Vegetationskartierung

Wenn die Brutvögel das Grün der Insel verlassen haben und sich an Strand, im Watt und auf dem Wasser aufhalten, wendet sich der Blick verstärkt der Vegetation zu.

Denn auch auf einer „Vogelinsel“ geht es nicht nur um Vögel, sondern auch um die Grundlage, dass die Vögel hier sein können, sprich die Insel und deren Vegetation. Das Wattenmeer im allgemeinen und Trischen im Besonderen ist ein sehr dynamischer, sich ständig verändernder Lebensraum. Daher reicht es nicht, sich die Insel einmal anzuschauen, und dann weiß man, wie sie aussieht. Stattdessen muss in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden, um so Veränderungen feststellen zu können. So wie in jedem Jahr die Brutvögel kartiert und gezählt werden, so wird auch jedes Jahr die Insel „erfasst“. Dazu gehört natürlich die Fläche der Insel. Doch dazu in einem anderen Beitrag mehr. Weiterhin Vegetation und Höhe, um die soll es im folgenden gehen soll. Zu diesem Zweck bekam ich auch wieder einmal Besuch vom Festland, Martin Stock von der Nationalparkverwaltung, der diese Erfassung seit mehr als einem Jahrzehnt macht.

Da die Insel zwar überschaubar, aber doch recht groß ist, kann nicht jedes Jahr die Vegetation der gesamten Insel erfasst werden (dies geschieht nur alle fünf Jahre). Ein jährliches Monitoring gibt es aber in der Salzwiese. Dazu sind auf der Insel fünfzehn Probeflächen verteilt, welche seit mehr als einem Jahrzehnt kontinuierlich erfasst werden. Diese Probeflächen, sogenannte Dauerquadrate, sind 2 x 2 m groß und mit Pflöcken markiert. Einmal im Jahr wird die Deckung der Pflanzenarten in den Dauerquadraten erfasst. So kann man feststellen, welche Pflanzen die Vegetation dominieren, also ihr Erscheinungsbild prägen, z. B. Quecken in der oberen Salzwiese (s. Bilder unten rechts). Über die Jahre können dann auch Veränderungen festgestellt werden, z. B. Sukzession (zeitliche Abfolge von Artengemeinschaften) von Quellerwatt über untere Salzwiese zu oberer Salzwiese, oder auch Übersandung durch die nach Osten wandernde Düne.

An jedem Dauerquadrat wird außerdem die Geländehöhe gemessen (mit dem langen Metallteil und einer Messstange, die auf zwei Bildern zu sehen sind). So kann die Sedimentation verfolgt werden, die u. a. der Sukzession der Salzwiese zu Grunde liegt und für das Fortbestehen der Insel in Zeiten des Klimawandels und steigenden Meeresspiegels wichtig ist.

Tore

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Naturschutzwart Trischen 2017