Schadstoffe in Seevogeleiern – Probenahme für das Wattenmeer-Monitoring

Im Rahmen des trilateralen Wattenmeer-Monitorings „TMAP“ werden auch auf Trischen Seevogeleier gesammelt und zur weiteren Untersuchung ins Labor geschickt.

Jedes Jahr werden  je 10 Eier von Austernfischer (Haematropus ostralegus) und Flussseeschwalbe (Sterna hirundo) aus Gelegen entnommen.  Es werden ausschließlich Vollgelege – Gelege, die vollständig sind – beprobt. Aus jedem Gelege darf maximal ein Ei entnommen werden. So kann sichergestellt werden, dass die Eltern ihr Gelege nicht als Verloren ansehen und die übrigen Eier weiterbebrüten. Meist wird das geklaute Ei auch durch Nachlegen eines neuen Eis ersetzt. Die Eier werden im ICBM-TERRAMARE auf unterschiedliche Umweltchemikalien untersucht.
Da die Seeschwalben noch keine vollständigen Gelege haben, konnte ich bisher nur Austernfischereier sammeln.

Zusätzlich zu den oben genannten Proben werden auf Trischen auch die Gelege der Silbermöwen beprobt. Die Eier werden an die Umweltprobenbank des Bundes weitergeleitet,  wo sie auf Umweltchemikalien wie Quecksilber oder andere Schwermetalle untersucht werden . Seit diesem Jahr findet die Probennahme allerdings im zweijahres-Rhythmus statt, sodass ich keine Möweneier sammeln werde. Die Ergebnisse der Stichproben können auf der Homepage der Umweltprobenbank des Bundes für die Jahre 1988 – 2015 eingesehen werden.

Erster Blick in die Löfflerkolonie

Am vergangenen Mittwoch bin ich zum ersten Mal in die Löfflerkolonie gegangen um mir einen Überblick zu verschaffen, denn schon bald wird ein Team vom Festland kommen um einige der Küken mit Farbringen zu markieren. Die Zeit, die ich in der Kolonie verbrachte war sehr kurz, denn zwar ist es sehr wichtig diese Daten zu erheben und sich einen Überblick über das Brutgeschehen zu verschaffen, doch auf keinen Fall sollen die Tiere dabei einen Schaden oder einen Nachteil erlangen!

Ich hatte also gerade genug Zeit um die Nester und die Küken zu zählen und einzelne GPS-Markierungen zu machen. Die Daten habe ich in der folgenden GIS-Karte etwas zusammengefasst dargestellt.
Insgesamt konnte ich zwei Brutkolonien im Norden der Insel ausmachen. Die Kolonie in der Nähe des „Nord-Turms“ (Kolonie I) scheint etwas früher mit der Brut begonnen zu haben, denn die Küken konnten meist schon das Nest verlassen. Die Küken der zweiten Kolonie, etwas weiter im Norden hingegen waren wesentlich kleiner und jünger. An beiden Standorten konnte ich leere Nester und Nester mit Eiern entdecken.

Insgesamt entdeckte ich 77 Nester und 128 Küken, wovon 32 bereits flügge waren.

 

Hochwasser überflutet einige Gelege!

Gestern Morgen hat der Wind auf Trischen stark zugenommen und weht seitdem mit 6-7 Bft aus nördlicher Richtung. Das Wasser konnte gestern Nachmittag wegen dem starkenWind nicht richtig ablaufen, sodass das Hochwasser am Abend höher auflief und große Teile der Salzwiese überflutete. Viele Nester, die zu nah an Prielen gebaut waren, wurden dabei weggespült. Vor allem Austernfischer, Rotschenkel aber auch Lachmöwen werden davon betroffen gewesen sein.

Hochwasser überflutet Gelege!

Hochwasser überflutet Gelege!

Brutvogelkartierung auf Trischen geht weiter

Heute war der zweite Duchgang der Brutvogelkartierung auf dem Plan.
Etwa 9,5 Km bin ich kreuz und quer durch die Salzwiese gelaufen.
Wenn man Salzwiese, Priele und Sonnenschein gerne mag, dann war heute ein ziemlich perfekter Tag.
Ich mag Salzwiese, Priele und Sonnenschein!

Weil die Landschaft hier so unglaublich und schön ist, möchte ich in diesem Beitrag weniger auf die Brutvogelzahlen eingehen und dafür einfach ein paar Fotos aus der Salzwiese zeigen.

 

 

Lachseeschwalben und Kolkraben, beide Arten sehr selten auf Trischen!

Zwei Arten, die ich in den letzten Tagen beobachtet habe, sind wahre Highlights aus Sicht der Trischen-Beobachtungsliste. Das war mir nicht so ganz bewusst, bevor ich heute die Artenlisten der vorhergegangenen Vogelwarte genauer unter die Lupe genommen habe.

Zum einen ist es die Beobachtung zweier Kolkraben (Corvus corax) am 6. April (siehe auch unter „Beobachtungsliste“) an den Westdünen, in der Nähe des Strandüberganges. Da ich Kolkraben aus der Hamburger Umgebung (Sachsenwald usw.) eher gewohnt bin und ich vergangenes Jahr in Büsum ebenfalls Kolkraben beobachten konnte, war diese Beobachtung für mich zwar sehr schön, aber kein „Highlight“.
Den Daten zufolge wurde der der letzte Kolkrabe allerdings im Jahre 1999 auf Trischen gesichtet!!
Damit ist dies die erste Sichtung seit 17 Jahren!
Das zweite Highlight waren insgesamt drei Lachseeschwalben (Gelochelidon nilotica), die ich einmal am 4.5, am 6.5. und am 7.5. beobachten konnte. Die Vögel flogen dicht an der Hütte Richtung Südosten. In Richtung der Elbemündung –> Richtung Neufeld?!

Lachseeschwalben sind durch ihren kurzen, dicken und gänzlich schwarzen Schnabel eindeutig von den sonst recht ähnlichen Brandseeschwalben ( Sterna scandivicensis) zu unterscheiden. Ich selbst habe zwar keine Fotos geschossen, Martin Stock hat mir jedoch freundlicherweise dieses Bild zur Verfügung gestellt.

Lachseeschwalbe (Gelochelidon nilotica) im Flug. Foto: Martin Stock, www.wattenmeerbilder.de

Lachseeschwalbe (Gelochelidon nilotica) im Flug. Foto: Martin Stock www.wattenmeerbilder.de

Lachseeschwalben stehen in Deutschland auf der Roten Liste. In Deutschland, ja in Mitteleuropa sind sie nahezu ausgestorben. Die letzte mitteleuropäische Brutkolonie befindet sich in Neufeld an der Elbemündung- Die nächsten Brutplätze dieser Art liegen in Südost- und Südwesteuropa, zum Beispiel in der Camargue in Frankreich.

Die an der Nordsee vom Aussterben bedrohten Lachseeschwalben werden seit einigen Jahren in einem Artenhilfsprojekt unterstützt. Dabei beobachten ein Betreuerteam die Seeschwalben-Kolonie vor Ort und gewährleisten mit ungeahntem logistischem Aufwand (24h-Bewachung durch wohnen im Bauwagen vor Ort, Schutzzaun, Fuchsfallen, Aufklärung und Bewachung vor Ort, usw.), dass die Vögel ungestört brüten können. Koordiniert wird dieses Projekt vom Bündnis Naturschutz in Dithmarschen in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Freilandökologie und Naturschutzplanung, der Naturschutzgesellschaft Schutzstation Wattenmeer und dem Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz. Finanziert wird es vom schleswig-holsteinischen Umweltministerium und dem Kreis Dithmarschen (weitere Infos auch auf www.nationalpark-wattenmeer.de oder unter www.ndr.de).