Weniger Müll am Arbeitsplatz

Weniger Müll am Arbeitsplatz

Wir verbringen sehr viel Zeit auf der Arbeit. Ich bin 40 Stunden die Woche oder mehr nicht in meiner Wohnung, doch wie ist das eigentlich mit dem Plastikverzicht und weniger Müll auf der Arbeit?

Alles was mich selber angeht, ist einfach. Ich bringe mir Essen von zu Hause mit oder wenn ich mir essen hole, versuche ich auf Einwegverpackungen zu verzichten.

Essen "to go"

Essen „to go“

Natürlich klappt das nicht immer. Wenn ich mir etwas in einem Café oder Imbissladen hole, dann mit einer Porzellanschüssel aus unserer Küche oder mit der Mehrwegdose, die an meinem Arbeitsplatz steht. Viele Cafés und Restaurants in unserer Nähe haben wir überzeugt, uns das Essen in die mitgebrachte Dose zu füllen.

Tipps für weniger Müll am Arbeitsplatz

Doch wie sieht es generell im Unternehmen oder der Firma aus? Wieso nicht heute schon für weniger Müll am Arbeitsplatz sorgen? Beim NABU beispielsweise werden bei Besprechungen nur Karaffen mit Leitungswasser genutzt.

Glaskaraffen für Besprechungen

Glaskaraffen für Besprechungen

 

In Deutschland ist das Leitungswasser unbedenklich trinkbar. Auch an meinem Platz steht so eine Karaffe. Außerdem orientiert sich der NABU an Umweltleitlinien, die hier zu finden sind.

Ohne Kaffee geht nichts

Steht bei Ihnen ein Kaffee-Kapselmaschine? Sorgt für sehr viel Müll. Besser ist eine Gastro-Kaffeemaschine oder ein Kaffeevollautomat. Dieser ist zwar aus Plastik, brüht z.B. aber nur auf Abruf. Das lohnt sich, wenn viele Einzeltassen benötigt werden. Falls eine Kapselmaschine jedoch schon vorhanden ist, ist Wegschmeißen natürlich keine Lösung. Mittlerweile gibt es auch Mehrwegkapseln, in die man Kaffee aus der Packung einfüllen kann.

Was ist der Kaffee ohne Milch? Häufig gibt es nur Kondensmilch in kleinen Einzelverpackungen, die viel zu viel Müll produzieren. Beim NABU gibt es daher nur Bio-Milch im Tetrapack. Mehrweg-Glasflaschen aus der Region wären aber auch eine Option.

Fehlt noch der Zucker: Häufig sehe ich Einzel-Rieselpäckchen, auch in großen Kantinen. Völlig unnötig, auch Hygienevorschriften können nicht der Grund sein, denn in Cafés gibt es ja auch Glasportionierer. Außerdem: Meistens bleibt was drin im Päckchen und wird dann einfach weggeworfen. Beim NABU gibt es Zucker nur aus der Porzellan- oder Glasdose. Löffel rein und jeder kann sich seine Portion nehmen.

Papier und Versandverpackungen

Dann fällt täglich sehr viel Papiermüll an. Der Spruch „think before you print“ ist ja bei vielen Firmen schon Standard. Achten sollte man auch darauf, dass nur Recyclingpapier benutzt wird und auf diesem auch noch das Siegel „Blauer Engel“ steht. Der NABU nutzt beispielsweise nur Blöcke oder Notizklebezettel aus recyceltem Papier.

 

 

Büromaterialien kann man heutzutage auch bei Anbietern bestellen, die in Mehrwegkisten liefern. Der Kurier packt vor Ort aus und nimmt die Kisten direkt wieder mit. Spart enorm viel Verpackungsmüll.

Kleberollen gibt es mittlerweile aus recyceltem Papier. Und bei Klebern gibt es mittlerweile Ökovarianten. Und diese sind nicht wesentlich teurer als normale Klebestifte. Versandverpackungen mit FSC-Siegel sind ebenso die bessere Wahl.

Ich könnte hier so weitermachen, denn natürlich gibt es mittlerweile auch Stifte oder Eddings, die öko-zertifiziert sind.

Zum Schluss der Drucker

Druckerpatronen sollten nicht im Müll landen, sondern können gesammelt und gespendet werden. Tipps dazu finden sich häufig beim regionalen Abfallversorger.

Bei Neuanschaffungen von Maschinen lohnt sich ein Blick auf das Ökolabel – viele Geräte sind mittlerweile zertifiziert. Wichtig für die Langlebigkeit ist eine regelmäßige Wartung, oder wenn doch was kaputt geht, erst mal die Repaparatur, bevor das Gerät entsorgt wird.

Was macht Ihr schon in eurer Firma oder in Eurem Unternehmen?

Weitere Tipps gibt es hier.

Nicole Flöper

Nicole Flöper

Redakteurin "Naturschutz heute" und Mitarbeiterin der Pressestelle
Nicole Flöper

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4 Kommentare

Gabriel

06.03.2018, 11:27

Obwohl ich in einer Bundesbehörde tätig bin, die sogar "Energie" in ihrem Namen trägt, ist bei meinen Kolleginnen und Kollegen kaum etwas von Energieeinsparung zu bemerken. Hier wird ganz nach dem Motto gewirtschaftet "Ist ja nicht meins - geht mich nichts an". Dies ist allerdings weit gefehlt, denn die Umwelt geht jede und jeden von uns an und vor allem müssen die entstehenden Kosten durch den Steuerzahler, wozu meine Kolleginnen und Kollegen auch gehören, getragen werden. Beispielsweise wird beim Verlassen des Raumes das Licht angelassen - egal, um welche Art von Raum es sich handelt. Säckeweise wird Papier - häufig farbig bedruckt - entsorgt - und das, obwohl bei uns bereits die sogenannte e-Akte eingeführt wurde. Während die Heizung auf vollen Touren läuft wird gelüftet. In den Teeküchen stehen mehrere Kaffeemaschinen, die parallel laufen, darunter auch Kapselmaschinen. Was alles an Geräten noch in den Büros steht, möchte ich lieber nicht wissen. Papierhandtücher und Toilettenpapier werden großzügig dem Spender entnommen und auch ungebraucht entsorgt. In den Büros leuchten Deckenbeleuchtung und Schreibtischbeleuchtung bei Tageslicht gleichzeitig. Immerhin, die Schreibtischleuchten sind bereits mit LED-Leuchtmittel bestückt. Müll wird in dieser Behörde nur teilweise getrennt. Zwar werden in den Büros Abfallbehälter mit einem Extra-Einsatz angeboten und in den Teeküchen stehen Mülltrennungsbehälter, aber wirklich genutzt werden diese nicht. Ich habe bisher auch noch nicht beobachten können, dass der Müll von den Reinigungskräften ernsthaft getrennt wurde... Mich macht das alles fassungslos und teilweise wütend. Erwachsene Menschen, die mit ihrer täglichen Arbeit Entscheidungen unserer Politik erarbeiten, sind nicht in der Lage, einfachste Handgriffe, die bereits in Kinderjahren gelehrt wurden, umzusetzen. Welche Behörde beaufsichtigt das Handeln anderer Behörden? Bei Ausschreibungen soll bereits auf Nachhaltigkeit geachtet werden. Wer kontrolliert das? Viele Behörden haben ein riesiges Areal an Grünfläche um das Amtsgebäude herum. Warum besteht hier nicht eine Verpflichtung, Teile dieser Grünflächen im Sinne der Natur, Pflanzen- und Tierwelt zu nutzen? Thema Bienenstöcke, Wildwiesen etc. Es könnte noch viel mehr in diesem Land getan werden, wenn Machthabende sich dafür endlich ernsthaft einsetzen würden. Eine Lobby hätten sie - UNS!!!

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Uwe

07.03.2018, 13:21

Oh man, das klingt ja furchtbar. :-( Da hilft nur eins: Die Probleme im nächsten Mitarbeitermeeting offen ansprechen, auch auf die Gefahr hin, dass man sich lächerlich macht. Und versuchen, die Vorgesetzten mit ins Boot zu holen, die regelmäßig auf Fehlverhalten aufmerksam machen. Nur so lässt sich das Verhalten der Mitarbeiter ändern - indem man dafür sorgt, dass sie über ihr Handeln nachdenken.

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Mamabird

03.03.2018, 14:02

Bei uns wird da leider nichts gemacht. Das liegt aber auch daran, dass fast jede Leistung ausgeschrieben wird bzw. werden muß. Und das günstigste Angebot hat üblicherweise kaum etwas mit irgendeiner Form von Ressourcenschonung zu tun. Es wird wohl zu lange dauern, bis aus China billige umweltverträgliche Produkte kommen, die günstiger sind als das bisherige kurzlebige Zeugs aus neuen Materialien. Einen Tip fürs NABU-Büo hätte ich aber noch: Probiert doch mal aus, die Bio-Kuhmilch durch Bio-Hafermilch zu ersetzen. Der Umstieg hat bei mir daheim super geklappt und im Müsli macht sich die Hafermilch sogar besser als Kuhmilch. Fa. Kölln nimmt angeblich Hafer von der Insel Rügen. Tierschonend & regional. Grüße von Mamabird vom Südstrand der Elbe bei Hamburg.

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Uwe

03.03.2018, 09:36

Ein ganz großes Thema sind auch die Toiletten. Ökologisch am sinnvollsten währen dort wohl Baumwollhandtücher zum Trocknen der Hände, die auf einer Endlosrolle hängen. Bei uns gibt es stattdessen leider nur Einweg-Papiertücher, von denen viele Leute immer unnötig viele verwenden um ihre Hände zu trocknen. Schade um die vielen Bäume, die dafür sterben müssen. Wie man nur ein Papierhandtuch zum Händetrocknen verwendet zeigt eindrucksvoll dieses TED-Video: https://youtu.be/2FMBSblpcrc

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