Reges Treiben bei Sturm und Hochwasser

Hohe Wasserstände und Sturm aus westlicher Richtung ließen die Rastvögel auf Trischen in den letzten Tagen dichter zusammenrücken – Ein wahres Spektakel auf der Vogelinsel Trischen im Weltnaturerbe Wattenmeer.

Das Wattenmeer füllt sich weiter. Viele arktische Limikolen machen hier an der Drehscheibe des Vogelzugs Rast. Sie fressen vom reich gedeckten Tisch, erneuern ihr Federkleid und legen sich Energiereserven für die Weiterreise an. Bei Hochwasser rasten auf den Inseln, Außensänden oder in den Kögen abertausende Individuen. Wenn es aber wie in den letzten Tagen stürmt und das Hochwasser höher als gewöhnlich aufläuft, dann sind einige dieser Hochwasserrastplätze für die Vögel nicht mehr nutzbar und sie müssen enger zusammenrücken.

Nach Trischen kommen dann viel mehr Rastvögel als üblich und es ist ein Schauspiel, sie bei der Ankunft und Wahl eines Rastplatzes zu beobachten. Dies ist an solchen Tagen mit deutlich mehr Unruhe verbunden. Ständig fliegen sie auf, hin und her, landen wieder an der selben Stelle, ein paar Meter weiter oder ganz wo anders um kurz drauf wieder abzuheben. Erst nach einer Weile kehrt Ruhe ein, sie putzen sich und stecken alsbald die Schnäbel ins Gefieder.

Doch sobald das Wasser wieder abläuft und die ersten Wattflächen wieder frei sind, geht das große Fressen weiter. Einige Arten wie Alpenstrandläufer, Sanderlinge und Sandregenpfeifer (Calidris alpina, C. alba, Charadrius hiaticula) laufen sofort los, dem ablaufendem Wasser hinterher, und beginnen mit der Nahrungssuche. Andere Arten wie beispielsweise Austernfischer, Pfuhlschnepfen oder Knutts (Haematopus ostralegus, Limosa lapponica, Calidris canutus) ruhen noch ein wenig, um schließlich zu ihren weiter entfernten Nahrungsgründen fortzufliegen.

Bis das Wasser später wieder aufläuft, haben sie Zeit zu fressen. Dann machen sie sich wieder auf den Weg zu den Hochwasserrastplätzen. Also dann: Guten Hunger!

 

Jonas

Jonas

Naturschutzwart Trischen 2018