Klima Beiträge

Der Countdown läuft – das neue Klimaabkommen ist auf dem Weg

Unzählige Klimaverhandlungen liegen hinter uns und in der Öffentlichkeit wurden die Konferenzen der letzten Jahre nur noch als unwirkliche und unwichtige Treffen der UN-Länder empfunden. Doch war das alles ein langer Arbeitsprozess (und lange Arbeitsprozesse sind selten spannend anzuschauen), in dem die Weltgemeinschaft dauerhaft daran arbeitete, sich gemeinsam unter ein Abkommen zu vereinen, das einen Fahrplan für den aktiven, globalen Klimaschutz ausgibt. Und dieses neue Abkommen – der offizielle Nachfolger zum nun auslaufenden Kyoto-Protokoll – wird im Dezember dieses Jahres in Paris verabschiedet werden.

Jugendbündnis Zukunftsenergie auf der Klima-Vorbereitungskonferenz in Bonn - Foto: Chris Wright

Jugendbündnis Zukunftsenergie auf der Klima-Vorbereitungskonferenz in Bonn – Foto: Chris Wright

Bundesregierung lässt Marshall-Inseln im Stich

Am vergangenen Wochenende fand in London die 68. Sitzung der Internationalen Schifffahrtsorganisation der Vereinten Nationen (IMO) statt. Erstmals überhaupt stellte dabei ein Staat – die Marshall Inseln – einen Antrag, Schritte zu einem verbindlichen Minderungsziel für CO2-Emissionen für die weltweite Schifffahrt einzuleiten.

Imo-Sitzung im Mai 2015 – Foto: NABU/Julia Balz

Doch leider ist der Vorstoß der pazifischen Inselstaaten auf wenig Widerhall gestoßen. Auch die deutsche Bundesregierung, die sich gerne als Vorreiter in Sachen Klimaschutz sieht und den Antrag hätte unterstützen müssen, hat die Marshall Islands im Regen stehen lassen und sich nicht für Schritte gegen den Klimawandel stark gemacht.

Dabei wird der Schifffahrt ein Anstieg ihrer CO2-Emissionen bis zum Jahr 2050 um bis zu 250 Prozent prognostiziert – ein Minderungsziel ist also dringend geboten! Andere Sektoren haben dieses längst eingeführt und werden ihre Emissionen mutmaßlich ab 2020 reduzieren. Angesichts der Dringlichkeit des Klimawandels ist das Ergebnis der IMO-Sitzung und das Nicht-Handeln der Bundesregierung ein fatales Signal. Sie muss sich nun bei den entscheidenden Weltklimaverhandlungen im Dezember dringend dafür engagieren, dass sich die IMO für ein ambitioniertes Minderungsziel einsetzt.

Auf die Straße gegen die Kohlekraft!

Die Braunkohlebranche läuft Sturm gegen die Pläne von Bundeswirtschaftsminister Gabriel zu den Klima-Beiträgen, die durch die Energiewirtschaft erbracht werden müssen. Doch angesichts des drohenden Scheiterns der selbstgesteckten Klimaschutzziele der Bundesrepublik bis zum Jahr 2020 bleibt Gabriel gar nichts anderes übrig als auch die Kohlebranche stärker in die Pflicht zu nehmen. Ein Scheitern der Ziele wäre auch auf internationalem politischen Parkett eine Blamage – will sich Deutschland doch immer noch als Vorreiter in Sachen Klimaschutz profilieren.

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