Emissionsreduktion: Verbesserte Schutzvorschriften für Nordostatlantik beschlossen
Die UN-Seeschifffahrtsorganisation IMO hat den Nordostatlantik als Emissionskontrollgebiet ausgewiesen. Die verpflichtende Nutzung sauberer Kraftstoffe und verbesserter Abgasnachbehandlung wird empfindliche Ökosysteme vor Schadstoffeinträgen schützen.
Die weltweite Schifffahrt ist ein effizientes Transportmittel und ohne den globalen Transport von Gütern und Ressourcen wäre unsere moderne Welt nicht denkbar. Gleichzeitig ist sie aber ein enormer Faktor für die Verschmutzung der Umwelt. Globale Regulatorik ist im Vergleich zu nationaler weniger streng und erlaubt weiterhin die Nutzung von Schweröl als Kraftstoff, trotz verfügbarer, sauberer Alternativen. Durch die kontinuierliche Nutzung schmutziger, fossiler Kraftstoffe schädigen Schiffsflotten Umwelt, Gesundheit, Klima und Biodiversität.
Aufbauend auf seiner Arbeit zur Luftreinhaltung in Hafenstädten hat der NABU die Schifffahrt in den Blick genommen, um Auswirkungen auf Klima und Umwelt zu reduzieren. Er gründete ein Netzwerk europäischer NGOs, das sich seitdem gemeinsam für einen nachhaltigen Schiffsbetrieb einsetzt. Als Leuchtturm der gemeinsamen Arbeit dienten die Nord- und Ostsee, welche abweichend von globalen Schutzvorschriften bereits strengere Emissionsgrenzen für Schiffe festsetzten. Ein Erfolgskonzept zur Reduktion der Umweltauswirkungen, welches nun auf weitere Regionen ausgeweitet werden muss. Ein erster Erfolg der gemeinsamen Arbeit war die Einrichtung eines Emissionskontrollgebiets für Schwefeloxide im Mittelmeer, welches seit Mai 2025 in Kraft ist.
Meilenstein für maritimen Umweltschutz
Das Emissionskontrollgebiet entlang der europäischen Atlantikküste war der nächste Schritt. Die positive Beteiligung Islands und Grönlands ermöglichte dabei eine Reichweite, welche für Emissionskontrollgebiete bislang unübertroffen ist: von Portugal über die Britischen Inseln bis Grönland. Im gesamten Gebiet werden ab September 2027 schrittweise strengere Grenzwerte, nicht nur für Schwefel-, sondern auch für Stickoxidemissionen, gelten. Die Reduktion der ökologischen Belastung ist ein großer Schritt für den Schutz der marinen Ökosysteme und zeigt, dass es sich lohnt, für strenge Umweltstandards einzustehen – für Mensch, Klima und Natur.

Das nordatlantische Emissionskontrollgebiet und andere bereits bestehende sowie kürzlich
genehmigte Emissionskontrollgebiete – (c) THE INTERNATIONAL COUNCIL ON CLEAN TRANSPORTATION THEICCT.ORG
Keine Verlagerung der Schadstoffe
Basierend auf bisherigen Erfolgen und der Kooperation über ganz Europa wird der NABU diese Arbeit auch in den kommenden Jahren fortführen, um den maritimen Sektor bei seiner nachhaltigen Transformation zu unterstützen. Ein Fokus wird dabei auf Abgaswäschern – sogenannten Scrubbern – liegen. Diese ermöglichen weiterhin die Nutzung von Schweröl, indem sie zwar das Abgas der Schiffe reinigen, das kontaminierte Waschwasser, angereichert unter anderem mit Schwermetallen und polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen, aber direkt ins Meer einleiten. Der NABU setzt sich dafür ein, dass sowohl in Deutschland als auch regional übergreifend Verbote zur Einleitung von Scrubber-Waschwässern eingeführt werden. Statt einer reinen Verlagerung der Schadstoffe von der Luft ins Meer müssen verfügbare, saubere Alternativen genutzt werden.


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