Umweltfreundlich picknicken

Umweltfreundlich picknicken

Decke ausbreiten, hinsetzen, Essen auspacken – für viele von uns gehört ein Picknick zum Sommer wie der Besuch im Freibad oder das Eis in der Waffel. Wenn ich durch den Park gehe und anderen Menschen beim Picknicken zuschaue, wundere ich mich immer wieder, wie viel Müll dabei anfallen kann. Kein Wunder, dass viele Abfalleimer im Park regelrecht überquellen. Dabei ist es ganz einfach, so zu picknicken, dass Umwelt und Natur geschont werden – nicht nur mit Blick auf den Müll.

Das A und O ist die richtige Verpackung für die Lebensmittel und das richtige Geschirr. Kurz gesagt: Mehrweg ist top, Einweg ein Flop. Im eigenen Zuhause käme (hoffentlich) niemand auf die Idee, von einem Pappteller zu essen oder aus einem dieser dünnwandigen Kunststoff-Becher zu trinken. Warum also beim Picknick? Unglaubliche 350.000 Tonnen Abfall entstehen in Deutschland pro Jahr durch Einweggeschirr und To-go-Verpackungen. Wahnsinn!

Wer Angst vor Scherben hat, muss ja nicht unbedingt Gläser oder Porzellanteller mitnehmen. Es gibt mittlerweile attraktives, unkaputtbares Mehrweggeschirr, das man sich übrigens auch prima im Freundeskreis oder in der Nachbarschaft untereinander ausleihen kann. Für die drei, vier Picknicks im Jahr brauchen sich ja nicht unbedingt alle komplett auszustatten.

EU gegen Einweg-Plastikteller

Immerhin: Die EU hat sich des Themas angenommen und 2019 gesetzlich geregelt, dass seit dem 3. Juli 2021 keine Plastik-Einwegteller und kein Plastik-Einwegbesteck mehr verkauft werden dürfen. Dasselbe gilt auch für Trinkhalme und Rührstäbchen aus Einwegplastik. Weiterhin erlaubt sind aber To-go-Getränkebecher und Fast-Food-Verpackungen aus Plastik – außer sie sind aus Styropor. Der Handel darf dann nur noch bereits vorhandene Ware ausgeben. Wer sich allerdings an das Verbot der Glühbirnen in der EU erinnert, weiß, wie lange solch ein Abverkauf dauern kann.

Noch ein Wort zu Plastik-Verpackungen und Plastik-Geschirr, das als „biologisch abbaubar“ oder „kompostierbar“ beworben wird: Das ist nicht besser. Diese Kunststoffe bauen sich allenfalls in industriellen Kompostierungsanlage ab, nicht aber in der Natur. Und in Deutschland darf das Zeug noch nicht mal in die Biotonne.

Müll trennen? Aber sicher!

Wenn beim Picknick trotz Mehrwegverpackungen Müll anfällt, sollte man ihn mit nach Hause nehmen und ordentlich – sprich: getrennt – entsorgen. Der Müll aus dem Abfalleimer im Park wird nämlich verbrannt statt recycelt. Schlimmstenfalls weht ihn der Wind davon oder Vögel holen ihn wieder aus dem Abfalleimer, um nach Essbarem zu suchen. So landet der Müll allzu oft in freier Natur und in unseren Gewässern. Selbst dann, wenn wir ihn draußen im Park in die Tonne geworfen haben.

Pflanzliche Lebensmittel sind erste Wahl

Natürlich hat auch die Auswahl der Lebensmittel, die wir beim Picknicken konsumieren, einen gewaltigen Einfluss auf die Natur. Hier gilt dasselbe wie zu Hause: Wer wenig Fleisch isst, schont die Umwelt, weil die Tierhaltung im heute üblichen Maßstab enorme Mengen an Wasser, Fläche und Energie verbraucht und sowohl die Klimakrise als auch das Artensterben befeuert. Gemüse und andere pflanzliche Lebensmittel sind da die weitaus bessere Wahl.

Bio, fair, regional und saisonal – diese Qualitätsmerkmale sind entscheidend. Trauben im April, Erdbeeren im Oktober und Schokolade ohne Bio- und Fair-Trade-Label schaden Natur, Umwelt und den Menschen in den Produktionsländern – egal ob wir sie zu Hause am Esstisch verzehren oder in freier Natur.

Ein Platz im Grünen

Picknicken in freier Natur ist fast überall erlaubt. Aber eben nur fast überall. Auf blütenreichen Magerrasen, auf denen Orchideen wachsen und Schmetterlinge und Wildbienen leben, sind Picknicks ebenso tabu wie in vielen Naturschutzgebieten, in denen man die Wege nicht verlassen darf. Das ist dann übrigens keine Schikane, sondern dient dem Schutz der Pflanzen und Tiere. Man sollte sich also tunlichst daran halten – nicht nur, um keinen Ärger zu bekommen, sondern weil das wirklich sinnvoll ist.

Ich wünsche uns allen noch einen schönen Sommer – mit vielen gemütlichen Picknicks im Sonnenschein.

Dieser Tipp ist als Gastbeitrag des NABU auf dem IKEA-Unternehmensblog erschienen. Seit Januar 2020 veröffentlichen wir jeden Monat einen Tipp für ein nachhaltigeres Leben. Der NABU und IKEA sind seit 2011 Kooperationspartner. Die Illustrationen stammen von der Grafikerin Jule Roschlau.

Katharina Istel

Katharina Istel

Referentin für Nachhaltigen Konsum
Katharina Istel

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