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Begegnung im Bambusdickicht

Begegnung im Bambusdickicht

Um herauszufinden, ob Koboldmakis als Indikatorarten für den Zustand des Regenwaldes dienen können, sind wir nun schon einige Wochen in Indonesien unterwegs. Aber jetzt ging es für uns das erste Mal sechs Tage am Stück in den Regenwald im Norden Sulawesis. Zusammen mit unseren Guides Fauzan und Djoko und zwei weiteren Bewohnern aus dem Dorf brachen wir zu einer dreistündigen Wanderung in das Gebiet Popayato Paguat auf, in dem sich auch das Regenwaldschutzprojekt des NABU befindet. Bereits am ersten Abend ging es los, in einen kleinen Seitenarm des Hauptflusses, in den wir die kommenden Tage immer tiefer hineingehen würden. Nach den landwirtschaftlich genutzten Flächen, in denen wir zuvor hauptsächlich unterwegs waren, finden wir uns jetzt in einer völlig anderen Umgebung wieder. Die Vielfalt an Fauna und Flora ist überwältigend.

Helfen statt hoffen

Helfen statt hoffen

Nicht nur das Bevölkerungswachstum und der damit steigende Druck auf die noch verbliebenen Regenwaldflächen stellt  eine Gefahr für die Koboldmakis dar. Auch der Flusslauf, an dem wir das Monitoring durchführen, wird ausgebaut und zu einem Kanal mit fixierten Steinschüttungen umgewandelt. Das soll als Hochwasserschutz dienen, macht aber das Problem eher noch schlimmer.

Aus dem Weg, hier kommt der Mensch!

Aus dem Weg, hier kommt der Mensch!

Obwohl sich einige der Koboldmakis in Sekundärwäldern offenbar gut zurechtfinden sind sie auch hier gefährdet. Die größte Bedrohung stellt für sie immer noch der Mensch dar. Holzeinschlag und die Umwandlung von Wald- in Agrarfläche führen zu einem sukzessiven Verlust ihres Lebensraums.

Wo die Kobolde wohnen

Wo die Kobolde wohnen

Die kleinen Sulawesi Koboldmakis, deren Lebensraumansprüche wir erforschen möchten, lebten ursprünglich in Wäldern, die völlig unberührt von menschlichem Einfluss waren.  Diese Primärwälder sind in Indonesien leider kaum noch zu finden. Sie wurden abgelöst durch Wälder, die sich nach einer Störung, zum Beispiel einem Waldbrand oder Holzeinschlag, durch Sukzession neu gebildet haben, so genannten Sekundärwäldern.

„Ular besar“ – was raschelt denn da im Gebüsch?

„Ular besar“ – was raschelt denn da im Gebüsch?

Dass es kein kleiner, niedlicher Koboldmaki ist, der sich da ins Dorf verirrt hat, ist uns beim Anblick der beunruhigten Dorfbewohner sofort klar. Bei der Rückkehr von unserer gestrigen Abendtour fanden wir das Dorf in heller Aufregung vor. Und nein, mit einem Koboldmaki hatte „Ular besar“, zu Deutsch „große Schlange“ tatsächlich so gar nichts gemein.

Ich höre was, was Du nicht hörst…

Ich höre was, was Du nicht hörst…

Übung macht eben doch den Meister. Nach einer Woche im Feld und diverse Testversuche später sind wir nicht nur mit den technischen Herausforderungen der geplanten Rufaufnahme von Koboldmakis bestens vertraut.

Unterwegs mit Fauzan und Djoko

Unterwegs mit Fauzan und Djoko

Anders als erwartet stehen dem Koboldmaki-Projekt nun zwei lokale Guides zur Verfügung. Fauzan und sein Freund Djoko wohnen mit ihren Familien in einfachen Holzhütten am Dorfrand neben den Kakaoplantagen. Sie sind hier aufgewachsen und finden sich im Regenwald bestens zurecht.

4 Uhr am Morgen: Die Suche beginnt

4 Uhr am Morgen: Die Suche beginnt

Wir sind zu Gast bei einer herzlichen Familie von Kakaobauern im letzten Dorf am Rande des Regenwalds. Rund 400 Kleinbauern wohnen hier, leben zwischen Ziegen, Kakao und vielem mehr. Endlich macht sich auch unser Sprachkurs bezahlt, denn Englisch spricht hier niemand mehr.

Angekommen in Popayato-Paguat

Angekommen in Popayato-Paguat

Wir sind endlich angekommen im Projektgebiet! Der Atemschutz, der in den Millionenstädten wie Indonesiens Hauptstadt Jakarta noch nötig war, wird abgelegt und ersetzt durch das Moskitospray. Popayato-Paguat befindet sich im Norden der Insel Sulawesi, in der Provinz Gorontalo. Hier verfolgt der NABU zusammen mit seinen Projektpartnern das Ziel, eine zusammenhängende, degradierte und entwaldete Fläche von rund 49.000 ha wiederherzustellen. Dies entspricht etwa einer Fläche von 67.000 Fußballfeldern. Eines der Ziele ist es, die umliegenden Schutzgebiete und Lebensräume vieler endemischer, also nur in begrenzten Gebieten vorkommender, Tierarten wieder miteinander zu verbinden.

Auf Koboldmaki-Suche im Auftrag des NABU

Auf Koboldmaki-Suche im Auftrag des NABU

Bewaffnet mit Tierstimmenrekorder, Kamera und GPS-Gerät befinden wir uns im Regenwald auf Sulawesi, einer der größten Inseln Indonesiens. Wir sind zwei Studenten des Studienfachs „International Forest Ecosystem Management“ der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde, und widmen uns die nächsten zwei Monate im Auftrag des NABU dem Schutz der Koboldmakis.