Bleiverbot in Jagdmunition und Angelgewichten jetzt!
Blei ist in vielen Produkten längst verboten, aber in Jagdmunition und Angelgewichten noch erlaubt. Helfen Sie mit das zu ändern und unterschreiben Sie die Petition #BanLeadNow für ein EU-weites Bleiverbot!
Das Schwermetall Blei ist immer noch ein weit verbreitetes Umweltgift, obwohl sein Einsatz vermeidbar ist. In Farben, Treibstoffen und vielen anderen Produkten ist es längst verboten. Jedoch immer noch nicht in Jagdmunition und Angelgewichten – obwohl es längst funktionierende bleifreie Alternativen gibt. Helfen Sie mit, ein EU-weites Bleiverbot zu erlassen und unterschreiben Sie die EU-weite Petition #BanLeadNow!
Blei ist für Mensch und Tier bekanntlich hochschädlich
Die negativen Auswirkungen von Blei sind bekannt und wissenschaftlich belegt. Bereits in sehr geringen Mengen verursacht das Schwermetall bei Menschen und Tieren schwerwiegende Gesundheitsschäden. Menschen nehmen es vor allem über den Verzehr von mit bleihaltiger Munition geschossenem Wildbret auf, da beim Aufprall eines Bleigeschosses winzige Bleisplitter entstehen, die weit ins Fleisch eindringen. Blei kann sich im Körper anreichern und Gehirn, Nieren sowie Herz-Kreislauf-System schädigen. Da es auch zu Entwicklungsstörungen beitragen kann, sollten laut Bundesamt für Risikobewertung vor allem Kinder, Schwangere und Frauen im gebärfähigen Alter mit Bleimunition erlegtes Wild meiden.
Von verloren gegangenen Angelgewichten freigesetzte Bleiverbindungen können von Bodenorganismen, Algen und Pflanzen und infolge von wirbellosen Tieren sowie Fischen aufgenommen werden und in die Nahrungskette gelangen. Wasservögel können Bleischrot beim Fressen am Gewässergrund verschlucken. Greifvögel nehmen Blei vor allem über angeschossene oder erlegte Tiere auf, das sich dann in ihren Organen einlagert. Dort blockiert das Schwermetall wichtige Enzyme, schädigt das Nervensystem, lähmt den Magen-Darm-Trakt und führt zu Organversagen – die Vögel verhungern qualvoll oder ersticken.
Selbst niedrige Bleimengen, die nicht sofort tödlich sind, schwächen das Immunsystem, beeinträchtigen Flug und Fluchtleistung, stören Orientierung und Brutverhalten und erhöhen Krankheits- sowie Kollisionsrisiken. Eine Studie ergab, dass allein bei zehn europäische Greifvogelarten jährlich etwa 55.000 Altvögel durch Bleivergiftung sterben. Der Fund eines an Bleivergiftung gestorbenen Gänsegeiers im Allgäu im Mai 2025 verdeutlicht, dass es jederzeit auch Tiere aus aufwändigen Wiederansiedlungsprojekten wie zum Beispiel des Bartgeiers in Bayern treffen könnte, bei denen es um jedes einzelne Individuum geht.
Ein erster Schritt: Bleischrot in Feuchtgebieten verboten
Der REACH-Regelungsausschuss (ein Gremium der EU, in dem alle Mitgliedsstaaten vertreten sind und das über Verbote für gefährliche Chemikalien auf Basis von wissenschaftlichen Gutachten entscheidet) stimmte Ende 2020 für das erste EU-weite Bleiverbot: In Feuchtgebieten und in einem Umkreis von 100 Metern um sie herum darf Bleischrot nicht mehr verschossen werden. Das Verbot trat im Februar 2023 in Kraft. Dies ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Aber er reicht nicht aus, denn überall außerhalb von Feuchtgebieten stellt Blei weiterhin eine große Gefahr dar.
Nächster nötiger Schritt: Bleiverbot überall in Europa
Die EU-Kommission legte 2025 einen Vorschlag für ein komplettes Verbot bleihaltiger Jagdmunition und Angelgewichte in ganz Europa vor. Das hieße für Jäger*innen und Angler*innen einfach, auf bleifreie, sichere Alternativen umzusteigen. Der ursprüngliche Entwurf wurde allerdings aufgrund von Widerstand einzelner Mitgliedsstaaten und von Jagdverbänden im Oktober und Dezember 2025 bereits mehrfach abgeschwächt und aufgeteilt: Die Übergangsfrist für großkalibrige Geschosse wurde von 18 Monaten auf fünf Jahre verlängert, für kleinkalibrige Munition sogar auf 15 Jahre. Auch wurden Ausnahmen für Schießstände gemacht. Die endgültige Entscheidung durch das entsprechende EU-Gremium verschiebt sich leider immer wieder. Dies liegt auch an der nicht eindeutigen Positionierung der EU-Mitgliedstaaten für ein solches Verbot. Hoffentlich geht das Regelungsvorhaben nun Anfang 2026 erfolgreich voran, und zwar bezüglich Angelgewichten und Jagdmunition.
Bleifrei ist möglich!
Bleifreie Angelgewichte sind im Handel erhältlich. Jagdmunition macht nur einen sehr geringen Anteil der Gesamtproduktion der Munitionsindustrie aus, zudem sind die Preise von bleihaltiger und stahlbasierter bleifreier Munition etwa vergleichbar. Der Vorschlag für die Beschränkung betrifft nur zivile Anwendungen, Militär, Polizei und Zoll sind nicht betroffen. Der Ökologische Jagdverband und die European Hunting Experts, ein Zusammenschluss erfahrener Jäger*innen und Wissenschaftler*innen, sprechen sich für eine bleifreie Jagd aus.
Dass bleifreie Alternativen funktionieren, zeigen Beispiele aus Dänemark, den Niederlanden und neuerdings Großbritannien, wo bereits großflächige Verbote eingeführt wurden. In Deutschland ist im Bundesland Niedersachsen die Jagd mit bleihaltiger Munition seit dem 1. April 2025 flächendeckend verboten. In anderen Bundesländern gibt es bereits zumindest teilweise Beschränkungen, z. B. bei der Jagd auf Schalenwild (Brandenburg, Schleswig-Holstein) oder Wasserwild an und über Gewässern (Baden-Württemberg, Nordrhein-Westphalen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein) und auf bestimmten Landesflächen wie z. B. in Staatsforsten (Bayern).
102 Wissenschaftler*innen und Gesundheitsexpert*innen aus 22 Ländern forderten das Europäische Parlament, die EU-Kommission und alle Mitgliedsstaaten in einem offenen Brief im November 2025 erneut dazu auf, den REACH-Beschränkungsvorschlag, also das Bleiverbot, in vollem Umfang zu unterstützen und nicht weiter abzuschwächen.
Update: Mehr als 60.000 Menschen fordern EU-Bleiverbot
26. Februar 2026 – Mehr als 60.000 Menschen in Europa, davon über 11.000 aus Deutschland, haben die Petition #BanLeadNow unterzeichnet. Der NABU begrüßt die breite gesellschaftliche Unterstützung und appelliert an die Bundesregierung, sich auf EU-Ebene aktiv für das vorgeschlagene Verbot einzusetzen. Die große Unterstützung für die Petition zeigt deutlich: Die Bürger*innen erwarten von der EU endlich konsequente Maßnahmen gegen diese Umweltgifte. Bleifreie Alternativen sind verfügbar und praxiserprobt. Jetzt kommt es darauf an, dass die Politik die längst überfällige Umstellung verbindlich anordnet.
Die Europäische Union arbeitet derzeit an einer umfassenden Regulierung im Rahmen der Chemikalienverordnung REACH. Nach einem bereits beschlossenen Verbot von Bleischrot in Feuchtgebieten soll nun eine weitergehende Beschränkung von Blei in Jagdmunition und Angelgewichten folgen. Der Vorschlag der Europäischen Kommission bildet dabei die Grundlage für anschließende Beratungen und Abstimmungen durch Mitgliedstaaten und Europäisches Parlament. Naturschutzorganisationen fordern seit Jahren eine umfassende Regelung, um bestehende Schlupflöcher zu schließen und die Einträge von Blei in Ökosysteme wirksam zu reduzieren.


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