Auftakt mit 150 Staatschefs

 

Familienfoto bei der Klimakonferenz.

Familienfoto bei der Klimakonferenz. Bild: Sebastian Scholz

Der erste (offizielle) Tag der Pariser Klimakonferenz begann am Montag, den 30.11.2015, mit einem großen – nach Angaben der UN sogar dem größten bisher – Aufgebot an Staatschefs. Teil der Dramaturgie dieser Klimakonferenz ist, dass gleich zu Beginn die wichtigsten Entscheider vor Ort sind und Ihr Gewicht in die Waagschale legen.

Zu hören waren Worte mit viel Pathos, es wurde immer wieder die Dringlichkeit zu einer Einigung zu kommen beschworen, dass die Zeit knapp sei und der Klimawandel uns und unsere Kinder bedrohe. Die wichtigsten Staatschefs sprachen vor der Mittagspause, allerdings gab es nicht viel Neues. Das erhoffte Momentum durch diesen Staatscheftag generiert sich also fast ausschließlich durch die Anwesenheit, nicht so sehr durch die Inhalte. Bundeskanzlerin Angela Merkel wiederholte das Statement, das sie diesen Sommer den G7-Staaten abgerungen hat – damit war immerhin das Wort „Dekarbonisierung“ relativ früh und zwischen den Reden von Obama und Putin gefallen. Wir hätten uns von ihr erhofft, Sie formuliert „Dekarbonisierung“ etwas weiter aus und greift das Statement ihrer Umweltministerin auf und benennt konkret, dass wir eine Zukunft ohne fossile Kohlenstoffe, vor allem Kohle brauchen.

Nun, vielleicht hilft es, dass so viel Prominenz anwesend war (und ist) und so die Konferenz gleich zu Beginn medial sehr präsent ist. Wir werden es sehen und weiterhin hier berichten.

Für einen kleinen Einblick in die Reden des Tages noch Statements einiger Staatschefs (nach unseren Mitschriften, also ohne Garantie).

François Hollande, Präsident Frankreich

François Hollande, Präsident Frankreich.

François Hollande, Präsident Frankreich. Bild: Sebastian Scholz

Wir brauchen ein universelles, verbindliches, solidarisches Abkommen mit gemeinsamer aber unterschiedlicher Verantwortlichkeit. Wir müssen uns auf einem glaubwürdigen Weg bewegen, damit wir unterhalb der zwei-Grad-Grenze für die Erderwärmung bleiben. Die Beiträge aller Staaten müssen alle fünf Jahre überprüft werden und die Ambitionen müssen steigen. Das Abkommen muss alle gesellschaftlichen Akteure einbinden, damit ein öffentliches Bewusstsein geschaffen wird.

 

 

 

Ban Ki-moon, Generalsekretär der Vereinten Nationen

Ban Ki-moon, Generalsekretär der Vereinten Nationen

Ban Ki-moon, Generalsekretär der Vereinten Nationen. Bild: Sebastian Scholz

Diese Klimakonferenz stellt den Wendepunkt dar für ein Abkommen das andauernd ist und die Erderwärmung auf 2°C bzw. 1,5°C begrenzen muss. Die Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Klimawandel muss erhöht werden, wir brauchen eine „low-carbon economy“ und das Abkommen muss völkerrechtlich verbindlich, universell, dynamisch und anpassungsfähig sein. Wir müssen ein Zeichen der Solidarität setzen und für die Glaubwürdigkeit des Abkommens ist eine Überprüfung der Beiträge schon vor 2020 nötig.

 

 

 

Barack Obama, Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika

Barack Obama, Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika

Barack Obama, Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Bild: Inga Römer

Der Klimawandel ist menschengemacht und die, die am wenigsten dazu beigetragen haben erleben bereits die meisten Konsequenzen. Wir sind die erste Generation, die die Auswirkungen des Klimawandels erlebt, und die letzte, die noch etwas tun kann, um den Klimawandel zu begrenzen. Wichtig sind regelmäßige Anpassungen des Klimaregimes sowie ein starkes Transparenzsystem. Der größte Feind der Klimakonferenz ist Zynismus à la „man kann sowieso nichts mehr tun“.

 

 

Angela Merkel, Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland

Angela Merkel, Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland

Angela Merkel, Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland. Bild: Inga Römer

Das Abkommen muss ambitioniert, umfassend, fair und verbindlich sein. Dazu bedarf es einer Dekarbonisierung im Laufe des Jahrhunderts in allen Sektoren. Erneuerbare Energien sind wichtig, aber auch Energie- und Wärmeeffizienz sind wichtig. Wichtig ist ebenfalls ein verbindlicher Rahmen zur Überprüfung der Ziele und Zielerreichung vor 2020. Die Klimaschutzziele Deutschlands bis 2040 sollen weiterhin Bestand haben und die deutschen Beiträge zum Green Climate Fund (GCF) werden, wie bereits im Frühjahr verkündet, verdoppelt.

 

 

Unsere Forderungen zur COP 21 finden Sie hier: https://www.NABU.de/COP21

Aktuelle Entwicklungen zur COP twittern wir hier: https://www.twitter.com/NABU_Klima

COP, ADP, GCF, SBSTA,… wie bitte? Alle wichtigen Begriffe kurz erklärt in unserem Glossar.

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