Sebastian Scholz Beiträge

#CO2freiSpassDabei – Die erste Woche ist um

Seit einer Woche versuche ich noch intensiver als bisher, meinen CO2-Fußabdruck zu verkleinern. Diese Woche habe ich mich voll und ganz auf mein Mobilitätsverhalten konzentriert. Und das war auch nötig (wie Ihr hier nachlesen könnt).

Berliner U-Bahnen fahren mit Ökostrom. Foto: Sebastian Scholz

Berliner U-Bahnen fahren mit Ökostrom. Foto: Sebastian Scholz

Im Alltag habe ich gar nicht viel anders gemacht als sonst: In der Stadt habe ich mich in der letzten Woche zu Fuß, mit dem Fahrrad und mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fortbewegt. Mit einer einzigen Ausnahme: Kurzfristig habe ich ein CarSharing-Auto benutzt; ich hatte im Rucksack meinen Einkauf, es hat in Strömen geregnet, ich hatte zum Essen eingeladen und wollte meinen Besuch nicht warten lassen.

#CO2FreiSpassDabei – Mobilitätsverhalten, wir müssen reden!

Ich habe gestern Bilanz gezogen und so geht es nicht weiter! CO2-frei leben heißt, sich selbst zu hinterfragen und bei mir besonders wichtig: Ich muss mein Mobilitätsverhalten dringend überdenken!

Stadtverkehr in Berlin. Foto: Sebastian Scholz

Stadtverkehr in Berlin. Foto: Sebastian Scholz

Dabei mache ich doch schon vieles richtig – dachte ich zumindest.

#CO2FreiSpassDabei – Bilanz ziehen

Vom 7. bis 18. November 2016 findet im marokkanischen Marrakesch die 22. Vertragsstaatenkonferenz der UN-Klimarahmenkonvention (UNFCCC COP 22) statt. Wir wollen es aber schon im Vorfeld der Klimakonferenz genau wissen: Was bedeuten die Ziele der Klimakonferenz 2015 von Paris für den Alltag? Und wie lebt es sich damit? Wir werden vier Wochen lang versuchen, unseren CO2-Fußabdruck so gering wie möglich zu halten.

NABU-CO2-Rechner

NABU-CO2-Rechner

Aber wie viel Kohlenstoffdioxid verursache ich eigentlich im Alltag? Ohne dieses Wissen kann ich kaum handeln und dem entsprechend auch nichts einsparen. Wir haben dafür den CO2-Rechner. Wir nutzen den Rechner selbst bei unserem Versuch und Ihr könnt ihn natürlich ebenfalls zur Ermittlung Eures persönlichen CO2-Fußabdrucks einsetzen.

#CO2FreiSpassDabei – wie lebt man die Klimaschutzziele von Paris?

Vom 7. bis 18. November 2016 findet im marokkanischen Marrakesch die 22. Vertragsstaatenkonferenz der UN-Klimarahmenkonvention (UNFCCC COP 22) statt.

Im Vorfeld der Klimakonferenz wollen wir es aber genau wissen: Was bedeuten die Ziele aus Paris für den Alltag und wie lebt es sich damit? Wir werden vier Wochen lang versuchen unseren CO2-Fußabdruck so gering wie möglich zu halten.

 

Fahrradampel - Foto: Helge/May

Wir wollen es wissen: Schaffen wir es schon jetzt, unseren CO2-Fußabdruck gemäß den Zielen der Pariser Klimaschutzkonferenz zu verringern? – Foto: Helge May

Nachdem im Dezember 2015 bei der COP 21 das historische Pariser Klimaschutzabkommen verabschiedet wurde, und damit das Rahmenwerk für den internationalen Klimaschutz steht, geht es nun um die konkrete Ausgestaltung und Umsetzung des Abkommens. Nicht umsonst betitelt der Gastgeber schon jetzt die Konferenz als „The COP of Action“ – also die Konferenz der Taten. Der NABU nimmt als Beobachter an der COP 22 teil.

Effizienz braucht mehr Gewicht

Wirtschaftsministerium startet Diskussionsprozess zu Energieeffizienz

Die internationalen Klimaziele erreichen wir nur, wenn wir es ernst meinen mit der naturverträglichen Energiewende. Und Energiewende muss endlich allgemein bedeuten, dass es nicht nur um erneuerbare Energien geht, sondern auch, dass  dringend mehr Energie einspart und effizienter genutzt werden muss. Wirtschaftsminister Gabriel hat völlig recht, wenn er sagt: „Energie, die wir einsparen, müssen wir nicht erzeugen, speichern, transportieren und bezahlen.“ Energiesparen und Energieeffizienz sind also systemrelevant, denn diese beiden Aspekte der Energiewende bestimmen sämtliche Infrastrukturentscheidungen der kommenden Jahrzehnte, die wir zum Teil schon heute zu treffen haben.

BMWi leitet Diksussionsprozess zur Energieeffizienz ein. Bild: BMWi

Bild: BMWi

Wenn die Welt zur Neige geht…

Es ist erst Anfang August und die Welt ist am Ende. Das wars jetzt. Dieses Jahr ist nichts mehr da, alles alle und aufgebraucht. Dann erst mal Feierabend, nächstes Jahr geht es dann weiter. So wäre es wenn wir die planetaren Grenzen respektieren würden.

Am 8. August findet im Jahr 2016 der Earth-Overshoot-Day – der Erdüberlastungstag – statt. An diesem Tag sind rechnerisch alle nachhaltig nutzbaren Ressourcen eines Jahres verbraucht. Der gesamte Bedarf an natürlichen Ressourcen aus Wäldern, Wasser, Ackerland und von Flächen und Lebewesen, wird der biologischen Kapazität der Erde, Ressourcen aufzubauen sowie Abfälle und Emissionen aufzunehmen, gegenübergestellt. Und jetzt sind die planetaren Grenzen für dieses Jahr erreicht. Alles was jetzt noch kommt sind Kredite in die Zukunft. Zinsen und Schulden müssen dann die nachfolgenden Generationen begleichen.

Hinter der Berechnung des Earth-Overshoot-Days steht das Global Footprint Network und es fließen über 6.000 verschiedene Daten pro Land und Jahr in die Berechnung mit ein, unter anderem

  • CO2-Emissionen
  • Land- und Forstwirtschaft
  • Fischgründe und
  • Flächenverbrauch.

Um den Ressourcenbedarf der gesamten Weltbevölkerung nachhaltig zu decken, bräuchte es 1,6 Planeten. Würden aber alle Menschen so leben wie der durchschnittliche Einwohner Deutschlands wären sogar 3,1 Planeten notwendig.

Visuelle Darstellung der ökologischen Belastungsgrenzen nach Johan Rockström et. al. 2009; Felix Müller CC

Visuelle Darstellung der ökologischen Belastungsgrenzen nach Johan Rockström et. al. 2009; Felix Müller CC

Dass es so auf Dauer nicht weiter gehen kann ist eigentlich klar. Immerhin ist inzwischen diese Erkenntnis auch bei der internationalen Staatengemeinschaft angekommen – im Jahr 2016 gab es gleich zwei Internationale Vereinbarungen, um eine nachhaltige Zukunft zu gestalten:

Das Wissen um den Handlungsbedarf ist da, zum Teil gibt es auch schon klare Maßnahmen, dennoch gehandelt wird noch immer viel zu wenig und zu zögerlich. Nachhaltigkeit, Ressourcen- und Klimaschutz ist für unsere Zukunft unabdingbar, wir brauchen die Energie-, Verkehrs- und Agrarwende jetzt!

Klimaschutz in der EU – der kleinste gemeinsame Nenner der Mitgliedsstaaten

Es ist gerade mal ein gutes halbes Jahr her, als in Paris das Klimaabkommen verhandelt wurde. Die EU, mit ihrem Energie- und Klimaschutz-Kommissar Miguel Arias Cañete, hat sich als ein Treiber des Klimaschutzes feiern lassen. Und tatsächlich haben die europäischen Diplomaten Geschick bewiesen bei der Aushandlung des Abkommens.

High Ambition Coalition auf dem Weg zum Plenarsaal.

EU-Klimakommissar Miguel Arias Cañete mit der High Ambition Coalition auf dem Weg zum Plenarsaal der Pariser Klimakonferenz. Bild: Sebastian Scholz

Nach Paris ist vor Marrakesch – Klimakonferenz in Bonn

Am Donnerstag, den 26. Mai, ist in Bonn nach zehntägigen Verhandlungnen die erste UN-Konferenz des Klimarahmenabkommens nach Paris zu Ende gegangen. Der Verlauf der Verhandlungen war – wie immer – langsam. Aber die  Stimmung war anders als zuletzt in Bonn: Die Verhandlungen waren nun davon geprägt, dass die Ziele aus Paris in die Umsetzung kommen.

Klimakonferen in Bonn. Bild: Sebastian Scholz

Klimakonferenz in Bonn. Bild: Sebastian Scholz

Das wichtigste Ziel, das es zu erreichen gilt, ist die Begrenzung der globalen Erderwärmung auf deutlich unter 2°C und besser noch auf 1,5°C. Nach derzeitigen Stand reichen die Klimaschutzziele aller Staaten gerade mal um die Erderwärmung auf 2,7 bis 3,6°C zu begrenzen. Gleichzeitig vergeht kaum ein Monat, der nicht als der wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gilt. Die Chancen, dass im Jahr 2016 bereits eine globale Erwärmung von 1,3°C erreicht wird, stehen beängstigend gut. Um so wichtiger ist, dass nun schnell die Weichen gestellt werden und die Klimaziele anghoben werden.

Das Pariser Klimaabkommen tritt als Nachfolgeabkommen des Kyoto-Protokolls erst ab 2020 in Kraft. Deshalb ist bis dahin Good Will und viel Verhandlungsgeschick auf internationalem Parkett nötig. Wenn die 1,5°C-Zielmarke nicht in weite Ferne rücken soll, muss schon 2018 die erste Runde zur Nachbesserung der nationalen Klimaziele stattfinden und nicht erst im Jahr 2023. Und das heißt natürlich auch für die Bundesregierung, dass sie handeln muss.

Im November trifft sich die Staatengemeinschaft erneut in Marrakesch. Bis dahin müssen sich die Pariser Klimaziele endlich auch in nationaler Politik widerspiegeln. Dass heißt wir müssen unsere Klimaziele bis 2050 nachschärfen und den Treibhausgasausstoß um mindestens 95 Prozent mindern. Dazu brauchen wir einen Klimaschutzplan bis 2050 der entsprechend ambitioniert ausgestaltet ist und klare Ziele für jeden Sektor benennt und mit Maßnahmen hinterlegt. Auch die Begrenzung des Ausbaus der erneuerbaren Energien – wie es derzeit in der Novelle des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes diskutiert wird – ist kontraproduktiv um die Klimaziele zu erreichen. Und Schließlich muss sich die Bundesregierung auch dafür einsetzen, dass die EU schnellstmöglich die Klimaziele bis zum Jahr 2030 anhebt.

 

 

EU will Atomkraft fördern und alle so: WAS?!?

Wir schreiben das Jahr 30 nach Tschernobyl und 5 nach Fukushima und wir lesen fast wöchentlich von Nachrichten über Beinahe-Katastrophen und vorgetäuschte Wartungsarbeiten in Atomkraftwerken. In Deutschland ist der Atomausstieg besiegelt und niemand will das hierzulande noch ändern. Bis im Jahr 2022 die letzten deutschen Meiler vom Netz gehen, muss natürlich für deren Sicherheit gesorgt sein. Aber nicht nur hierzulande braucht es Klarheit über das Ende der Atomkraft. Denn was hilft der nationale Alleingang beim Ausstieg, wenn die grenznahen Reaktoren wie zum Beispiel Tihange, Doel oder Fessenheim jenseits von allen vernünftigen Sicherheitsstandards weiter betrieben werden?

Atomkraftwerk Tschernobyl - Foto: Denis Avetisyan/Fotolia

Atomkraftwerk Tschernobyl – Foto: Denis Avetisyan/Fotolia

Sicherheit würde nur die Überarbeitung des noch von Uralt-Kanzler Adenauer unterzeichneten EURATOM-Vertrags bieten, der regelt, dass jeder Staat in Europa autonom über die Nutzung von Atomkraft entscheiden kann. Stattdessen nimmt die EU-Kommission ausgerechnet diesen Vertrag von 1957 als Grundlage für den Ausbau der Förderung der Atomkraft: Die technologische Vorherrschaft in diesem Sektor müsse verteidigt werden, dazu sollen Investitionen erleichtert und die Forschung an der Atomkraft gefördert werden.

Schon verrückt: Wir erleben, dass die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien längst das preisliche Niveau von fossilen Energieträgern erreicht hat. Außerdem versuchen die ehemals mächtigen Energiekonzerne – der Pleite nahe – sich aus der wahrscheinlich teuer werdenden Verantwortung für die Nachsorge der Atomkraft heraus zu kaufen. Die EU-Kommission scheint vor alledem die Augen zu verschließen. Statt einer Überarbeitung des EURATOM-Vertrags und einer EU-weiten Förderung naturverträglicher erneuerbarer Energien macht sie das Gegenteil.

Wir fragen uns einhellig: Was? / *kopfschüttel* / *kopfklatsch* / *facepalm*

Das Licht für eine Stunde ausschalten ändert nichts

Mitte März werden alljährlich auf allen Kontinenten der Erde die Lichter für eine Stunde ausgeschaltet, um auf den Klimawandel aufmerksam zu machen. Bilder vom Brandenburger Tor und dem Pariser Eifelturm im Dunkeln bahnen sich dann um die Welt in allen Medien und das allerbeste: Jeder kann mitmachen und damit Teil einer weltweiten Aktion sein. Doch was bringt dieser Feel-Good-Aktivismus?

Licht aus. Foto: Teerapat/Fotolia

Licht aus. Foto: Teerapat/Fotolia

Die Aktion soll Aufmerksamkeit wecken für Klimaschutz, gemessen an der Berichterstattung gelingt das sehr gut. Gleichzeitig allerdings werden Dinge vermittelt, die sich vermutlich kontraproduktiv auf das Energiesparen und damit den Klimaschutz auswirken.

Erstens ist Lichtausschalten mit einem großen Verlust an persönlichem Komfort und Einschränkungen verbunden. Ohne Licht ist man hierzulande am frühen Abend fast zurück ins Mittelalter katapultiert – denn fast keine unserer alltäglichen Tätigkeiten funktionieren richtig gut ohne Licht. Klimaschutz ist aber nicht zwangsläufig mit Entbehrungen verbunden, auch wenn diese Aktion so verstanden werden kann. Klimaschutz funktioniert auch durch Energiesuffizienz und Energieeffizienz! Das heißt, da wo Energie verschwendet wird, müssen wir einsparen. Da wo wir den gleichen Nutzen mit weniger Aufwand bekommen können, müssen wir effizienter werden.

Zweitens wird durch diese Aktion der Sachverhalt auch sehr simplifiziert, denn tatsächlich lässt sich die Welt nicht verändern, wenn wir einmal im Jahr für eine Stunde das Licht ausschalten. Diese Aktion suggeriert Schalter drücken, alles gut und nun weiter so wie bisher. Klimaschutz braucht mehr Engagement von jedem Einzelnen. Klimaschutz muss im Alltag ankommen, Klimaschutz kann und muss die Grundlage für alle unsere Entscheidungen werden. Klimaschutz muss eine Rolle spielen, wenn wir die Leuchtmittel kaufen, die wir ausschalten!