Löfflerberingung verlief erfolgreich!

Auch in diesem Jahr wurden Löfflerküken im Rahmen des Brutvogel-Monitorings auf Trischen beringt. Für die Beringung kamen Klaus Günther von der Schutzstation Wattenmeer mit einem Team von HelferInnen vom Festland zu mir auf die Insel. Bei gutem Wetter (nicht zu heiß und nicht zu feucht) konnten insgesamt 20 Küken mit Ringen ausgestattet werden. Im Rahmen der Beringungsaktion findet in jedem Jahr auch eine Gelegezählung zur Ermittlung der Koloniegröße statt. In diesem Jahr konnten insgesamt 127 Nester, verteilt auf vier Kernbereiche im Norden der Insel gefunden werden. Die Kolonie ist damit im Vergleich zum letzten Jahr (116 Nester) erneut gewachsen!

Insgesamt wurden mindestens 100 flügge Küken und noch zahlreiche Eier in den Nestern entdeckt. Die komplette Kükenzahl für die diesjährige Brutsaison wird daher erst in den nächsten Tagen feststehen, wenn die Eier geschlüpft sind.

Das Glück war uns hold, denn auch die Wanderfalkenküken (Falco peregrinus) waren im richtigen Alter um ebenfalls beringt zu werden. Ein Wanderfalkenpaar brütet traditionell im Norden  der Insel. In diesem Jahr war der Bruterfolg der Falken mit drei männlichen und einem weiblichen Küken sehr gut!

Trotz der scharfen Krallen konnten die (sehr wehrhaften!) Küken beringt werden.

Trotz der scharfen Krallen konnten die (sehr wehrhaften!) Küken beringt werden.

 

 

Ringelgänse ziehen los!

Seit gestern konnte ich vermehrt Ringelgänse über die Insel ziehen sehen. Sie werden sich nun auf ihre weite Reise ins Brutgebiet in Sibirien aufmachen, denn Ringelgänse brüten an arktischen Küsten, weit weg vom Wattenmeer.

Insgesamt beobachtete ich mehrere hundert Individuen, wie sie in einer typischem Formation in Richtung Nordost zogen. Dieses Phänomen ist im Moment an der gesamten West- und Ostküste Norddeutschlands zu beobachten.

Ein kleiner Seehund am Strand

Seit gestern Nachmittag liegt ein kleiner Seehund bei mir am Strand!
Seehunde (Phoca vitulina) gebären ihre Jungen in den frühen Sommermonaten bei uns im Wattenmeer. Die Mütter legen danach oftmals ihre Jungen am Strand ab um nach Nahrung im Wasser zu suchen. Vor allem auf abgelegenen Sandbänken oder wenig genutzen Stränden werden dann diese „Heuler“ zurückgelassen. Der Name kommt daher, dass die kleinen durch lautes heulen Kontakt zu ihrer Mutter halten. Solange die Mutter das Jungtier hört ist alles gut. In manchen Fällen sind die kleinen Seehunde allerdings nicht absichtlich an den Strand gekommen. Manchmal werden die jungen Seehunde aber auch durch ein Unglück (Ströumung, Störung, Pech, …) von ihren Müttern getrennt. Wnn die Mutter sie nicht wiederfinden kann,  dann kann er  nicht mit Nahrung versorgt werden! Sie können allerdings krank oder von Parasiten befallen und dadurch so stark geschwächt sein, dass sie sehr wahrscheinlich ebenfalls nicht überleben werden.

In jedem Fall ist bei einem Seehund am Strand ein großer Abstand einzuhalten um das Tier nicht unnötig zu stören! Sollten Sie einen Heuler am Strand entdecken, seien sie bitte so freundlich und informieren sie die örtlichen Naturschutzvereine z.B. die Mitarbeiter der Schutzstation Wattenmeer e.V. die sich professionell um die Tiere kümmern oder Hilfe durch den örtlichen Seehundsjäger herbeirufen können.

Weiterführende Literatur:

  • Janke Klaus & Kremer Brundo: Düne, Strand und Wattenmeer: Tiere und Pflanzen an unseren Küsten. Kosmos-Verlag, 1999
  • Pott, Christian: Pflanzen und Tiere der Küste. Eugen Ulmer Verlag, 2009.
  • Quedens, Georg: Strand und Wattenmeer – Tiere und Pflanzen der Nord- und Ostsee. BLV-Buchverlag, 2013

Schadstoffe in Seevogeleiern – Probenahme für das Wattenmeer-Monitoring

Im Rahmen des trilateralen Wattenmeer-Monitorings „TMAP“ werden auch auf Trischen Seevogeleier gesammelt und zur weiteren Untersuchung ins Labor geschickt.

Jedes Jahr werden  je 10 Eier von Austernfischer (Haematropus ostralegus) und Flussseeschwalbe (Sterna hirundo) aus Gelegen entnommen.  Es werden ausschließlich Vollgelege – Gelege, die vollständig sind – beprobt. Aus jedem Gelege darf maximal ein Ei entnommen werden. So kann sichergestellt werden, dass die Eltern ihr Gelege nicht als Verloren ansehen und die übrigen Eier weiterbebrüten. Meist wird das geklaute Ei auch durch Nachlegen eines neuen Eis ersetzt. Die Eier werden im ICBM-TERRAMARE auf unterschiedliche Umweltchemikalien untersucht.
Da die Seeschwalben noch keine vollständigen Gelege haben, konnte ich bisher nur Austernfischereier sammeln.

Zusätzlich zu den oben genannten Proben werden auf Trischen auch die Gelege der Silbermöwen beprobt. Die Eier werden an die Umweltprobenbank des Bundes weitergeleitet,  wo sie auf Umweltchemikalien wie Quecksilber oder andere Schwermetalle untersucht werden . Seit diesem Jahr findet die Probennahme allerdings im zweijahres-Rhythmus statt, sodass ich keine Möweneier sammeln werde. Die Ergebnisse der Stichproben können auf der Homepage der Umweltprobenbank des Bundes für die Jahre 1988 – 2015 eingesehen werden.

Erster Blick in die Löfflerkolonie

Am vergangenen Mittwoch bin ich zum ersten Mal in die Löfflerkolonie gegangen um mir einen Überblick zu verschaffen, denn schon bald wird ein Team vom Festland kommen um einige der Küken mit Farbringen zu markieren. Die Zeit, die ich in der Kolonie verbrachte war sehr kurz, denn zwar ist es sehr wichtig diese Daten zu erheben und sich einen Überblick über das Brutgeschehen zu verschaffen, doch auf keinen Fall sollen die Tiere dabei einen Schaden oder einen Nachteil erlangen!

Ich hatte also gerade genug Zeit um die Nester und die Küken zu zählen und einzelne GPS-Markierungen zu machen. Die Daten habe ich in der folgenden GIS-Karte etwas zusammengefasst dargestellt.
Insgesamt konnte ich zwei Brutkolonien im Norden der Insel ausmachen. Die Kolonie in der Nähe des „Nord-Turms“ (Kolonie I) scheint etwas früher mit der Brut begonnen zu haben, denn die Küken konnten meist schon das Nest verlassen. Die Küken der zweiten Kolonie, etwas weiter im Norden hingegen waren wesentlich kleiner und jünger. An beiden Standorten konnte ich leere Nester und Nester mit Eiern entdecken.

Insgesamt entdeckte ich 77 Nester und 128 Küken, wovon 32 bereits flügge waren.