das Gefühl zu verstehen, was das Wort „Biodiversität“ eigentlich bedeutet. Die Vielfalt an verschiedenen Tiergruppen –  von Insekten über Vögel bis hin zu den Koboldmakis – ist riesig und einzigartig.

Die Region, in der wir uns befinden, zählt zu einem der 35 Biodiversitätshotspots unserer Erde und heißt „Wallacea“, benannt nach einem der Mitbegründer der Evolutionstheorie, Alfred Russel Wallace. Bevor unsere Abendtouren während unseres Waldaufenthaltes der letzten Tage begannen, sind wir daher gerne nochmal auf Erkundungstour bei Tageslicht gegangen, um die Naturschauspiele des Waldes und seiner Bewohner zu beobachten. Neben bizarr aussehenden Raupen und dem großen, wirklich eindrucksvollen Helmhornvogel konnten wir sogar fünf Koboldmakis sehen. Das ist weitaus mehr, als wir uns erhofft hatten. Sie befanden sich an drei verschieden Standorten, an zweien konnten wir jeweils ein Pärchen beobachten. Leider gelang es uns nicht immer, ein gutes Foto zu schießen. Mit dem Mikrofon in der Hand und den Rufaufnahmen beschäftigt ist das auch gar nicht so einfach.

Nun heißt es aber erstmal: Vorräte auffüllen und das Erlebte verarbeiten. Die gesammelten Daten, wie die Rufaufnahmen der Affen und Daten zu den Waldzuständen, müssen sobald wie möglich digitalisiert und gesichert werden. So können diese, mit einem hohen Arbeitsaufwand verbundenen Informationen, nicht mehr verloren gehen.

Lara Shirin Bienkowski und Simon Stephan

Titelfoto: Biodiversität sieht im Regenwald noch einmal ganz anders aus – Foto: Lara Shirin Bienkowski

Simon Stephan

Simon Stephan

studiert an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde in dem Studiengang International Forest Ecosystem Management. Seine Liebe zu den Waldökosystemen der Erde wurde durch eine Reise in die kanadischen Outbacks geweckt. Sein Interessengebiet umfasst insbesondere das Feld der Umweltbildung und die Anwendung geographischer Informationssysteme zur Lösung umweltrelevanter Problemstellungen. Im Rahmen eines Auslandspraktikums beim NABU ist er mit einem Team von Wissenschaftlern auf Sulawesi unterwegs um die Frage zu klären, ob die Sulawesi-Tarsier als Indikatorarten für den Zustand des Regenwaldes geeignet sind.
Simon Stephan

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