Trischen – Perle im Nationalpark

Trischen ist etwas ganz Besonderes und das aus vielen Gründen. Schon lange vor Nationalpark und Weltnaturerbe haben Menschen den Wert für die Natur erkannt und so gehört Trischen seit 1909 zu den geschützten Seevogelfreistätten und darf nur von wenigen Menschen betreten werden.

Um Ihnen dennoch das aktuelle Geschehen auf der Insel nahe zu bringen, gibt es dieses Blog. Der Naturschutzwart möchte Ihnen hier vom Leben auf der Insel berichten. Neben dem „Schaufenster“ mit allgemeinen Beiträgen erwarten Sie aktuelle Beobachtungen von Vögeln und anderen Lebewesen, Strandfunde sowie weitere Informationen zu Trischen und den Brutvögeln.

Der NABU-Naturschuztwart wünscht viel Spaß beim Entdecken der Insel.

18. April: Erster Nachwuchs

Der Nordostwind hat auch Trischen kalt erwischt, so zeigte das Thermometer heute früh nur 4°C. Trotzdem habe ich heute den ersten Inselnachwuchs der Saison erblickt: Gestern habe ich noch ein BIld eines Graugansnestes gezeigt. Heute ist bereits die erste Familie mit mindestens vier Gösseln in der Düne unterwegs gewesen. Bevor ich meine Kamera soweit hatte, sind sie aber leider schon wieder in der Vegetation verschwunden.

Weiterhin neu auf der Saisonartenliste: Höckerschwan, von denen ein Paar und ein kleiner Trupp von vier Vögeln kurz auf der Insel rastete und dann weiter zum Festland zog, sowie zwei Grünschenkel, eine Nebelkrähe und zwei Küstenseeschwalben.

Ostern auf Trischen

Auch wenn es auf Trischen keine Hasen gibt und es auch der Osterhase nicht hierher geschafft hat, habe ich natürlich ein bisschen Ostern gefeiert. Da keiner Ostereier versteckt hat, habe ich gar nicht erst versucht, welche zu finden. Aber was ist das da, auf dem Bild, rosa glänzend vor der Hütte? Aber es ist doch ganz schön groß… Zugegeben, das Bild ist gestellt. Passenderweise wurde ein paar Tage vor Ostern dieser rosa Fender (runde oder längliche Gummibälle, die auf Schiffen beim Festmachen zwischen Schiff und Anleger getan werden, damit das Schiff nicht am Anleger scheuert) angespült und da dachte ich mir: Sieht doch ein bisschen wie ein Osterei aus…

Die Chancen jetzt schon echte Eier jedweder Art zu finden, stehen gerade noch nicht sehr gut. Die meisten Vögel haben hier noch nicht mit dem Brüten begonnen, sondern sind noch vollkommen mit Balzen beschäftigt. Graugänse gehören zu den frühesten Brütern hier auf der Insel. So war es auch nicht erstaunlich, dass ich bereits vor zwei Wochen zufällig auf das oben dargestellte Nest gestoßen bin.

Ansonsten blieb der April sich treu: Oster bot auch hier bestes Aprilwetter mit Sonne, Schäfchenwolken und dem ein oder anderen Regen- und auch mal Graupel- und Hagelschauer. Immerhin der Dauerregen und der starke Nordwestwind hat zu Ostern nachgelassen, so dass ich auch wieder mehr Zeit draußen verbringen konnte. Das hat sich auch gelohnt: Die ersten Zwergseeschwalben sind auch hier angekommen und haben gleich angefangen zu balzen (bzw. haben wahrscheinlich schon auf dem Zug gebalzt) und auch den ersten Dunklen Wasserläufer der Saison konnte ich notieren.

Und auch Axel konnte es bei weniger Wind wagen, rauszufahren, um mir meine Verpflegung zu bringen und so kamen wir noch zu einem schönen Osterfrühstück an Bord der „Luise“.

So kurz für den Moment, bleiben Sie dran, ich bleibe es auch.

14. April: Sturm und neue Vögel

Der April macht seinem Namen weiterhin alle Ehre: Ein starker Wind peitscht Regen- und Hagelschauer übers Meer und das Hochwasser wieder einmal, wie an fast jedem der letzten Tage, auf 50 cm über normal. Immerhin schien zwischen den kurzen Schauer ausgiebig die Sonne. Der Wind und das hohe Hochwasser haben aber auch was Gutes: Da bei diesen Wasserständen auch die Außensände überflutet sein dürften, tummeln sich gerade ca. 7.500 Alpenstrandläufer und 1.200 Sanderlinge auf der Insel.

Weiterhin gab’s ein paar neue Arten für die Saison: Brand- und Flussseeschwalbe sowie endlich auch die erste Zwergmöwe. Der Schwarzbrauenalbatross, der seit ein paar Jahren jedes Jahr Helgoland besucht (vermutlich ist es immer der gleiche), soll sich auch wieder in der Nordsee rumtreiben. Ich konnte ihn, trotz längerem seawatching, nicht entdecken.

Gestern haben sich trotz, oder gerade wegen des Wetters jeweils der erste Fitis (er sang kurz und leise), die erste Mönchsgrasmücke und die erste Misteldrossel der Saison gezeigt. Als sich nachmittags der Wind etwas gelegt hatte, zogen etliche Trupps Großer Brachvögel laut trillernd und sehr hoch Richtung Osten. 323 Vögel konnten schnell genug entdeckt und gezählt werden.

Es grünt so grün…

Auch wenn ich gestern schon den Herbst beschrien habe, eigentlich wird es auch hier gerade Frühling. Und heute schien immerhin wieder die Sonne, nur durch ein paar Schauer unterbrochen. Über Anzeichen des Frühlings im Watt hatte ich ja schon berichtet. Nun, passend zu Gründonnerstag, soll es um die, mehr oder weniger, grünen Geschöpfe der Insel gehen.

Der April … macht was er will

Der April empfing mich mit strahlendem Sonnenschein und, im Windschatten, fast schon sommerlichen Temperaturen. Doch bekanntlich macht der April ja was er will und so hat nun, scheinbar, der Herbst bereits Einzug gehalten. Tja, das war’s dann Sommer.