MOIN Feldarbeit: Gelegeschutz bei Wiesenbrütern Teil 1

Brachvogelgelege

Dieses Nest eines Großen Brachvogels wird vor Prädation geschützt

Von Mitte April bis Mitte Juni ist hier im MOIN die Hochsaison, alle Vogelarten schreiten zur Brut. Dann gilt es, zu erfassen, wo genau welche Vogelarten brüten und wie viele Paare zu finden sind. Diese Zählungen haben in den letzten Jahren immer kleinere Zahlen ergeben – deutschlandweit und auch in Schleswig-Holstein. Besonders stark zurückgegangen sind die Zahlen der Brutvögel der Agrarlandschaft, das sind vor allem Arten, die am Boden brüten.

Die NABU-Mitarbeiter schützen die letzten Wiesenbrüter – gemeinsam mit den Landwirten – im Projekt „Gemeinsamer Wiesenvogelschutz“. Am einfachsten geht das, indem man die Nester davor schützt, gefressen zu werden. Hauptsächlich Füchse, aber auch Igel und Marder sowie die eingeschleppten Arten Marderhund und Mink fressen die Eier und Küken der Wiesenvögel. Mit einem Zaun kann man die Nester sehr erfolgreich vor diesem Verlust schützen.

Noch im recht winterlichen Frühling habe ich mitgeholfen, so einen Zaun aufzustellen – zum Schutz eines Geleges eines Großen Brachvogels.

Ein Zaun wird aufgebaut

Der Zaun wird aufgebaut.

Ein Zaun wird festgesteckt

Am Boden muss der Zaun festgesteckt werden, damit keine Tiere drunter durch schlüpfen können.

Der Zaun steht

Der Zaun steht.

Ich warte vom Auto aus auf die Rückkehr des Vogels.

Ich warte vom Auto aus auf die Rückkehr des Vogels.

Jetzt muss man sich zurückziehen und warten ob der Vogel die neue Struktur in seinem Revier annimmt. Falls nicht, muss man den Zaun schnell wieder abbauen, damit das Gelege nicht kalt und nass wird.

Ich habe aus dem Auto auf den Vogel gewartet. Zum Glück kam er nach kurzer Zeit wieder zurück und hat weiter gebrütet.

5 Kommentare

Monique Eberhardt

28.05.2018, 21:10

Danke für die Erklärung! Dann schieben die Landwirte wohl teilweise die Krähen stärker vor, als die tatsächlich verantwortlich sind. (Ich wollte eigentlich unter der Antwort schreiben, aber irgendwie geschieht nichts wenn man den Knopf klickt.)

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Monique Eberhardt

25.05.2018, 20:41

Landwirte sagen, dass Rabenvögel z.B. Kiebitznester zuhauf ausräumen, besonders wenn die von Naturschützern mit Zäunen oder Pfählen "markiert" sind. Wie kann man die Nester von Bodenbrütern vor diesen räuberischen Vögeln schützen?

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Marius Adrion

Marius Adrion

28.05.2018, 09:01

Die Forschung im Michael-Otto-Institut hat folgendes ergeben: 1. Vögel wie Krähen und Möwen sind nur für einen Anteil von maximal 10% der Gelegeverluste verantwortlich und 2. ist keine Veränderung der Prädation durch Vögel festzustellen, wenn das Nest durch Stöcke markiert wird oder neben dem Nest Kameras aufgestellt werden. Der beste Schutz gegen Krähen und Möwen ist eine dicht brütende Gemeinschaft von Wiesenvögeln mit vielen Kiebitzpaaren. Kiebitze sind sehr effektiv in der Verteidigung ihrer Nester gegen fliegende Eierdiebe, vor allem wenn die Abwehr zahlreich ist.

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Gaby

23.05.2018, 17:31

Eins gute Idee, die mir auch schon mal in denn Sinn kam. Kann denn dieser Zaun auch Marder etc abhalten? Die können doch gut klettern.

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Marius Adrion

Marius Adrion

24.05.2018, 08:52

Der hier verwendete Zaun ist ein handelsüblicher Weidezaun, der theoretisch alle Säugetiere abhalten sollte. Der Zaun steht unter Strom und ist so labil, dass niemand daran hochklettern kann. In den meisten Fällen funktionieren diese Zäune hervorragend.

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