Trischen – Perle im Nationalpark

Trischen ist etwas ganz Besonderes und das aus vielen Gründen. Schon lange vor Nationalpark und Weltnaturerbe haben Menschen den Wert für die Natur erkannt und so gehört Trischen seit 1909 zu den geschützten Seevogelfreistätten und darf nur von wenigen Menschen betreten werden.

Um Ihnen dennoch das aktuelle Geschehen auf der Insel nahe zu bringen, gibt es dieses Blog. Der Naturschutzwart möchte Ihnen hier vom Leben auf der Insel berichten. Neben dem „Schaufenster“ mit allgemeinen Beiträgen erwarten Sie aktuelle Beobachtungen von Vögeln und anderen Lebewesen, Strandfunde sowie weitere Informationen zu Trischen und den Brutvögeln.

Der NABU-Naturschuztwart wünscht viel Spaß beim Entdecken der Insel.

30. April: Kranich, Fischadler und Kolkrabe

Der starke Südost-Wind brachte nach der Kälte der vergangenen Tage gefühlt sommerliche Temperaturen und auch zwei Insel-Seltenheiten: Ein Kolkrabe und ein Kranich.

Der Tüter mit den roten Beinen

Oder, um das heutige Thema als Frage zu formulieren: Was hat rote Beine und macht Türelü?

Ja ist denn schon Sommer?

So fragte ich mich, als ich heute bei frischen 7°C an den Strand ging und auf eine Flip-Flop stieß. Habe ich da etwas nicht mitbekommen? Vielleicht ist es aber auch nur die logische Fortsetzung der „Tropischen Wochen“. Wie man sieht ist er für den rechten Fuß, wie übrigens die meisten Schuhe und schuhähnlichen Gegenstände, die bislang angespült wurden.

28. April: Seeregenpfeifer und Co.

Mit dem besseren Wetter scheint auch der Watvogelzug wieder etwas mehr in Schwung zu kommen. So lief mir heute der erste Seeregenpfeifer der Saison für Trischen vor die Linse und war so nett, in Photographierdistanz zu rasten. Weiterhin konnte ich kleine Saison-„Rekorde“ verzeichnen: 38 Kiebitzregenpfeifer und vier Dunkle Wasserläufer waren jeweils das Maximum, das ich bislang rastend feststellen konnte. Eine ganz andere Größenordnung stellen dagegen Sanderlinge und Alpenstrandläufer dar: 2.140 Sanderlinge und ca. 4.000 Alpenstrandläufer haben heute auf der Insel gerastet. Die rund 1.000 Großen Brachvögel vom Beginn der Saison sind dagegen größtenteils weitergezogen. Ebenso die Spießenten, von denen noch 1 Paar und ein Männchen anwesend sind. Weiterhin gab’s vereinzelte Knutts (schon hübsch rostrot im Prachtkleid), Regenbrachvögel, Grünschenkel und Steinwälzer. Gestern zogen auch wieder zwei Seeadler über die Insel.

26. April: Sonne!

Es gibt es doch noch: Sonnenschein und wenig Wind. Das scheinen sich auch die Löwenzähne zu denken: Sie strahlten auf der ganzen Düne mit der Sonne um die Wette.

Auch die Vögel haben das gute Wetter genutzt: u. a. mindestens 339 Wiesenpieper, 14 Rauchschwalben, die erste Uferschwalbe und 7 Zwergmöwen sind heute Morgen durchgezogen.

Auch die Brutvögel haben weiterhin Frühlingsgefühle. Die bereits angekommenen Seeschwalben balzen schon und die Rotschenkel haben die ersten Eier gelegt, während die ersten Graugansfamilien die Insel Richtung Festland verlassen haben.

Der Sonnenschein tat schließlich auch noch der Wäsche gut…