Glückliche Überfahrt am 16 Oktober

Mit dem gestrigen Mittagshochwasser bin ich nun wieder an Land gegangen. Die Überfahrt war noch sehr spannend. Denn über Nacht ließ der Wind zwar nach und das Wasser lief wie erhofft auf, doch zu unserem Nachteil breitete sich dichter Nebel aus. Der Nebel war so dicht, dass man die Hand nicht mehr vor den Augen sehen konnte. Axel schaffte es trotzdem mit dem Hochwasser  in der Nacht nach Trischen zu fahren und landete schließlich um 3:00 Uhr an der Südspitze. Gegen 7:00 Uhr war ich mit ihm zum Frühstück auf der LUISE verabredet. Zusammen schafften wir anschließend die restlichen Sachen an Bord und ich machte die Hütte winterfest. Sobald wir wieder Wasser unter dem Kiel hatten, verließen wir die Insel. Nach knapp 3,5 Stunden Überfahrt waren wir in Friedrichskoog, wo ich herzlich empfangen wurde. Da ich einen Motorbootschein bestizte, erlaubte Axel mir, die Luise eine Zeit lang selbst zu steuern. Nun bin ich wieder zuhause – in Hamburg und werde mich wohl daran gewöhnen müssen Straßen- statt Meeresrauschen zu hören.


Ich möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich für die rege Anteilnahme an meinem Vogelwärter-Dasein bedanken! Vielen Dank für all die interessierten Gästebuchbeiträge, Briefe und Mails!! Ich bin sehr glücklich darüber, dass meine Arbeit auf der Insel und im Internet von Ihnen so positiv aufgenommen und wertgeschätzt wurde! Es hat sehr viel Spaß bereitet, die erlebten Geschichten aufzubereiten und mit Ihnen zu teilen.

Alles Gute und viele Grüße!

Marco

Runde Sache: Überfahrt ans Festland nach 200 Tagen

So kurz vor meiner Abreise habe ich noch ein kleines Jubiläum zu feiern: am 15. Okotber war ich genau vor 200 Tagen auf Trischen angekommen. Verrückt, wie schnell die Zeit vergeht. Doch mit diesem Jubiläums-Tag ist diese Saison ein „runde Sache“ und ich hoffe, dass die Überfahrt heute Mittag stattfinden kann. Ganz sicher ist das nämlich noch nicht: Zwar meldet das BSH genügend Wasser, damit Axel mit der LUISE übersetzen kann. Doch Nebel, Wind oder einfach Pech können immer noch einen Strich durch die Rechnung machen. Ich erinnere nur an die Zeit zu Beginn meiner Saison, die sich am Ende ja wegen einea Motorschadens bis nach Ostern (30.03.)  verschoben hat – doch nun wollen wir nicht direkt den Teufel an die Wand malen. Ich werde berichten, ob und wie meine Überfahrt ans Festland gelaufen ist.

Abschied von Trischen - Morgen ist Abfahrt!

Abschied von Trischen – Morgen ist Abfahrt!

Herbst- und Regenwetter auf der Vogelinsel

Wer kennt es nicht – diese Stimmung, wenn der Regen gegen die Scheiben prasselt und man sehr froh darüber ist, drinnen sein zu können? Am besten hat man noch eine Tasse Tee oder Kaffee in der Hand,  schöne Musik dabei an und einen Kamin, der im Hintergrund knistert. Für mich ist dies so eine typische Szene, an die ich denken muss, wenn ich von den schönen Seiten des Herbstes oder des Winters spreche. Hier auf Trischen ist es im Moment sehr schaurig und kalt – genau so, wie man sich den Herbst vorstellt. Vieleicht können Sie ja in diesen kleinen Video einen Eindruck von der Stimmung auf der Vogelwärterhütte bekommen und Ihre eigene Tasse Tee am Fenster genießen.

Wenig Sonne – wenig Strom

Da die Sonne sich in den letzten Tagen nur recht spärlich zeigte, habe ich in den vergangenen drei Tagen öfters Mal keinen Strom zur Verfügung. Denn auf Trischen wird aller Strom, den ich habe, mit Solarkollektoren auf dem Dach generiert. Wenig Sonne – wenig Strom.
Doch machen Sie sich keine Sorgen. Um draußen unterwegs zu sein oder um abends in der Hütte Bücher zu lesen, brauche ich keinen Strom. Ich bin allerdings häufig nicht in der Lage meinen PC zu benutzen und kann daher nicht mehr so oft von der kleinen Insel berichten.

 

Eine kurze Zusammenfassung der letzten beiden Tage:

Der Wind pfiff stark aus Ost bis Nordost (5-6 Bft) und ließ mich vor allem in der Hütte mit einer Tasse Tee in der Hand am Ofen sitzen. Wenn der Wind sich legte oder der Regen aufhörte, trieb ich mich auf der Insel herum und beobachtete Zaunkönige und Rohrammern (s.h. dazu die „Beobachtungsliste“). Heute Morgen saß ich vor der Hütte und beobachtete einige Gänse (Nonnengänse aber auch einige Bläßgänse) auf ihrem Wegzug. Zu meiner großen Freude konnte ich auch einige Singschwäne entdecken. Sie zogen ebenfalls in Südwestliche Richtung über Trischen hinweg.

Die letzte Woche beginnt – Umzug in drei Tiden

Axel kommt heute zum letzten Mal – nächste Woche werde ich mit ihm zurück ans Festland fahren. Damit ich beim Auszug nicht all meine Habseligkeiten auf einmal über den Strand schleppen muss, gebe ich ihm schon heute sperrige (z.B. meine „Sitzboje“) und leicht entbehrliche Sachen (z.B. meine Wathose) mit. In der letzten Woche habe ich ebenfalls schon Teile meiner Ausrüstung an Land gegeben.

Umzug in drei Tiden - erste, leicht entbehrliche Sachen konnte ich schon vorab mit ans Festland geben

Umzug in drei Tiden – erste, leicht entbehrliche Sachen konnte ich schon vorab mit ans Festland geben

Ich hoffe sehr, dass das Wetter in der nächsten Woche auf meiner Seite ist und meine Abreise tatsächlich wie geplant am 16.10. stattfinden kann: heute konnte die Überfahrt nach Trischen zunächst nicht starten, da durch den anhaltenden Nordostwind das Wasser nicht hoch genug aufflief. Axel konnte deshalb nicht mit dem günstigen Morgen-Hochwasser nach Trischen fahren, sondern musste bis auf das späte Hochwasser am Abend warten.