Wegwerfgesellschaft Beiträge

Aktionsidee Warentauschtag

Seit 2011 organisiert die lokale NABU-Gruppe einen Warentauschtag in Meckenbeuren-Kehlen. Damit möchte sie ein Zeichen für den Klimaschutz, die Schonung der Rohstoffe und Abfallvermeidung setzen. Aber auch der soziale Aspekt ist der Gruppe wichtig. Norbert Schupp, Pressesprecher des NABU Eriskirch-Meckenbeuren, war von Anfang an dabei. Er berichtet hier, wie es zum Warentauschtag kam und wie er abläuft.

Warenausstauschtag 2015 - Foto: Norbert Schupp

Was der eine nicht mehr braucht, kann für den anderen sehr nützlich sein – Foto: Norbert Schupp

Neue Wege fürs Handyrecycling

NABU, Telefónica und AfB und geben alten Handys gemeinsam eine Zukunft

Der NABU kooperiert nach der Fusion von O2 und E-Plus zur neuen Telefónica Deutschland ab September 2015 bei dem wichtigen Thema Altgeräterücknahme mit Telefónica und dem gemeinnützigen Unternehmen AfB (Arbeit für Menschen mit Behinderung).

Althandys - Foto: NABU/S. Hennigs

Alte Handys besitzen noch viele wertvolle Wertstoffe und sollten daher fachgerecht recycelt werden – Foto: NABU/S. Hennigs

Die Nachfrage nach Handys, Smartphones und Tablets steigt kontinuierlich – und mit ihr die Zahl an ungenutzten Altgeräten. Inzwischen liegen mehr als 100 Millionen alte Handys und Smartphones größtenteils vergessen in Schubladen, Kellern und auf Dachböden.

Die Zahnbürste und die geplante Obsoleszenz

Am Anfang dieser Geschichte steht eine kaputte elektrische Zahnbürste, die ich seit drei Jahren mein Eigen nenne. Aber was heißt schon „kaputt“? Der Akku funktioniert einfach nicht mehr. Nach ständigem Aufladen hat er den Geist aufgegeben. Und nun? Die Zahnbürste zum nächsten Wertstoffhof bringen? Kommt für mich nicht in Frage! Schließlich setzen wir uns beim NABU ja immer dafür ein, dass Elektrogeräte ein längeres Leben bekommen und damit Umwelt und Ressourcen geschützt werden.

Elektrische Zahnbürste - Foto: Michael Dommel

Praktisch ein Ding der Unmöglichkeit, den Akku einer elektrischen Zahnbürste selber auszuwechseln – Foto: NABU/Michael Dommel

Versuch, den Akku selber auszutauschen

Ich untersuche die Zahnbürste also genauer und stelle fest, dass es nirgendwo eine Öffnung oder eine Klappe gibt, durch die ich an die Batterie herankomme. Es handelt sich also um einen eingebauten Akku, der erheblichen Einfluss auf die Lebensdauer der Bürste hat. Denn ist er erst einmal kaputt, werfen viele Verbraucher das Gerät sofort weg und kaufen eine neue Bürste.

Mit Youtube-Videos zum Erfolg?

Was also tun? Wer heute nicht mehr weiter weiß, der bildet keinen Arbeitskreis, sondern guckt sich erst einmal im Internet um. Auf der Internetseite des Herstellers werde ich erst einmal enttäuscht, denn ich finde zwar eine knappe Bedienungsanleitung, aber kein Handbuch für die Reparatur. Nach kurzer Suche finde ich zwar einen Reparatur-Service-Partner, der befindet sich aber am anderen Ende von Berlin. Also surfe ich weiter und werde dann auch sofort überwältigt von 21.700 Suchergebnissen, bestehend aus Reparaturvideos, Reparaturblogs, Zeitungsartikeln und Produktbewertungen.

Plastic Bag Free Day 2015 – sag nein zur Plastiktüte!

Wer kennt das nicht? Überquellende Tütenberge zuhause, weil man gar nicht so schnell schauen kann, wie die Kaufhauseinkäufe in der Tüte verschwinden. Weil man schon wieder die Tasche zuhause vergessen hat oder ganz spontan einkaufen war. Inzwischen stapeln sich zudem nicht nur Plastiktüten, sondern auch Jutebeutel, weil man an der Kasse oft aus schlechtem Gewissen zum Baumwollbeutel greift statt zur verachteten Plastiktüte.

Über 70 Plastiktüten pro Jahr und Person in Deutschland

Viele Plastiktüten werden einem beim Einkauf ungefragt aufgedrängt oder man zahlt sogar noch freiwillig dafür, um als lebende Werbefläche eingesetzt zu werden: Aktuell verbraucht jeder in Deutschland mehr als 70 Plastiktüten pro Jahr – da sind die dünnen Beutelchen aus der Apotheke oder aus der Gemüseabteilung noch gar nicht mitgerechnet, genau wie die dicken Henkeltüten aus dem Discounter.

Steuer auf Coffee-to-go-Becher?

Um der wachsenden Coffee-to-go-Becherflut Einhalt zu gebieten, denken Berliner Politiker derzeit über eine Steuer auf die Einwegbecher nach. Diese könnte einen Becher bis zu 20 Cent teurer machen. Nach Schätzungen der Verbraucherzentrale Hamburg fallen in Deutschland fast 6,5 Milliarden Einwegbecher jährlich an. Daher ist es – unabhängig von der Diskussion um juristische Machbarkeit einer Steuer – ein wichtiger Vorstoß, damit das Thema mehr in der Öffentlichkeit diskutiert wird.

Immer mehr Einwegbecher samt Plastikdeckel landen in der Müllverbrennungsanlage - Foto: NABU/E. Neuling

Immer mehr Einwegbecher samt Plastikdeckel landen in der Müllverbrennungsanlage – Foto: NABU/E. Neuling