Raubseeschwalbe – ein Sekundengast zur Abendstunde

Eine Raubseeschwalbe (Hydroprogne caspia) stattete Trischen gestern abend einen kurzen Besuch ab. Zur großen Freude des Vogelwartes.

Die Sonne ist gerade untergegangen, der hitzige Tag kühlt sich etwas ab und durch die Dämmerung tönt ein scharfes „krre-ähl!“. So stelle ich mir die Rufe der Dinosaurier vor. Das aber war der unverkennbare Ruf einer überfliegenden RaubseeschwalbeIch erhasche noch einen schnellen Blick, schieße ein fixes Belegbild und schon ist sie wieder verschwunden.

Die Raubseeschwalbe ist die größte Seeschwalbe und besonders gut an ihrem großen dolchartigen Karotten-Schnabel zu erkennen. Sie ist ein wahrer Kosmopolit und fehlt nur in den Polarregionen sowie Südamerika. In Europa brütet sie an der Ostseeküste Schwedens, Finnlands und Estland. In Deutschland ist sie jedoch nahezu ausgestorben. Nur gelegentlich nisten einzelne Paare auch an der deutschen Ostsee. Nach der Brutzeit sind an der vorpommerschen Ostseeküste jedoch große Rastbestände zu finden. Auf dem Weg in ihre Winterquartiere am Mittelmeer und in West- sowie Zentralafrika kommen Raubseeschwalben nur selten auf Trischen vorbei. Die meisten ziehen über eine östliche Route in den Süden.

 

Jonas

Jonas

Naturschutzwart Trischen 2018