Berlin: Das erste Junge ist geschlüpft!

Jaaa! Endlich ist auch in Berlin das erste Junge geschlüpft! Gesehen haben wir es bisher zwar noch nicht, weil Mama heute erstmalig auf ihren frühabendlichen Ausflug verzichtet, aber soeben (3. April, 20:53 Uhr) konnte man sehen, wie sie eine halbe Eischale vertilgt hat. Das ist ein sicheres Zeichen dafür, dass mindestens ein Junges geschlüpft ist.

Das Weibchen frisst eine Eischale

Das Weibchen frisst eine Eischale: Sicheres Zeichen für ein geschlüpftes Junges.

Im Nordosten nichts Neues

Der berechnete Schlupftermin der ersten beiden Küken in Berlin-Reinickendorf ist verstrichen, und trotzdem ist noch alles beim Alten: Vier Eier im Nest und keine Anzeichen, dass hier schon jemand von innen an der Eischale herumpickt. Beim letzten 10-minütigen Ausflug des Weibchens heute morgen gab sie kurz einen Blick auf das Gelege frei:

Heute morgen: Immer noch vier unversehrte Eier in Berlin-Reinickendorf

Heute morgen: Immer noch vier unversehrte Eier in Berlin-Reinickendorf

Vermutlich waren wir etwas optimistisch, als wir annahmen, dass das Weibchen in Berlin schon ab dem zweiten Ei richtig gebrütet hat. Normalerweise fängt die richtige Bebrütung bei Waldkäuzen ab dem vorletzten Ei an. Schlagen wir auf den zuvor erwarteten Termin 1. oder 2. April also noch einmal 2,5 Tage (Differenz des Legedatums zwischen 2. und 3. Ei) drauf: Dann kämen wir auf den 3. oder 4. April oder den Morgen danach. Es bleibt also spannend.

Bisher kann man nur neidisch nach Kempten im Allgäu schauen, wo alle fünf Jungen geschlüpft sind und fast ständig Mäuse als Futtervorrat im Kasten liegen. Die Versorgungslage dort scheint gut zu sein.

 

Was fressen die Berliner Käuze?

Noch gibt es bei unseren Webcam-Waldkäuzen in Berlin keine Jungen. Aber das Männchen bringt bereits regelmäßig Futter für das brütende Weibchen.

Das Männchen bringt eine Langschwanzmaus.

Das Männchen bringt eine Langschwanzmaus.

Wir haben uns mal genauer angeschaut, welche Leckereien dabei geliefert werden:

Von 26 Futterübergaben, die wir geprüft haben, handelte es sich bei 21 um Mäuse aus der Familie der Langschwanzmäuse. Ganz überwiegend ist das wohl die Gelbhalsmaus (Apodemus flavicollis), von der bereits vorher bekannt war, dass sie in den meisten Jahren die Hauptnahrung Berliner Waldkäuze darstellt. Jeweils nur ein einziges Mal wurde eine Wühlmaus (mit kurzem behaarten Schwanz), ein Frosch und ein Vogel (vermutlich eine Drossel – diese Szene findet man im Archiv: „Geschenk zum Frauentag“) verfüttert. In zwei Fällen konnten wir nicht erkennen, was geliefert wurde.

Verpackungswahnsinn und Plastikrecycling

Verpackungswahnsinn und Plastikrecycling

Wer hat sich nicht schon geärgert über die Berge von (Plastik-)Verpackungen nach einem normalen Einkauf. Bananen in Plastikfolie, Weintrauben in Hartschalen, Mogelpackungen mit viel Luft in der Verpackung usw – wir machen immer mehr Müll, inzwischen über 600 Kilogramm pro Kopf und Jahr. Nur die Dänen und Zyprioten toppen dies noch.

Kunststoff spielt eine immer größere Rolle bei Verpackungen und damit auch bei den Abfällen: in Deutschland sind bereits 60 Prozent unserer Kunststoffabfälle Verpackungen (Endverbraucher).

Meeresschutz im Bundesrat

Update 31.03.17: Bundesrat stützt die Position der Umweltverbände! (siehe Kasten weiter unten)

Gemeinsam mit weiteren Naturschutzverbänden kritisiert der NABU die geplante Neufassung des Bundesnaturschutzgesetzes. Der geänderte Paragraf 57 würde einen effektiven Schutz unserer wertvollsten Meeresreservate, der Natura-2000-Gebiete nach FFH- und EU-Vogelschutzrichtlinie, künftig verhindern. Denn hier wird den Ministerien für Landwirtschaft, Wirtschaft, Fischerei und Forschung eine sogenannte Einvernehmensregelung zugesichert. Das ist nichts anderes als ein Vetorecht. Beim Schutz von Schweinswalen, Seevögeln, Riffen oder Seegraswiesen sollen also künftig die Fischerei-, Rohstoff- und Schifffahrtslobby mitentscheiden können.

Einst weit verbreitet, gilt der Nagelrochen heute in der Nordsee als beinahe ausgerottet. Einer der Gründe ist die zunehmende Überfischung. – Foto: Sven Gust

Küken in Kempten geschlüpft

Am 26. März sind die ersten Küken in Kempten geschlüpft.

Sie werden noch sehr intensiv gewärmt und sind deshalb eher zu hören als zu sehen …

Der eingelagerte Mäusevorrat lässt auf eine gute „Versorgungslage“ hoffen!