Freitags geht es um die Zukunft!

Freitags geht es um die Zukunft!

Also ich bekomme fast immer Gänsehaut, wenn ich Mitschnitte der Reden Greta Thunbergs höre oder sehe. Die junge schwedische Aktivistin formuliert klar und deutlich, wie drastisch die Klimakrise und wie dringend Handeln ist. Es ist nicht so, dass ich aus ihren Reden für mich neue Informationen gewinne. Nein – das Wissen, das ihrer Arbeit zugrunde liegt, steht auch mir zur Verfügung. Es beeindruckt mich hingegen sehr, wie pointiert die Schülerin die Entscheider und Entscheiderinnen adressiert und wie klar sie Zusammenhänge herstellt.

Greta Thunberg und Fridays for Future

Aber mal von vorne. Greta Thunberg hat im Sommer vergangenen Jahres angefangen, die Schule zu bestreiken, damit endlich mehr für den Klimaschutz passiert. Es heißt, ihre Eltern hätten mit ihr verhandelt, dass sie wenigstens an vier von fünf Wochentagen in die Schule gehen soll – der Freitag blieb für den Schulstreik für das Klima reserviert. Seitdem streikt sie freitags unter dem Motto „Fridays for Future“ – immer dabei: ihr Plakat „Skolstrejk för Klimatet“.

Greta Thunberg streikt für die Zukunft. Hier an einem Freitag in Kattowitz.

Greta Thunberg streikt für die Zukunft. Bild: Sebastian Scholz

Der Schulstreik fürs Klima an Freitagen ist längst zur Bewegung geworden. In Deutschland gibt es Fridays for Future-Gruppen und -Demos in allen größeren Städten. Die Demos werden auch tatsächlich dominiert von Schülerinnen und Schülern, die sich selbst organisieren. Plakate und Transparente mit Logos der großen Organisationen sucht man vor Ort vergeblich, dafür gibt es viele selbstgemalte und –gebastelte Demomaterialien.

Es bewegt mich, dass so viele Schülerinnen und Schüler aufmerken, dass ihre Zukunft durch unser aller Handeln gefährdet wird. Ich finde es sehr stark, wie Greta Thunberg stellvertretend für die Bewegung auf den Bühnen der Weltpolitik auftritt und auf mich weitgehend unbeeindruckt wirkt. In Kattowitz auf der Weltklimakonferenz der Vereinten Nationen sprach sie die Entscheider direkt an: „Until you focus on what needs to be done rather than what is policially possible, there is no hope.“ (Übersetzt sinngemäß: Solange ihr nicht das tut, was nötig ist, anstelle von dem was politisch möglich ist, gibt es keine Hoffnung.) Das nenne ich mal eine klare Beschreibung der aktuellen Klimapolitik!

Auch in Deutschland beschreibt dieses Zitat sehr gut die Lage der Klimapolitik. Klimaschutzziele bis 2020, Kohleausstieg im Einklang mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens, Gebäudekommission einrichten, um endlich Maßnahmen für mehr Energieeffizienz im Gebäudesektor einzuführen oder das Klimaschutzgesetz für verbindliche Klimaschutzziele bis 2030. Bei jedem einzelnen dieser Beispiele ist die klimapoltische Notwendigkeit völlig unstrittig. Dennoch: In der aktuellen politischen Gemengelage sind diese Beispiele schwer oder gar nicht durchsetzbar.

Es tut gut zu sehen, dass so viele junge Menschen mit dem Finger auf diese Diskrepanz zeigen. Und die Demos machen mir Mut! Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Studierenden, liebe Klimastreikenden, ich danke Euch. Und ich bitte Euch, macht weiter damit! Bleibt entschlossen dran! Es ist unendlich wichtig, dass ihr euer Recht auf eine lebenswerte Welt und damit unser aller Zukunft einfordert!

Mehr Infos zu Fridays for Future

Die Reden von Greta Thunberg auf Youtube

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NABU-Teamleiter für Energie & Klima
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5 Kommentare

Rainer Kirmse

28.07.2019, 14:35

Blaumachen für den blauen Planeten ist akzeptabel, Regierung und Industrie versagen beim Klimaschutz, die Jugend setzt hier ein Zeichen. Jeder kann einen Beitrag leisten, den Lebensstil ändern und damit den ökologischen Fußabdruck verringern, auch die Jugendlichen selbst sollten einige Verhaltensweisen auf den Prüfstand legen. Eltern und Lehrer mit ins Boot, Mutter Erde ist in Not. Mit oder ohne Unterricht, Der Klimawandel wartet nicht. FÜR DEN BLAUEN PLANETEN Der Mensch, dieses kluge Wesen, kann im Gesicht der Erde lesen. Er sieht die drohende Gefahr, spürt die Erwärmung Jahr für Jahr. Homo sapiens muss aufwachen, seine Hausaufgaben machen. Der Handel mit Emissionen wird unser Klima nicht schonen. Weg vom ewigen Wachstumswahn, braucht es einen weltweiten Plan. Für den Planeten, die Menschheit, geh'n wir's an, es ist an der Zeit. MUTTER ERDE IN NOT The earth is our mother, We will not have another. Für Mutter Erde kämpfen wir, Gegen Raubbau und Profitgier; Dass sie nicht zur Wüste werde, Wir haben nur eine Erde. Retten wir uns'ren Regenwald, Gebieten der Kohle Einhalt; Besiegeln der Kernkraft Ende, Drängen zur Energiewende. Das oberste Gebot der Zeit Muss heißen Nachhaltigkeit. An alle Welt geht der Appell, Klimawandel ist universell. Weisen wir jetzt entschlossen Die Klimakiller in die Schranken. Bremsen wir Trump und Genossen, Der blaue Planet wird uns danken. Rainer Kirmse , Altenburg Mit freundlichen Grüßen

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Holger G.

21.06.2019, 12:54

Der Einwand von Jökus ist leider sehr simpel gestrickt. Darf man gegen schädliche Sachen nur dann protestieren, wenn man in seinen Handlungen absolut konsequent ist? Ich vermute eher, dass eine kritische Auseinandersetzung mit klimaschädlichem Verhalten der Gesellschaft auch einen Einfluss auf das eigene Verhalten hat. Ich möchte Fridays for Future dazu anregen, Proteste schwerpunktmäßig auf Flughäfen durchzuführen, um das Flight shaming zu befördern.

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Jökus

16.03.2019, 03:59

Liebe, gegen den menschengemachten Klimawandel protestierende Schülerinnen und Schüler, versprecht ihr mir, dass ihr alle auch selber, falls noch nicht geschehen, ab sofort und für immer, auf klimaschädliches Verhalten (z. B. mit dem Auto zur Schule gebracht werden, Flugreisen, Kreuzfahrten, stundenlanges, stromfressendes Computerspielen, klimaschädlicher Fleischkonsum, übermäßiges Shoppen klimaschädlich hergestellter Produkte, u. v. m... ) verzichten werdet ? Warte auf Eure Antwort... Liebe Grüße Euer Jökus joekus@yahoo.com

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Martin H.

01.03.2019, 16:30

Greta Thunberg und ihre Familie essen aus Klimaschutzgründen vegan. Wäre das vielleicht etwas für die Menschen hierzulande, wenn mal gerade kein Fleisch, MIlchprodukte oder Eier aus extensiver Weidetierhaltung zur Hand sind? Das wäre doch sicher ein gut sichtbares Signal durch uns erwachsene Menschen.

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Martin

25.02.2019, 11:21

Greta Thunberg ist der personifizierte Weckruf... "Die junge schwedische Aktivistin formuliert klar und deutlich, wie drastisch die Klimakrise und wie dringend Handeln ist." --> Mich würde interessieren, wer von den Lesern dieses Blogs dem Klima (und vielleicht auch den Tieren) zuliebe seine Ernährung auf vegan umgestellt hat oder vorhat, dies in nächster Zeit zu tun. Liebe Grüße Martin

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