#CO2freiSpassDabei – Die erste Woche ist um

Seit einer Woche versuche ich noch intensiver als bisher, meinen CO2-Fußabdruck zu verkleinern. Diese Woche habe ich mich voll und ganz auf mein Mobilitätsverhalten konzentriert. Und das war auch nötig (wie Ihr hier nachlesen könnt).

Berliner U-Bahnen fahren mit Ökostrom. Foto: Sebastian Scholz

Berliner U-Bahnen fahren mit Ökostrom. Foto: Sebastian Scholz

Im Alltag habe ich gar nicht viel anders gemacht als sonst: In der Stadt habe ich mich in der letzten Woche zu Fuß, mit dem Fahrrad und mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fortbewegt. Mit einer einzigen Ausnahme: Kurzfristig habe ich ein CarSharing-Auto benutzt; ich hatte im Rucksack meinen Einkauf, es hat in Strömen geregnet, ich hatte zum Essen eingeladen und wollte meinen Besuch nicht warten lassen.

Umweltverbund

Fuß- und Radverkehr sind völlig unproblematisch, da sie völlig emissionsfrei sind. Trams, U- und S-Bahnen werden elektrisch angetrieben. Damit sind die Verkehrsmittel selbst zwar auch emissionsfrei, für den CO2-Fußabdruck kommt es dann aber auf die Treibhausgasemissionen des eingesetzten Stroms an.

Fahrradampel - Foto: Helge May

Fahrradampel – Foto: Helge May

Die BVG (Berliner Verkehrsbetriebe) setzten nach eigenen Angaben Ökostrom aus Wasserkraft ein (Tipps zu wirklich grünem Strom findet Ihr hier). Die BVG setzt inzwischen auch einige Busse mit Elektroantrieb ein, allerdings nicht auf den Linien, die ich in meinem Alltag nutze. Unser CO2-Rechner setzt für Fahrten mit dem Öffentlichen Personen Nahverkehr einen relativ niedrigen CO2-Emisssionswert an, er ist aber nicht null. Damit sind dann also auch Fahrten mit dem dreckigen Diesel-Bus abgedeckt.

Motorisierter Individualverkehr

Die eine Autofahrt, die ich in der vergangenen Woche unternommen habe, hätte ich sicherlich auch vermeiden können – da hätte ich mich bloß besser organisieren müssen. Es gibt aber ganz sicher immer Situationen, in denen sich motorisierter Individualverkehr (MIV) nicht ganz vermeiden lässt. Dafür brauchen wir bis 2050 auch Lösungen!

Der derzeit von den Bundesländern im Bundesrat eingebrachte Vorstoß ab 2030 keine Benzin- und Dieselmotoren zuzulassen wäre sicher ein gutes Signal. Denn es muss klar sein, wenn wir Klimaschutz ernst nehmen, müssen wir unser Verhalten verändern. Andererseits müssen aber auch die richtigen politischen Weichen gestellt werden. Und das heißt auch, dass unsere Autoindustrie sich umstellen und Produkte anbieten muss, die deutlich weniger klimaschädlich sind als Autos mit Verbrennungsmotor.

Flugverkehr

Ein anderes großes Problem sind Flugreisen (ich berichtete). Ich selbst werde bei allen kommenden Reisen mehr als einmal abwägen, ob die wirklich stattfinden müssen und ob ich dabei wirklich fliegen muss. Wenn es sich gar nicht vermeiden lässt zu fliegen, werde ich zumindest den CO2-Ausstoß kompensieren.

Die Klimakonferenz der Vereinten Nationen findet dieses Jahr im Marrokanischen Marrakesch statt.

Die Klimakonferenz der Vereinten Nationen findet dieses Jahr im Marrokanischen Marrakesch statt.

Ich werde an der kommenden Klimakonferenz im November in Marokko teilnehmen. Für mich lag es auf der Hand, dorthin mit dem Zug zu reisen. Die Zugreise hätte rund 55 Stunden plus Fährüberfahrt und Zwischenübernachtungen gedauert.

Ich bezweifle, dass ich die Zeit hätte produktiv nutzen können und hatte schlussendlich auch Sorge, dass sich nach so einer Zeit im Zug meine Rückenprobleme wieder bei mir melden. Ich habe also den Plan aufgeben und habe nun doch Flugtickets gebucht – selbstverständlich wird die Flugreise wieder kompensiert.

Auch für den Flugverkehr braucht es langfristig klare Regeln zur Minderung der Emissionen. Im Paris Agreement sind Emissionen aus Flugverkehr nicht abgedeckt – sie sind ja nur schwer einem einzigen Land zuzuordnen. Die Internationale Organisation für die zivile Luftfahrt (ICAO) hat sich am 7. Oktober auf eine langfristige Minderung der Treibhausgasemissionen des Flugverkehrs geeinigt. Die Ziele und Maßnahmen sind aber noch längst nicht ausreichend. Und natürlich braucht es auch noch mehr technische Innovationen um den unvermeidbaren Flugverkehr möglichst emissionsfrei zu gestalten.

Fazit

Mein wichtigstes Fazit in dieser Woche: Ich muss selbst darauf achten, was ich tue und wie ich mich fortbewege. Ich muss dringend mein Mobiltätsverhalten überdenken – vor allem während meiner Urlaube. Dennoch reicht das alleine auch nicht aus. Gleichzeitig brauchen wir eine Politik, die klare Vorgaben macht und zum Beispiel langfristig keine Verbrennungsmotoren mehr zulässt. Außerdem braucht es natürlich innovative Produkte und Techniken, die uns dabei helfen unsere Emissionen bei der Mobilität zu mindern.

Sebastian Scholz
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NABU-Teamleiter für Energie & Klima
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2 Kommentare

Ruedi

15.10.2016, 10:08

Auf Flugreisen verzichte ich aus Prinzip. Wer es aus beruflichen Gründen muss hat leider keine Wahl. Was hier im Artikel nun aber wieder fehlt ist der Hinweis auf die vegane Lebensweise. Versch.Studien nach macht alleine dies 51% des weltweiten Treibhausgas aus. zB die Doku Cowspiracy verwendet diese Angabe des worldwatch-Instituts aus 2009. Der gesamte Verkehrsbereich kommt dagegen insgesamt nur auf 13%.

Sebastian Scholz

Sebastian Scholz

17.10.2016, 09:19

In der ersten Woche wollten wir uns zunächst um das Thema Mobilität kümmern. Diese Woche soll der Fokus auf Wohnen also vor allem Wärme und Strom liegen. In der nächsten Woche haben wir geoplant uns mit Konsum im allgemeinen verstärkt auseinander zu setzen und in der übernächsten Woche wollen wir dann unser Augenmerk auf den Bereich Ernährung legen.

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