Bio, vegetarisch, vegan – wichtige Schritte für mehr Tier- und Naturschutz

Mehr Gemüse statt Fleisch auf den Feldern würde wesentlich mehr Menschen ernähren können. Für Menschen, denen der komplette Verzicht zu schwer fällt oder zu schnell geht, gibt es auch umweltschonende Alternativen: nur selten Fleisch oder auch vegetarisch essen. Wichtig ist aber immer: am besten Produkte der Bio-Anbauverbände kaufen!

 

Immer mehr Menschen in Deutschland ernähren sich vegeterisch oder vegan - Foto: F. Hecker

Immer mehr Menschen in Deutschland ernähren sich vegetarisch – Foto: F. Hecker

 

Angesichts der industriellen Tierhaltung unserer Zeit wäre aber für alle, die aus Tier- und Umweltschutzgründen auf Fleisch verzichten möchten, der Umstieg auf eine vegane Ernährung konsequent. Denn nicht nur die boomende vegetarische Wurst auf Eierproteinbasis eines sehr bekannten Streichwurstproduzenten, sondern auch Milch, Käse, Joghurt und Eier aus konventioneller Landwirtschaft sind untrennbar mit der Massentierhaltung und ihren extremen Auswirkungen auf die Tiere und die Natur verbunden. Und auch für die Milchprodukte, die die Vegetarier und Vegetarierinnen essen, werden ständig Kälber geboren und als Kalb oder ausgewachsenes Rind von anderen verzehrt.

Die Folgen des weltweiten Fleischkonsums

  • Der Bedarf an Anbauflächen für Mais, Soja und Getreide als Futtermittel für Rinder, Schweine und Geflügel wird immer größer – wertvolle Wälder werden gerodet.
  • Die Futterpflanzen werden meist in Monokulturen angebaut und verbrauchen riesige Mengen an Wasser: für ein Kilo schweinefleisch schätzungsweise 4.800 Liter, für ein Kilo Rindfleisch 15.300 Liter.
  • Das nach Deutschland importierte Kraftfutter besteht meistens aus gentechnisch veränderter Soja aus Südamerika.
  • Die mit der industriellen Tierhaltung immer größere Menge an Gülle wird auf den Feldern rund um die Tierfabriken ausgetragen. Überdüngung und die stetige Überschreitung der Grenzwerte von Stickstoffen, Nitraten und Phosphor in unseren heimischen Gewässern sind die Folge.
  • Mit tiergerechter Haltung hat die großindustrielle Fleischindustrie nichts zu tun. Viel zu kleine Stallflächen, Verstümmelungen, Überzüchtungen und ein hoher Einsatz von Antiobiotika sind der Alltag.

Diese Probleme werden immer gravierender, denn während sich der Fleischkonsum in den Industrienationen auf einem (zu) hohen Niveau hält, wächst auch der Verbrauch an tierischen Lebensmitteln in den Schwellen- und Entwicklungsländern stetig.

 

Es verwundert daher nicht, dass sich immer mehr Menschen vegetarisch oder vegan ernähren: Laut Vegetarierbund Deutschland ernähren sich in Deutschland inzwischen schon 7,8 Millionen Menschen vegetarisch bzw. 900.000 vegan. Das vegane Schnitzel findet sich nicht mehr nur im Reformhaus, sondern immer öfter auch in der Kühltheke des Discounters. Die ehemalige Öko-Nische wird zu einem lukrativen Geschäftsfeld, in dem sich selbst die konventionellen Fleischfabriken tummeln.

 

Rezepte, Blogs und Links rund um vegane und vegetarische Ernährung

Industrielle Tierhaltung ist kein Zukunftsmodell

Gleichzeitig gehört für große Teile der Gesellschaft Fleisch zur Esskultur dazu. Und auch für die Natur ist die Schafs- und Rinderhaltung auf Wiesen und Weiden wichtig. Es ist auch eine Herausforderung, den Humusgehalt rein pflanzlich, ganz ohne Viehmist aufrecht zu halten. Daher existieren nur wenige bio-vegane Betriebe ohne Viehhaltung und ohne Gülle bzw. Mist. Ein kompletter Ausstieg aus der Nutztierhaltung scheint wenig realistisch. Ob die Nutztierhaltung grundsätzlich mit den eigenen ethischen Grundsätzen vertretbar ist, muss jeder für sich selbst entscheiden.

 

Tausende Masthähnchen in Intensivhaltung dicht gedraengt und verwahrlost in einem Stall. Die Tiere legen in kurzer Zeit enormes Gewicht zu. Viele können am Ende der Mastperiode nicht mehr auf ihren Beinen stehen. Foto: picture alliance / blickwinkel/J. S. Peifer

Die Haltungsbedingungen für Nutztiere in der industriellen Landwirtschaft sind nicht tragbar und zukunftsfähig. Foto: picture alliance / blickwinkel/J. S. Peifer

 

Größere Einigkeit besteht sicher darin, dass die derzeitigen Haltungsbedingungen und Umweltschäden in der industriellen Landwirtschaft nicht weiter tragbar sind. Selbst eine jüngste Studie des zuständigen Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft hält die derzeitigen Haltungsbedingungen eines Großteils der Nutztiere für „nicht zukunftsfähig“.

Die negativen Auswirkungen auf Tiere und Umwelt müssen einen Grad erreicht haben, den sich die meisten wahrscheinlich nur schwer vorstellen können oder wollen.

 

Keine Dumpingpreise mehr

Ansätze durch ökologischen Landbau, Tierschutzlabel oder Verschärfung der gesetzlichen Vorgaben und Mindeststandards sind wichtig und müssen viel stärker als bisher vorangetrieben werden. Aber die Kunden und Kundinnen müssen auch endlich weniger Fleisch und andere tierische Produkte kaufen und sich von den herrschenden Dumpingpreisen verabschieden.

Qualitativ hochwertige Produkte, bei deren Herstellung die Tiere artgerechter gehalten werden, auf gentechnisch verändertes Futter verzichtet wird und die Böden geschont werden, gibt es nicht zu den Preisen, die in Deutschland den Markt dominieren.

 

Für die Futterproduktion wird wertvoller Urwald in Südamerika gerodet.

Für die Futterproduktion wird wertvoller Urwald in Südamerika gerodet – Foto: Erwin Patzelt; picture-alliance/ dpa

 

Wichtig ist aber: auch wenn wir entweder ganz auf Fleisch verzichten, nur noch sehr wenig davon verzehren oder nur noch bio konsumieren, bedeutet das nicht, dass es gar keine Schweine- oder Hühnermast mehr in Deutschland gibt. Schon jetzt produzieren wir 13 Prozent mehr Schweinefleisch als hier verzehrt wird, acht Prozent Geflügelfleisch, 22 Prozent mehr Frischemilcherzeugnisse, 20 Prozent Käse – die Exporte nehmen zu, vor allem wenn weniger inländisch verkauft werden kann.

Der Kampf gegen Massentierhaltung und für strenge gesetzliche Vorgaben bezüglich Tierhaltung und Umweltschutz muss weiter gehen wie zum Beispiel mit dem Volksbegehren in Brandenburg.

Mehr Infos zum Fleischkonsum gibt es unter www.boell.de/de/fleischatlas

Auch Milch, Käse und Joghurt sind mit Massentierhaltung verbunden.

Auch Milch, Käse und Joghurt aus konventioneller Milch sind mit Massentierhaltung verbunden. Foto: Foto: Jochen Zick; picture alliance / Keystone

Das könnte Sie auch interessieren:

Katharina Istel

Katharina Istel

Referentin für Nachhaltigen Konsum

13 Kommentare

Max N.

26.11.2016, 09:14

Supersache, dass sich der Nabu schöpfungs- und menschenfreundlichen Konsum einsetzt. Weiter so.

Maria Brunheim

23.09.2015, 13:42

Obwohl ich nach wie vor Bio-Fleisch esse, allerdings nicht öfter als 3-4mal pro Woche, freue ich mich über diesen NABU-Beitrag zum Thema vegane Ernährung. Vegetarisch zu leben ist nämlich kaum gesünder als sich herkömmlich von Fleisch zu ernähren. Ich kenne viele Vegetarier, die dieselben Zivilisationskrankheiten haben wie meine viel-Fleisch-essenden Mitmenschen. Es stimmt, dass Milchprodukte weder für die Landnutzung noch für die menschliche Gesundheit wirklich wichtig sind, geschweige denn nötig. Diese riesigen Mengen, die wir durch die industrielle Herstellung zur Verfügung haben, ruinieren genauso wie Fleisch die Gesundheit in den Industrienationen. Außerdem essen Vegetarier meist genauso viel Süßkram wie Fleisch essende Leute. Der gewöhnliche Haushaltszucker, der in allen Kuchen und Süßigkeiten sowie gesüßten Getränken enthalten ist, ist Gift für die Gesundheit! Das trifft Vegetarier genauso wie alle anderen, die sich dazu noch keine oder kaum Gedanken gemacht haben. Bei Interesse z.B. in die Website von René Gräber schauen unter Zucker und so weiter. Endlich geht's auch beim NABU ans Eingemachte, denn jedeR ist selbst Konsument und jedeR hat es durch den alltäglichen Konsum in der Hand, sich für mehr Nachhaltigkeit zu entscheiden! Was außerdem der eigenen Gesundheit zugute kommt, und die ist von Allem das Wichtigste für unsere Ambitionen.

Dr.med.Johannes Plenk

08.09.2015, 12:02

Während die Kritik an der industriellen Landwirtschaft in hohem Masse berechtigt ist, gilt das sowohl für die Produktion von Nahrung pflanzlichen als auch tierischen Ursprungs. inwieweit die stetig wachsende Zahl an Menschen ernährt werden kann ohne diese industrielle Landwirtschaft ist allerdings fraglich. Der moderne Mensch sieht sich als Aussenseiter in der Natur und diese als schützenswerte Insel und nicht mehr sich selbst als Teil eines weltweiten Geflechts von Arten die sich gegenseitig brauchen und auch nutzen. So wird dem Menschen von Tierschützern und Veganern generell das Recht abgesprochen Tiere zu töten und zu verzehren, ein Recht das aber allen anderen Tieren zugebilligt werden muss. Es zeigt sich nun hier eine Tendenz der Naturschützer dieses naturfremde und urbane Bild der Natur anzunehmen, das suggeriert die Welt wäre besser dran ohne den Menschen. Der Mensch ist aber ein nicht wegzudenkender Teil der Natur wie sie heute besteht, eine Schlüsselspezies deren Verschwinden ganze Kaskaden von Artenverlusten nach sich ziehen würde! Das Sterben von Individuen, das fressen und gefressen werden ist nicht nur das wichtigste Instrument der stetigen Anpassung der Arten es hat auch ein System der gegenseitigen Abhängigkeiten geschaffen. Der Mensch als Jäger und als Beute ist seit Jahrmillionen ein wichtiger Mitspieler im Ökosystem Welt und nach nunmehr Jahrtausenden als Viehzüchter auch in dieser rolle von immenser Wichtigkeit für den bestand vieler Arten. Nahezu jede Weide ist weit naturnäher als ein Acker und weite Teile der nördlichen Hemisphäre produzieren am besten und am naturfreundlichsten Graserlandschaften, die nur von Wiederkäuern in menschlich nutzbare Nahrung verwandelt werden können, nämlich Fleisch und Milch. Nahezu jedes Beutetier ist ein R-Stratege, das heißt es produziert weit mehr Nachkommen als primär nötig sind um sich zu ersetzen, weil nur ein geringer Prozentsatz dieser Nachkommen lange genug überlebt um wieder zu reproduzieren: die Differenz dient als Nahrung für kleine und große Raubtiere. Die Enstehung der Symbiose von Raubtier und Pflanzenfresser die im Viehzüchter gipfelt kann noch heute bei den Rentiernomaden der eurasischen Taiga und Tundra beobachtet werden. Die alpinen Weiden meiner österreichischen Heimat gehören zu unseren artenreichsten Ökosystemen, sie sind durch Jahrtausende lange Nutzung durch den Vieh züchtenden Menschen entstanden. Auf solchen Grasflächen enstehen durch Beweidung und Einbringung des Dunges übrigens auch dicke Humusschichten dies ist eine der effizientesten Möglichkeiten CO2 zu binden....durch die Heuernte können die Nahrungsengpässe des Winters überbrückt werden so dass der Bestand an domestizierten Herbivoren höher ist als es bei Wildtieren möglich wäre. Der Natur und Artenschutz ist ein rationales Anliegen und wird nur gelingen wenn neben dem Schutz der Wildnis in der der Mensch höchstens als Jäger und Sammler einen Platz hat auch eine ökologisch nachhaltige Landwirtschaft auf Basis naturwissenschaftlicher Erkenntnisse statt ideologisch gefärbten Wunschdenkens gefördert wird.

Marcel S.

11.09.2015, 00:07

Herr "Dr.med." Johannes Plenk, Sie versuchen Ihr (Konsum-)Verhalten zu verteidigen, um nichts daran ändern zu müssen. Ihre Ausführungen, u.a. dass die Artenvielfalt nur durch Menschenhand geschaffen werden kann, ist doch aber derart naturfremd, dass ich mich frage, ob sie wirklich Interesse haben unserer aller Umwelt zu schützen vor jenen, die sie ernsthaft bedrohen. Bedrohen bedeutet nicht gleich mit und von ihr leben. Ackerbau pauschal als umweltschädigender zu bezeichnen als ach so artenreiche Viehweiden (die im Übrigen nicht die Regel sind), die durch ihre dicke Humusschicht bedeutenswerte CO2 Speicher darstellen sollen, kann allein aufgrund der CO2-Bilanz der Viehwirtschaft schon garnicht stimmen. Was nützt es denn, wenn zwar regional viele Weiden vorhanden sind, aber die Fleisch- und Milchproduktion enorm viele Ressourcen verbraucht (Wasser, Landfläche zum Futtermittelanbau, wodurch ja auch wieder Land dichtkultiviert wird), stark klimaschädigende Stoffe wie CO2 und Methan in die Atmosphäre gelangen und zudem Boden und Grundwasser durch die intensive Bewirtschaftung verunreinigt werden. Humus... So was Dahergeholtes. Das kann man sich nur ausdenken, um als Gemeinschaft der "Ohne Fleisch könnte - aber vielmehr - will ich nicht-Menschen" noch irgendetwas zu haben an das man sich klammern kann, damit man sich selbst noch als Naturschützer bezeichnen zu können meint. Gäbe es den Menschen nicht, wäre die Natur selbstverständlich evolutionär bestens abgestimmt. Der Mensch beeinflusst wissend aufgrund seines ihm zur Verfügung stehenden "hohen" Intellekts diese natürlichen Vorgänge. Nun kann man den Menschen als natürlich, da evolutionär hervorgegangen, bezeichnen, jedoch sind wir doch keine ums blanke Überleben kämpfenden Höhlenmenschen mehr, die im Winter nur schwerlich an Nahrung kommen und deshalb Tiere erlegen und Raubbau begehen müssen. Und es geht mir um das "müssen". Müssen "wir" das denn oder wollen "wir" nur? Sie scheinen nicht bereit sich auf eine Umstellung, ein Umdenken einzulassen. "Unsere Vorfahren haben das schon so gemacht..." Hört man ja immer wieder... Also ist es Gesetz? Was haben unsere Vorfahren noch so alles gemacht? Gab es denn nichts aus dem wir gelernt haben? Verhalten wir uns immer noch so wie vor zehntausenden, hunderttausenden, gar millionen von Jahren? Wie lange gibt es denn schon unsere Vorfahren, also wo begann es mal? Ist von Anfang an Fleisch auf "unserem" Speiseplan und seit wann trinkt man Säuglingsmilch von anderen Spezies und das auch noch im Erwachsenenalter? Wie lange gibt es Tierhaltung zur Nahrungsmittelgewinnung? ... Alles war schon so? Von Anfang an? Es hat sich ergeben - entwickelt. Warum sollten wir nun aufhören uns zu entwickeln? Wir sind so schlau und könnten unsere Intelligenz doch mal einsetzen nicht nur um zu erkennen, dass unser Handeln und Konsum gravierende Auswirkungen auf die Umwelt hat, sondern um Konsequenzen daraus zu ziehen. Die Konsequenz, dass es so nicht weitergehen kann, wenn wir die Auswirkungen und die Verantwortung unseres Handelns verstehen. Wer noch nicht erkannt hat, dass Umwelt- und Tierschutz bei einem selbst anfängt und nicht aufhört sich aus der Verantwortung zu ziehen, der sollte sich nun bitte endlich mal kritisch mit sich selbst befassen und hinterfragen, ob es das sein kann, von anderen zu fordern etwas zu unterlassen, selbst aber dem eigentlichen und eigenen Ziel zuwiderhandelt mit etwas sehr viel bedeutenderem. Das eigene Verhalten ist die Basis für alles daraufaufbauende. Ist das Fundament nicht stark, bricht das Haus ein. Wir bauen und gestalten die Natur ja inzwischen, wie sie uns gefällt. Also sollte man doch wenigstens darauf achten, dass wir es verantwortungsbewusst & nachhaltig tun. Und da bringt jeder erstmal "seinen eigenen Garten" in Ordnung ehe er andere an den Pranger stellt, die die Natur zerstören. I.d.R. sind die großen Naturschädiger nichts anderes als Beauftragte des vorherrschenden privaten Konsumverhaltens.

ulrich.schmidt-besigheim@gmx.de

08.09.2015, 07:59

Da sollte vielleicht jeder mal in sich gehen und sich selbst überprüfen, ob es nicht doch einen Sinn ergibt für sich, daß man nur alle 2/3 Tage ein Stück Fleisch vielleicht isst und dass dies dann aus einem Bio Betrieb kommt, der den Namen auch verdient, denn auch das ist nicht immer so gewährleistet. Auch mit dem Namen Bio wird viel Schindluder getrieben, das ist nur ein Name wird einmal überprüft und dann nicht mehr.

Marcel S.

07.09.2015, 22:51

Sehr guter Beitrag. Diesen reifen Gedanken sollte der gesamte Nabu samt seiner Mitglieder vertreten. Umweltschutz fängt bei einem selbst an. Und solange auf derartige Produkte nicht verzichtet wird und man sein Konsumverhalten nicht drastisch ändert, kann kein nachhaltiger Naturschutz betrieben werden.

Sabine Frank

07.09.2015, 22:09

Es ist gar nicht schwer, kein Fleisch und keine Milch mehr zu verzehren. Wenn man das Herz mit dem Verstand verbindet, fällt es ganz leicht und das ganze Leben verbessert sich. Wer Fragen hat, ich unterstütze gerne mit Rat und Tat.

Nina

12.10.2015, 18:18

Genau meine Meinung!

Sabine Frank

07.09.2015, 21:58

Endlich kommt der NABU auch mal dahinter. Als Mitglied ärgere ich mich schon lange über NABU-Festchen, wo das Wohl der Wildtiere besprochen wird und sich gleichzeitig völlig gedankenlos Würstchen reingeschautbt werden...und dann über Gülle auf den Feldern gemotzt wird. Wie wäre es mal mit einer Grundsatzentscheidung.

Claus Walter

07.09.2015, 20:09

Liebe Frau Istel, ich bin seit 1985 im NABU aktiv und "leite" seit vielen Jahren den AK Park und Friedhof im NABU-Köln. Ich finde es sehr begrüßenswert, wenn der NABU sich für eine kleinbäuerliche und ökologische Landwirtschaft engagiert, die Massentierhaltung scharf kritisiert und auf die gesundheitlichen Folgen eines zu großen Fleischkonsums für den einzelnen Menschen hinweist. Sämtliche von Ihnen angeführten Argumente sind mir bekannt. Mir geht es jedoch ganz entschieden zu weit, wenn nun mit "NABU-Logo" eine vegane Lebensweise beworben wird. Mich würde sehr interessieren, ob dies zukünftig die offizielle Ausrichtung des NABU-Bundesverbandes ist. Sollte dies so sein, war es jedenfalls nach > 30 Jahren aktiver Tätigkeit mit durchschnittlich mehr als 1-2 Tagen wöchentlichem Zeitaufwand für den NABU die längste Zeit mein Verein gewesen. Viele Grüße aus Köln, Claus Walter

Katharina Istel

Katharina Istel

08.09.2015, 16:39

Lieber Herr Walter, vielen Dank für Ihre Rückmeldung. Wir freuen uns, dass Sie unsere Ausführungen bezüglich ökologischer Landwirtschaft und Massentierhaltung unterstützen. Eine offizielle Ausrichtung bezüglich Vegetarismus oder Veganismus hat der NABU nicht, das ist auch nicht geplant. Ich sehe es aber als unsere Aufgabe im Bundesverband an, über die Auswirkungen des zunehmenden Konsums tierischer Lebensmittel zu informieren. Dazu gehören nun nicht nur Fleisch und Wurst, sondern auch Milchprodukte und Eier. Wir denken, dass doch noch vielen Menschen nicht bewusst ist, wie stark der Einfluss der Massentierhaltung auf Böden, Wasser und biologische Vielfalt ist.

Niemandem sollen Vorschriften gemacht werden, wie er/sie sich ernähren soll. Aber wenn mehr Menschen anfangen, sich (öfter oder immer) vegetarisch oder vegan zu ernähren und dabei auch beachten, woher ihre Lebensmittel stammen, ist das aus Umwelt- und Naturschutzperspektive sehr zu begrüßen. Das möchten wir auch unterstützen, indem wir Informationen bereit stellen und z.B. über Links Tipps und Anregungen geben, wie es auch öfter ohne Fleisch und Milch schmecken kann.

Viele NABU-Mitglieder haben uns auch angeschrieben, warum wir nicht viel mehr zum Thema Veganismus machen und uns hier klarer positionieren. Da uns klar ist, wie heterogen die Ernährungsweisen, Umwelt- und Tierschutzinteressen der Mitglieder sind, bewegen wir uns hier immer in einem Spannungsfeld. Wir möchten niemanden bevormunden, aber dennoch deutlich über Zusammenhänge informieren. Wir hoffen, dass für Sie dieser Ansatz nicht der Anlass ist, Ihr Engagement für den NABU in Frage zu stellen. Das wäre sehr schade! Mit besten Grüßen Katharina Istel

Marcel S.

11.09.2015, 00:05

Herr "Dr.med." Johannes Plenk, Sie versuchen Ihr (Konsum-)Verhalten zu verteidigen, um nichts daran ändern zu müssen. Ihre Ausführungen, u.a. dass die Artenvielfalt nur durch Menschenhand geschaffen werden kann, ist doch aber derart naturfremd, dass ich mich frage, ob sie wirklich Interesse haben unserer aller Umwelt zu schützen vor jenen, die sie ernsthaft bedrohen. Bedrohen bedeutet nicht gleich mit und von ihr leben. Ackerbau pauschal als umweltschädigender zu bezeichnen als ach so artenreiche Viehweiden (die im Übrigen nicht die Regel sind), die durch ihre dicke Humusschicht bedeutenswerte CO2 Speicher darstellen sollen, kann allein aufgrund der CO2-Bilanz der Viehwirtschaft schon garnicht stimmen. Was nützt es denn, wenn zwar regional viele Weiden vorhanden sind, aber die Fleisch- und Milchproduktion enorm viele Ressourcen verbraucht (Wasser, Landfläche zum Futtermittelanbau, wodurch ja auch wieder Land dichtkultiviert wird), stark klimaschädigende Stoffe wie CO2 und Methan in die Atmosphäre gelangen und zudem Boden und Grundwasser durch die intensive Bewirtschaftung verunreinigt werden. Humus... So was Dahergeholtes. Das kann man sich nur ausdenken, um als Gemeinschaft der "Ohne Fleisch könnte - aber vielmehr - will ich nicht-Menschen" noch irgendetwas zu haben an das man sich klammern kann, damit man sich selbst noch als Naturschützer bezeichnen zu können meint. Gäbe es den Menschen nicht, wäre die Natur selbstverständlich evolutionär bestens abgestimmt. Der Mensch beeinflusst wissend aufgrund seines ihm zur Verfügung stehenden "hohen" Intellekts diese natürlichen Vorgänge. Nun kann man den Menschen als natürlich, da evolutionär hervorgegangen, bezeichnen, jedoch sind wir doch keine ums blanke Überleben kämpfenden Höhlenmenschen mehr, die im Winter nur schwerlich an Nahrung kommen und deshalb Tiere erlegen und Raubbau begehen müssen. Und es geht mir um das "müssen". Müssen "wir" das denn oder wollen "wir" nur? Sie scheinen nicht bereit sich auf eine Umstellung, ein Umdenken einzulassen. "Unsere Vorfahren haben das schon so gemacht..." Hört man ja immer wieder... Also ist es Gesetz? Was haben unsere Vorfahren noch so alles gemacht? Gab es denn nichts aus dem wir gelernt haben? Verhalten wir uns immer noch so wie vor zehntausenden, hunderttausenden, gar millionen von Jahren? Wie lange gibt es denn schon unsere Vorfahren, also wo begann es mal? Ist von Anfang an Fleisch auf "unserem" Speiseplan und seit wann trinkt man Säuglingsmilch von anderen Spezies und das auch noch im Erwachsenenalter? Wie lange gibt es Tierhaltung zur Nahrungsmittelgewinnung? ... Alles war schon so? Von Anfang an? Es hat sich ergeben - entwickelt. Warum sollten wir nun aufhören uns zu entwickeln? Wir sind so schlau und könnten unsere Intelligenz doch mal einsetzen nicht nur um zu erkennen, dass unser Handeln und Konsum gravierende Auswirkungen auf die Umwelt hat, sondern um Konsequenzen daraus zu ziehen. Die Konsequenz, dass es so nicht weitergehen kann, wenn wir die Auswirkungen und die Verantwortung unseres Handelns verstehen. Wer noch nicht erkannt hat, dass Umwelt- und Tierschutz bei einem selbst anfängt und nicht aufhört sich aus der Verantwortung zu ziehen, der sollte sich nun bitte endlich mal kritisch mit sich selbst befassen und hinterfragen, ob es das sein kann, von anderen zu fordern etwas zu unterlassen, selbst aber dem eigentlichen und eigenen Ziel zuwiderhandelt mit etwas sehr viel bedeutenderem. Das eigene Verhalten ist die Basis für alles daraufaufbauende. Ist das Fundament nicht stark, bricht das Haus ein. Wir bauen und gestalten die Natur ja inzwischen, wie sie uns gefällt. Also sollte man doch wenigstens darauf achten, dass wir es verantwortungsbewusst & nachhaltig tun. Und da bringt jeder erstmal "seinen eigenen Garten" in Ordnung ehe er andere an den Pranger stellt, die die Natur zerstören. I.d.R. sind die großen Naturschädiger nichts anderes als Beauftragte des vorherrschenden privaten Konsumverhaltens.

Marcel S.

11.09.2015, 00:10

Bitte diesen und den vorhergehenden Beitrag unter "Claus Walter" löschen. Sollte an anderer Stelle als Antwort auftauchen.

Kommentare deaktiviert