Sascha Roth Beiträge

Kein Bock auf Biotonne

Seit knapp drei Jahren müssen die deutschen Landkreise und kreisfreien Städte laut Kreislaufwirtschaftsgesetz Bioabfälle aus Küche und Garten getrennt sammeln. Aber auch nach mehr als 1.000 Tagen weigern sich viele Gebietskörperschaften, diese gesetzliche Pflicht zu erfüllen. Der NABU hat recherchiert, dass im Oktober 2017 noch immer 33 Landkreise keine Möglichkeit zur Getrennterfassung anbieten. Weitere sieben wollen eine Biotonne erst in den kommenden zwei Jahren einführen. Und rund 17 Landkreise, vornehmlich in Bayern, bieten nur Sammelstellen im Bringsystem an.

Umsetzung der Biotonne in den Landkreisen 2017 -Grafik: NABU

Auch zwei Jahren nach Einführung der Trennpflicht bietet jeder fünfte Landkreis in Deutschland weiterhin kein oder nur ein mangelhaftes Trennsystem für Bioabfälle an. – Grafik: NABU

Die Zahnbürste und die geplante Obsoleszenz

Am Anfang dieser Geschichte steht eine kaputte elektrische Zahnbürste, die ich seit drei Jahren mein Eigen nenne. Aber was heißt schon „kaputt“? Der Akku funktioniert einfach nicht mehr. Nach ständigem Aufladen hat er den Geist aufgegeben. Und nun? Die Zahnbürste zum nächsten Wertstoffhof bringen? Kommt für mich nicht in Frage! Schließlich setzen wir uns beim NABU ja immer dafür ein, dass Elektrogeräte ein längeres Leben bekommen und damit Umwelt und Ressourcen geschützt werden.

Elektrische Zahnbürste - Foto: Michael Dommel

Praktisch ein Ding der Unmöglichkeit, den Akku einer elektrischen Zahnbürste selber auszuwechseln – Foto: NABU/Michael Dommel

Versuch, den Akku selber auszutauschen

Ich untersuche die Zahnbürste also genauer und stelle fest, dass es nirgendwo eine Öffnung oder eine Klappe gibt, durch die ich an die Batterie herankomme. Es handelt sich also um einen eingebauten Akku, der erheblichen Einfluss auf die Lebensdauer der Bürste hat. Denn ist er erst einmal kaputt, werfen viele Verbraucher das Gerät sofort weg und kaufen eine neue Bürste.

Mit Youtube-Videos zum Erfolg?

Was also tun? Wer heute nicht mehr weiter weiß, der bildet keinen Arbeitskreis, sondern guckt sich erst einmal im Internet um. Auf der Internetseite des Herstellers werde ich erst einmal enttäuscht, denn ich finde zwar eine knappe Bedienungsanleitung, aber kein Handbuch für die Reparatur. Nach kurzer Suche finde ich zwar einen Reparatur-Service-Partner, der befindet sich aber am anderen Ende von Berlin. Also surfe ich weiter und werde dann auch sofort überwältigt von 21.700 Suchergebnissen, bestehend aus Reparaturvideos, Reparaturblogs, Zeitungsartikeln und Produktbewertungen.