Tina Mieritz Beiträge

Lebendige Flüsse für Mensch und Natur

Lebendige Flüsse für Mensch und Natur

Ein plätschernder Gebirgsbach auf dem Weg ins Tal. Er bildet Strudel, ruht sich in Mulden aus und sucht sich dann wieder schnell seinen Weg. Die Sonne lässt das Wasser glitzern, die Luft ist kühl und erfrischend. Schon wenige Minuten an solch einem Ort – und wir fühlen uns wiederbelebt. Bach, Fluss oder Strom – naturbelassene Gewässer haben ihren besonderen Reiz.

Sommerurlaub – zu Hause ist es doch am Schönsten

Sommerurlaub – zu Hause ist es doch am Schönsten

Wer hat schon alle Flüsse, Badeseen oder Berge in der Nähe bereits erkundet? Und wie steht es mit den Natur-Schätzen? Wissen wir, wo man besonders gut Kraniche beobachten kann, wo der beliebteste Radweg verläuft oder in welcher Gegend nachts die Sterne am hellsten funkeln?

Erst mal vor der eigenen Haustür schauen

Auch ein Kiefernforst kann entspannend sein. Bei einer Wanderung zwischen den schnurgeraden Stämmen dauert es eine Weile, bis sich der Körper auf den ungewohnten Untergrund einstellt. Und schon ist der Kopf wieder frei. Die Wahrnehmung ändert sich –  mehr sehen, mehr hören, Vogelpiepsen und der Harzgeruch des Waldes. Vieles ergibt sich dann von selbst: Beeren naschen, Pflanzen erkennen oder Entenfamilie mit kleinen Küken gucken. Flirrende Sonnenflecken, dickes Moos und Wurzeln gibt es gleich vor der Haustür – größere Reiseplanung nicht notwendig.

Moore sind Klimaschützer – dort wo man sie lässt

Moore sind Klimaschützer – dort wo man sie lässt

Moore sind schön

Moore sind extreme Lebensräume zwischen Wasser und Land, sie können karg und wild aussehen. Sie sind Exoten – eine willkommene Abwechslung für das Auge, ein bisschen Wildnis in unserer stark menschlich geprägten Landschaft.

Wer einmal aufmerksam entlang der Weiten eines Hochmoors wandern war, vergisst das nicht so schnell. Im Nebel erinnert es an bedrohliche Einöden. In Wirklichkeit ist es ein herrliches Fleckchen Natur mit „fleischfressenden“ Pflanzen wie dem Sonnentau, mit blühendem Wollgras und der Glockenheide. Vielleicht zeigt sich auch die typische Tierwelt mit der Sumpfohreule und der Kreuzotter.

Nur noch rund fünf Prozent der deutschen Moore sind in einem naturnahen Zustand erhalten, die noch intakten müssen wir deshalb schützen und geschädigte Moore wieder renaturieren. Nur so bleibt uns und folgenden Generationen die Chance, Moore direkt vor Ort zu genießen. Wenn wir im Urlaub die heimische Natur erkunden, können wir außerdem mit Entspannung statt Jetlag rechnen und ganz nebenbei das Klima schützen, denn klimaschädliche Flugreisen brauchen wir dafür nicht.

Kohlekraftwerke: Was machen die denn noch da?

Erneuerbare Energien mausern sich von einem Anteil von rund 27 im Jahr 2014 auf 32 Prozent des Bruttostromverbrauchs in 2015. Mit der Stilllegung des Atomkraftwerks Grafenrheinfeld ging die Stromerzeugung aus Kernenergie im selben Jahr zurück. Die besonders klimaschädlichen Braun- und Steinkohlekraftwerke erzeugten jedoch trotz wachsender erneuerbarer Energien fast genauso viel Strom wie noch 2014.

Kohlekraftwerke

Kohlekraftwerke dampfen trotz Energiewende nicht freiwillig ab. – Foto: NABU/ E. Große-Ruse

Ende im Gelände…

Überall dort, wo Menschen Kohle fördern, wird Natur und Landschaft zerstört. Im Namen einer sicheren Energieversorgung fräsen sich Schaufelradbagger durch die deutschen Braunkohlereviere bei Köln, Cottbus, Leipzig und Helmstedt. Wälder werden abgebaggert, Erdschichten umgelagert, Feuchtgebiete trockengelegt und ganze Dörfer dem Erdboden gleichgemacht. Zerklüftete Landschaften sind die Folge sowie eine atemberaubende Luftverschmutzung. Bisher wurde all dies in Kauf genommen, damit Deutschland führend bei der Braunkohle-Produktion ist. Denn in den Revieren der Braunkohletagebaue und –Kraftwerke sichert diese Industrie Arbeitsplätze, lokale Wertschöpfung und Wohlstand – doch die Stromerzeugung mittels Kohle ist nicht länger tragbar.

Braunkohle ist der schmutzigste Energieträger und ihr Abbau hat fatale Folgen. Hier: Tagebau Welzow - Foto : NABU/E. Neuling

Braunkohle ist der schmutzigste Energieträger und ihr Abbau hat fatale Folgen. Hier: Tagebau Welzow – Foto : NABU/E. Neuling – Foto : NABU/E. Neuling

Die Zeiten stehen auf Energiewende – für die Braunkohle gibt es schon lange keine Zukunft mehr und das zu Recht. Es ist nicht die böse Energiewende, die schuld ist am Ende des Kohlezeitalters. Während politisch langsam aber sicher der Rückzug aus den fossilen Brennstoffen und ein „Kohlekonsens“ angepeilt werden, setzen sich neue Technologien durch, die zu einer sauberen und flexiblen Energieinfrastruktur führen.

Mehr Stromnetze für mehr Klimaschutz

Derzeit haben wir in Deutschland einen Umsetzungsstau bei den großen Trassen, die Strom aus dem Norden in den Süden transportieren sollen. Doch mit dem neuen Gesetz zum Energieleitungsbau kann dieser Schwebezustand nun endlich aufgelöst werden.

Stromtrasse durch den Thüringer Wald

Immer öfter können keine erneuerbaren Energien vom Norden in den Süden weitergeleitet werden – Foto: NABU/ E. Neuling

Den Stromnetzen fehlt es zunehmend an Übertragungskapazitäten. Infolge dessen kann erneuerbarer Strom aus dem Norden immer schlechter zu den Verbrauchszentren im Süden transportiert werden. Gerade Windkraftanlagen müssen dann abgeschaltet werden, wie es zum Beispiel zwischen den Feiertagen in Mecklenburg häufig zu erleben war.

Stattdessen werden an Standorten südlich des Netzengpasses Kraftwerke auf Basis fossiler Brennstoffe zugeschaltet. Dieser sogenannte „Redispatch“ zur Gewährleistung der Netzstabilität verursacht Kosten für die Verbraucher und unnötige CO2-Emissionen, die das Klima belasten.

Auf die Straße gegen die Kohlekraft!

Die Braunkohlebranche läuft Sturm gegen die Pläne von Bundeswirtschaftsminister Gabriel zu den Klima-Beiträgen, die durch die Energiewirtschaft erbracht werden müssen. Doch angesichts des drohenden Scheiterns der selbstgesteckten Klimaschutzziele der Bundesrepublik bis zum Jahr 2020 bleibt Gabriel gar nichts anderes übrig als auch die Kohlebranche stärker in die Pflicht zu nehmen. Ein Scheitern der Ziele wäre auch auf internationalem politischen Parkett eine Blamage – will sich Deutschland doch immer noch als Vorreiter in Sachen Klimaschutz profilieren.

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