#CO2FreiSpassDabei – Hauptsache schön warm?

Wie meine Anstrengungen im Bereich Stromsparen aussehen, konntet ihr ja schon hier lesen. Heute will ich berichten, wie wir beim Heizen CO2 einsparen können – oder auch nicht…

Viel papier muss gewälzt werden, um die persönlichen CO2-Emissionen zu ermitteln. Foto: Danny Püschel

Viel Papier muss gewälzt werden, um die persönlichen CO2-Emissionen oder Förderprogramme zu ermitteln. Foto: Danny Püschel

Heizen für die Umwelt

Auch beim Thema Heizen – was eigentlich das viel wichtigere Thema beim CO2-Sparen ist – hängt viel vom Verhalten ab. Gerade, wenn man in einer Mietwohnung lebt und wenig Einfluss auf die Heizungstechnologie hat.

Wenn man seine Wohnung nur um ein Grad Celsius weniger beheizt, spart man sechs Prozent Energie. Und da das Heizen ja für über zwei Drittel des Energieverbrauchs in Gebäuden verantwortlich ist, zählt hier jede Einsparmaßnahme. Bei uns zuhause sieht das so aus: die Heizung nur aufdrehen, wenn wir sie wirklich brauchen. Dabei hilft uns enorm, dass wir vor zwei Jahren überall programmierbare Thermostate installiert haben. Und dass wir selten über 20 Grad Celsius heizen.

Die Heizung wird nur eingeschaltet, wenn sie wirklich gebraucht wird. Foto: danny Püschel

Die Heizung wird nur eingeschaltet, wenn sie wirklich gebraucht wird. Foto: Danny Püschel

Sicher, wenn man an einem kalten Herbsttag nach Hause kommt, sind 20 Grad schon echt warm. Ist man aber eine Weile in der Wohnung, wirken 20 Grad auch schon mal recht kühl. Bevor wir Kinder hatten, haben wir dann halt noch einen Pullover angezogen (oder ausgezogen ;)). Mit Kindern ist das nicht ganz so leicht. Wenn die beiden auf dem Boden sitzend spielen oder sich etwas vorlesen lassen, merkt man schnell, dass 22 Grad im Zimmer doch schöner sind.

Dennoch klappt das ganz gut mit dem Einsparen. Die Thermostate sorgen dafür, dass die Wohnung bei 16 Grad gehalten wird, wenn niemand da ist. Um 17 Uhr heizen die Heizungen dann auf 19 bis 21 Grad hoch – je nach Raum – und man betritt eine warme Wohnung. Nach 21 Uhr fahren die Heizungen dann auf 17 bis18 Grad runter, so dass man nachts nicht frieren muss, aber auch nicht ins Schwitzen kommt.

Tja – und nun wieder das Verhalten: Ich hatte letzte Woche etwas Sorge, dass es unseren Kindern im Kinderzimmer zu kalt wird, und habe das Thermostat dort aus seiner Sommerpause geholt. Dummerweise habe ich vergessen, meiner Frau Bescheid zu sagen, dass ich damit unsere persönliche Heizperiode eingeläutet habe und wir nun anders Lüften müssen und die Türen in beheizten Räumen auch wieder schließen sollten.

Das führte dann dazu, dass meine Frau das Fenster über der Heizung beim Verlassen der Wohnung öffnete, um das Kinderzimmer mal ordentlich Lüften zu können. Sie hat aber nicht bemerkt, dass das Thermostat aktiviert war. In der Konsequenz ging das Thermostat kurz nach dem Verlassen der Wohnung an und befahl der Heizung, auf 21 Grad zu heizen – bei einem offenen Fenster direkt über der Heizung. Als wir nach Hause kamen, merkten wir, dass die Heizung total heiß war und die letzten fünf Stunden unseren Hof geheizt hatte…

Vorsprung durch Technik

Die genutzte Heiztechnik hat einen wesentlichen Einfluß auf die CO2-Emissionen. Eine Wärmepumpe, optimalerweise mit Ökostrom angetrieben, wäre toll. Oder wenigstens ein Gas-Brennwertkessel mit Solathermieunterstützung. Ich wohne nun seit 15 Jahren in unserer Wohnung. Leider habe ich bis heute keine Antwort von unserer Hausverwaltung bekommen, was wir eigentlich genau für ein Heizsystem haben. Dabei habe ich nur dreimal angefragt in den letzten beiden Jahren… Ich befürchte, bei uns gibt es nur einen alten Gaskessel. Nichtmal Brennwerttechnologie und schon gar nicht Solarthermie-unterstützt. Nun bin ich gelernter Ökobilanzierer und berechne auch Carbon-Footprints. Aber wenn ich nicht mal weiß, welches Heizsystem bei uns installiert ist, kann ich auch gar ermitteln, wie viel CO2 wir einsparen können, weil ich nicht einmal weiß, wie viel wir derzeit emitieren.

Auch ein Blick auf die Umlagenabrechnung hilft nicht, weil die Verbräuche bei uns auf die Wohnfläche verteilt werden. Das ist etwas frustrierend. Aber es macht aber auch deutlich, wieviel Einfluss ich als Mieter überhaupt auf meinen Heiz-Carbon-Footprint habe – quasi gar keinen – außer den beschriebenen Verhaltensmaßnahmen und eine gute Anpassung an subarktische Klimverhältnisse in meiner Wohnung.

Mein Vermieter wird wohl nicht auf die Idee kommen, eine neue, effiziente Heizungsanlage zu installieren. Warum sollte er auch? ER muss jede Menge Geld ausgeben, damit MEINE Nebenkosten (Heizkosten) sinken. Falls jemand von euch einen Tipp hat, wie man dieses Mieter-Vermieter-Dilemma lösen kann – immer her damit!

Aber ich habe mir fest vorgenommen, meinen Vermieter zu animieren, das neue Förderprogramm der Bundesregierung zur Heizungsoptimierung zu nutzen. Wenn er schon nicht bereit ist, auf neue effiziente Technologien zu wechseln, dann sollte das bestehende System doch wenigstens erstmal optimiert werden. Immerhin übernimmt der Staat 30 Prozent der Kosten für Pumpenaustausch und hydraulischen Abgleich.

Was soll ich denn noch machen?

Dieser Wettbewerb ums CO2-Sparen bereitet mir einige Schwierigkeiten. Jetzt, wo wir systematisch alle Energieverbräuche, alle Anschaffungen und unser Verhalten vor dem Hintergrund des CO2-Sparens analysieren, merke ich, dass wir kaum noch Einsparpotenzial haben, aber trotzdem noch sehr weit von einer dekarbonisierten Lebensweise entfernt sind.

Wie sieht´s bei euch aus? Wie spart ihr Energie und CO2 zu Hause? Habt ihr noch Tipps für mich, wie wir noch besser werden können? Kommentiert eure Beiträge hier!

Letzte Artikel von Volker Gehrmann (Alle anzeigen)

5 Kommentare

Maja

24.10.2016, 21:57

Bei der Erneuerung unserer Heizungsanlage haben wir uns nach viel Überlegungen doch wieder für Öl entschieden, weil anderes für unsere Altimmobilie und den derzeitigen Dämmzustand nicht passte. Eine Solarthermie-Option ist enthalten - nachdem das Dach neu gedämmt wurde könnte das nachträglich installiert werden. Alles auf einmal geht finanziell nicht. Unser persönlicher Stromfresser ist der Trockner, der nur noch für Notfälle 1-2x/ Monat genutzt wird. Die Waschmaschine wird nahezu nur im Eco-Modus (mit drei Stunden Waschzeit) genutzt. Beim Kauf der Kühltruhe hat der errechnete Strommehrverbrauch auf 10 Jahre beim heutigen Strompreis zum Kauf der höchsten Energie-Effiziensstufe geführt.

Danny Püschel

Danny Püschel

25.10.2016, 13:22

Hallo Maja! Es ist schön zu hören, dass ihr euch für eine Solarthermieanlage entschieden habt. das spart CO2! Ich kann euch auch empfehlen, den Ende diesen Jahres vorzustellenden gebäudeindividuellen Sanierungsfahrplan anzuschauen. Dieser Fahrplan soll Hausbesitzern aufzeigen, in welcher Reihenfolge welche Maßnahmen sinnvoll sind und was es zu bedenken gilt. Der Fahrplan wird von erfahrenen Experten erstellt (so jedenfalls der Plan) und die Erstellung soll vom Bund gefördert werden.

Uwe

20.10.2016, 12:14

Ich habe unseren Vermieter auch den Austausch der Umwälzpumpe vorgeschlagen. Die Stadtwerke haben das Upgrade auf eine stromsparende Variante gefördert, und zum Glück hat der Vermieter dann auch eingewilligt. Man könnte dem Vermieter auch vorschlagen, einen Gas-Anbieter zu wählen, der Biogas ins Verteilernetz einspeist (wenn das Haus einen Gasanschluss besitzt). Das habe ich aber noch nicht gehtan. Ich habe mir auch schon überlegt, mit dem Vermieter über den Austausch unserer Fenster aus den 80er Jahren zu sprechen. Bezogen auf den Dämmert sind diese mittlerweile sicher schon total veraltet. Natürlich ist es auch hier so, dass der Vermieter keinen Vorteil aus einem Austausch zieht, aber ich schon, wenn sich die Heizkosten verringern. Andererseits steigt durch den Austausch auch der Wert der Immobilie. Vielleicht kann man ja einen Kompromiss finden...

Danny Püschel

Danny Püschel

25.10.2016, 13:03

Danke für Deinen Kommentar, Uwe! Wie hat denn Dein Vermieter auf den Austauschvorschlag der Umwälzpumpe reagiert?

Uwe

25.10.2016, 13:45

Ich kann es dir leider nicht direkt sagen, wie er reagiert hat, da ich ihm den Vorschlag per Mail geschickt habe - und er hat nie darauf geantwortet. Aber wenige Wochen später war die neue stromsparende Umwälzpumpe eingebaut... ☺️ (ich habe Zugang zu unserer Zentralheizung)

Kommentare deaktiviert

%d Bloggern gefällt das: