Endlich: Ästlinge vor der Kamera

Eben haben wir noch geschrieben, dass wir leider seit dem Ausfliegen noch keine Aufnahme der Jungkäuze haben. Jetzt erst haben wir dank einer aufmerksamen Zuschauerin (vielen Dank!) entdeckt, dass gestern Abend einer der Ästlinge tatsächlich dem Nistkasten einen kurzen Besuch abgestattet hat. Hier ist ein erstes Standbild, das Video reichen wir morgen nach.

Erste Webcam-Aufnahme eines unserer Jungkäuze seit dem Ausfliegen am 7. Mai.

Ganz schön groß ist das Junge inzwischen, aber man erkennt, dass es noch fast vollständig im Daunenfederkleid ist und die endgültigen Deckfedern noch fehlen. Die Schwungfedern sind aber schon alle da, auch wenn sie noch ein bisschen wachsen müssen.

P.S.: In der folgenden Nacht fängt die Kamera sogar zwei Ästlinge ein. Sie verbringen knapp eineinhalb Stunden neben und auf dem Nistkasten. Meist ist nur einer zu sehen, aber kurzzeitig auch zwei gleichzeitig.

Zwei der Jungkäuze auf dem Dach des Nistkastens in der Nacht vom 22. auf den 23. Mai.

 

Neues von unseren Ästlingen

Am 7. Mai waren Kauzi, Charlie und Paule aus dem Nistkasten gesprungen. Seitdem haben wir sie nicht einmal mit der Außenkamera entdecken können. Der erste Flattersprung ging in die Tiefe. Dort gibt es aber noch einige Äste, so dass wir davon ausgehen können, dass sie nicht wie das Trio in unserem Beispielbild auf dem Boden gelandet sind.

Die Kollegen vom NABU Reinickendorf haben inzwischen ein paar Mal vor Ort nachgesehen und -gehört und dazu mit den Nachbarn gesprochen. Was sie herausgefunden haben, freut uns sehr: Zumindest das Weibchen und mindestens einer der drei Jungkäuze ist noch ganz in der Nähe des Nestes unterwegs. Beide sind regelmäßig zu hören. Natürlich kann es sein, dass auch die anderen beiden Jungkäuze noch dabei sind. Einmal konnte ein Nachbar einen der Jungkäuze sogar in der Fichte sitzen sehen, in der Papa Kauz gerne rastete, bevor er später am Morgen den Kasten anflog.

Drei Waldkauz-Ästlinge, aber nicht unsere! Foto: NABU/Diana Gevers

Die Käuze halten sich tagsüber gut versteckt und verhalten sich möglichst ruhig, um nicht von den nervigen Eichelhähern entdeckt zu werden. Trotzdem kann man in der direkten Nestumgebung noch häufig das Zetern der Eichelhäher hören – ein sicheres Zeichen, dass sich dort noch Käuze verstecken. Die anderen Jungkäuze könnten sich auch über die angrenzenden Gärten verteilt haben. Leider ist eine gezielte Nachsuche auf diesen Privatgrundstücken nicht möglich.

Etwa einen Monat lang werden die Jungkäuze nach dem Verlassen des Nestes noch von den Eltern gefüttert – also mindestens noch zwei Wochen. Auch danach sind sie noch lange nicht selbständig. Dafür benötigen sie etwa drei Monate.

 

Hoffnungsschimmer für die Meere?

Hoffnungsschimmer für die Meere?

Wochenlang hatten wir darauf hingearbeitet. Heute, am 17. Mai, diskutierte der Umweltausschuss das novellierte Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG). Im Mittelpunkt stand die Debatte um den Meeresschutz. Verschiedene Experten, überwiegend Juristen, aber auch die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) waren eingeladen, den Gesetzentwurf zu bewerten. Und für alle wurde deutlich: das Einvernehmen im Paragraf 57 muss gekippt werden. Es gab tatsächlich nicht eine einzige Stimme aus der Reihe der Fachleute und der Parlamentarier, die sich für die geplante Änderung stark machte. Dafür wurde sichtbar, was wirklich auf dem Spiel steht und welche Gefahren das geplante Vetorecht im 57er birgt:

Vielfältiger Speisepan: Nachlese zur Futtersituation der Käuze

Die Nest-Saison 2017 ist für das Berliner Waldkauzpaar vorüber. Außerhalb des Nestes geht die harte Arbeit des Jungenfütterns zwar noch weiter, aber wir werden vermutlich kaum mehr Fütterungen mit der Webcam aufzeichnen können. Zeit, das Nahrungsspektrum unserer Käuze genauer zu analysieren.

Dank der modernen Technik können wir jede einzelne Fütterung nachvollziehen und die Beutetiere meist gut bestimmen. Wir arbeiten gerade an dieser Auswertung und werden hier demnächst einen „Endstand“ des Speiseplans einstellen.

Kauzi, Charlie und Paule fliegen aus

Am Ende ging es schnell: Am Sonntag, den 7. Mai, sind alle drei verbliebenen Waldkauzjungen in Berlin innerhalb eines Tages ausgeflogen. Dabei hat sicherlich geholfen, dass dies der erste wirklich warme und verlässlich trockene Tag seit langem war – auch der Samstag war schon nicht schlecht.

Das erste Junge, Kauzi oder Charlie, hat schon am frühen Morgen um 2:32 Uhr den Sprung in die Tiefe gewagt. Es war 34 Tage alt.

Das zweite folgte erst in der folgenden Nacht, allerdings schon bald nach Sonnenuntergang um 21:07 Uhr, ebenfalls 34 Tage alt.

Drama in Berlin – R.I.P. Bilbo

Was viele Kommentatoren unserer Waldkauz-Webcam in den letzten Tagen befürchtet hatten, ist jetzt doch eingetreten: Das jüngste der vier Waldkauz-Küken (Bilbo) ist tot. Zwar ist es nicht ungewöhnlich, dass nicht alle geschlüpften Jungen bis zum Ausfliegen überleben, aber der sehr späte Zeitpunkt des Todes (Bilbo wurde 28 Tage alt) hat auch Fachleute überrascht.

Bis 11:31 Uhr scheint Bilbo noch völlig normal und keineswegs geschwächt. Er ist 4 Tage jünger als die beiden ältesten Jungen und zieht bei vielen Fütterungen den Kürzeren. Er wächst daher langsamer, was aber kein Problem sein muss, da er ansonsten gesund erscheint.