Boykott Elektroschrott

Ein neues Gesetz verhindert, dass zukünftig mehr Elektroschrott ein zweites Leben eingehaucht bekommt. Handy, Toaster, Herd und Lampe will jeder irgendwann einmal loswerden. Das Gesetz, das den Umgang mit dem vermeintlichen Elektroschrott regelt, ist Anfang Juli vom Bundestag mit den Stimmen der Regierungskoalition verabschiedet worden.

Diese Elektrogeräte sind für den Second-Hand-Markt verloren, weil mit ihnen nicht sorgsam genug umgegangen wurde - Foto: NABU/B. Bongardt

Diese Elektrogeräte sind für den Second-Hand-Markt verloren, weil mit ihnen nicht sorgsam genug umgegangen wurde – Foto: NABU/B. Bongardt

Nun ist es nicht so, dass es vorher keine Regelung gab, im Gegenteil: Die Grundsätze bleiben. Alte Elektrogeräte sind Sonderabfall, der beim Wertstoffhof oder im Einzelhandel abzugeben ist. Deutschland muss Minimummengen einsammeln. Die gesammelten Geräte müssen von Schadstoffen befreit und vor allem die Metalle ins Recycling geschickt werden.

Plastic Bag Free Day 2015 – sag nein zur Plastiktüte!

Wer kennt das nicht? Überquellende Tütenberge zuhause, weil man gar nicht so schnell schauen kann, wie die Kaufhauseinkäufe in der Tüte verschwinden. Weil man schon wieder die Tasche zuhause vergessen hat oder ganz spontan einkaufen war. Inzwischen stapeln sich zudem nicht nur Plastiktüten, sondern auch Jutebeutel, weil man an der Kasse oft aus schlechtem Gewissen zum Baumwollbeutel greift statt zur verachteten Plastiktüte.

Über 70 Plastiktüten pro Jahr und Person in Deutschland

Viele Plastiktüten werden einem beim Einkauf ungefragt aufgedrängt oder man zahlt sogar noch freiwillig dafür, um als lebende Werbefläche eingesetzt zu werden: Aktuell verbraucht jeder in Deutschland mehr als 70 Plastiktüten pro Jahr – da sind die dünnen Beutelchen aus der Apotheke oder aus der Gemüseabteilung noch gar nicht mitgerechnet, genau wie die dicken Henkeltüten aus dem Discounter.

„Sharing Non-Economy“ statt „Sharing Economy“

Zum heutigen Verbrauchertag hat der Bundesverband der Verbraucherzentralen und Verbraucherverbände das Thema „Sharing“ aufs Programm gesetzt. Eigentlich hatte das Thema seine Hochphase schon vor zwei Jahren, als „Sharing“, „Teilen“ und „Collaborative Consumption“ medial erst völlig überbewertet, und dann als Unterwanderung von Sozialstandards und als neues Geschäftsmodell hoch kapitalistischer Start-Ups genauso stark kritisiert wurde.

Nachbarschaftliches Leihen von Werkzeugen hat einen umweltfreundlichen Mehrwert. Foto: Pumpipumpe

Nachbarschaftliches Leihen von Werkzeugen hat einen umweltfreundlichen Mehrwert. Foto: Pumpipumpe

Aktuell hält Uber das Thema noch in der Diskussion, weil Städte, Kommunen und die Taxibranche gerichtlich gegen Uber vorgehen. Aber ist es ruhig geworden um die Idee, mit einer Stärkung des Konzepts „Nutzen statt Besitzen“ auch Umweltvorteile zu erzielen. Das hat auch der NABU mit dem Konzept verbunden und daher 2012 mit der Heinrich Böll Stiftung die erste Studie zum Thema in Auftrag gegeben.

Mitmachen beim Wettbewerb „BodenWertSchätzen“ – und bis zu 5.000 Euro gewinnen

Die Bundesregierung hat sich vorgenommen bis zum Jahr 2020 nur noch 30 Hektar pro Jahr neu in Anspruch zu nehmen. Dafür hat sie nur noch fünf Jahre Zeit – ambitioniert, wenn man bedenkt, dass es aktuell noch immer gut 70 Hektar im Jahr verbraucht werden. Das entspricht umgerechnet 100 Fußballfelder pro TAG! Würde das 30-Hektar-Ziel schon heute gelten, hätten Anfang Juni bereits die Bagger in Deutschland still stehen müssen.

Green World © Ella Sarkisyan - Fotolia

„BodenWertSchätzen“ – Gruppen können sich noch bis 31.7.2015 bewerben und bis zu 5.000 Euro gewinnen. Foto: Green World © Ella Sarkisyan – Fotolia

Weltweit sieht es auch nicht besser aus. Statt den Boden und damit unsere Lebensgrundlage zu schützen, gehen weltweit jährlich rund 24 Milliarden Tonnen fruchtbaren Bodens verloren. Bodenschutz lässt sich darum nicht mehr länger vertagen.

Steuer auf Coffee-to-go-Becher?

Um der wachsenden Coffee-to-go-Becherflut Einhalt zu gebieten, denken Berliner Politiker derzeit über eine Steuer auf die Einwegbecher nach. Diese könnte einen Becher bis zu 20 Cent teurer machen. Nach Schätzungen der Verbraucherzentrale Hamburg fallen in Deutschland fast 6,5 Milliarden Einwegbecher jährlich an. Daher ist es – unabhängig von der Diskussion um juristische Machbarkeit einer Steuer – ein wichtiger Vorstoß, damit das Thema mehr in der Öffentlichkeit diskutiert wird.

Immer mehr Einwegbecher samt Plastikdeckel landen in der Müllverbrennungsanlage - Foto: NABU/E. Neuling

Immer mehr Einwegbecher samt Plastikdeckel landen in der Müllverbrennungsanlage – Foto: NABU/E. Neuling

Bundesregierung lässt Marshall-Inseln im Stich

Am vergangenen Wochenende fand in London die 68. Sitzung der Internationalen Schifffahrtsorganisation der Vereinten Nationen (IMO) statt. Erstmals überhaupt stellte dabei ein Staat – die Marshall Inseln – einen Antrag, Schritte zu einem verbindlichen Minderungsziel für CO2-Emissionen für die weltweite Schifffahrt einzuleiten.

Imo-Sitzung im Mai 2015 – Foto: NABU/Julia Balz

Doch leider ist der Vorstoß der pazifischen Inselstaaten auf wenig Widerhall gestoßen. Auch die deutsche Bundesregierung, die sich gerne als Vorreiter in Sachen Klimaschutz sieht und den Antrag hätte unterstützen müssen, hat die Marshall Islands im Regen stehen lassen und sich nicht für Schritte gegen den Klimawandel stark gemacht.

Dabei wird der Schifffahrt ein Anstieg ihrer CO2-Emissionen bis zum Jahr 2050 um bis zu 250 Prozent prognostiziert – ein Minderungsziel ist also dringend geboten! Andere Sektoren haben dieses längst eingeführt und werden ihre Emissionen mutmaßlich ab 2020 reduzieren. Angesichts der Dringlichkeit des Klimawandels ist das Ergebnis der IMO-Sitzung und das Nicht-Handeln der Bundesregierung ein fatales Signal. Sie muss sich nun bei den entscheidenden Weltklimaverhandlungen im Dezember dringend dafür engagieren, dass sich die IMO für ein ambitioniertes Minderungsziel einsetzt.