Eric Neuling Beiträge

Vogelzug im Klimawandel

Vögel passen sich an veränderte Umweltbedingungen an. Sie tun das unterschiedlich erfolgreich, je nachdem wie eng oder weit ihre ökologische Nische ist. Der Haussperling alias Spatz kommt heute fast überall auf der Welt vor, weil er sich neue Lebensstätten und Nahrungsquellen durch den Menschen erschlossen hat. Der Brillenpinguin lebt nur an Südafrikas Küsten. Da seine Nahrungsfische dort verschwinden, ist er inzwischen sehr selten, findet aber keinen alternativen Lebensraum, da er kalte Meeresströmungen braucht. Der Klimawandel zeigt sich bereits deutlich, und er bringt Veränderungen, die gerade für Arten mit komplexen Lebensweisen eine große Herausforderung darstellt. Er beschleunigt sich mit all seinen Symptomen zu schnell, als dass eine evolutionäre Anpassung mithalten könnte. Die Zugvögel gehören zu den Verlierern, denn ein einzelner Vogel ist auf intakte Verhältnisse an mehreren Orten der Welt angewiesen.

Klimawandel und Artenschwund – eine gefährliche Entwicklung

Klimawandel und Artenschwund – eine gefährliche Entwicklung

Schwindendes Meereis, Korallensterben und Dürren sind Bilder die wir mit dem Klimawandel verbinden. Die globalen Symptome des längst laufenden Erwärmungsprozesses unserer Erde beherrschen die Aufmerksamkeit, wenn das Thema es endlich mal wieder in die Medien schafft. Immer öfter kommen die Meldungen von Extremwetterereignissen inzwischen auch aus Europa, wie kürzlich angesichts der Überflutungen südlich der Alpen und der extremen Hitze und Wasserknappheit nur wenige hundert Kilometer entfernt in Mittel- und Süditalien.

Modern und naturverträglich – Neue Strommasten

Freileitung oder Erdkabel? Diese Frage beim dringend benötigten Netzausbau hat sich seit Jahresbeginn zumindest für die großen Nord-Süd-Gleichstromleitungen zugunsten der Verkabelung entschieden. Doch für die Energiewende müssen auch zahlreiche kürzere Hoch- und Höchstspannungstrassen modernisiert und ausgebaut werden. Die Teilverkabelung ist natürlich möglich, aber rechtlich beschränkt. Außerdem gibt es zahlreiche Gebiete, in denen die Verlegung erhebliche Eingriffe bedeuten kann und eine Freileitung das geringere Übel darstellt.

Grafik: 50Hertz Transmission

Grafik: 50Hertz Transmission

Zumindest in der Forschung sieht man inzwischen nicht mehr nur schwarz-weiß. Denn einiges spricht dafür, dass Strommasten von Freileitungen heute nicht mehr so aussehen müssen, wie vor 80 Jahren. Die typische Stahlgitterbauweise in Tannenbaumform (Donaumasten oder Tonnenmasten) oder als “T“ auf einer Ebene hat sich bis heute tatsächlich kaum verändert. Inzwischen besteht jedoch zu Recht ein anderer Anspruch an unser Landschaftsbild, dass ohnehin zusehends technisierter wird: Monotone Felder mit verschwindenden Wiesen, Hecken und Alleen sowie Straßen, Gewerbegebiete, Windparks und weithin sichtbare Stromleitungen prägen unsere Umwelt.

In einigen Ländern Europas wie Dänemark, Island, UK und Frankreich sind bereits neuartige Strommasten in der Entwicklung oder im Betrieb. Auch in Deutschland sollen nun beim laufenden Netzausbauvorhaben an der Westküste Schleswig-Holsteins vom zuständigen Netzbetreiber TenneT abschnittsweise moderne Vollwandmasten eingesetzt werden. Der im Norden und Osten Deutschlands zuständige Stromübertragungsnetzbetreiber 50Hertz hat mit einem Projektkonsortium nun ein technisch neuartiges und kompaktes Freileitungsdesign mit niedrigeren Masten in schmalerer Trasse entwickelt.

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Herkömmliche Übertragungsleitung mit Donaumasten, Foto: Eric Neuling