Taubenschwänzchen auf Trischen

Der köstlich süße Duft des Mersenfs (Cakile maritima) lässt nicht nur mir das Wasser im Mund zusammen laufen, sondern lockt auch viele Insekten an. Hin und wieder sind darunter sogar Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatarum) zu beobachten, die wie Kolibris vor den Blüten in der Luft stehen und mit ihren langen Rüsseln den Nektar trinken.

Es ist eine Herausforderung die schnell von Blüte zu Blüte huschenden Falter fotografisch festzuhalten. Endlich ist es mir gelungen und ich möchte die Bilder dieser beeindruckenden Insekten gerne mit Ihnen teilen.

Taubenschwänzchen sind ausgesprochener Wanderfalter, die im Sommer in den Norden bis nach Skandinavien und Russland vordringen und im Winter bis in tropische Regionen Asiens und Afrikas wandern. Dabei legen sie hunderte Kilometer in nur wenigen Tagen zurück. Das Verbreitungsgebiet reicht vom Atlantik im Westen bis zum Pazifik im Osten.

Auf den ausdauernden Flügen kommen Taubenschwänzchen auch regelmäßig auf Trischen vorbei. Insbesondere in warmen Sommern wie diesem sind sie dann immer wieder bei der Suche nach Nektar zu finden. Diesen nehmen sie mit ihren langen Saugrüsseln auf, während sie im charakteristischen Schwirrflug wie ein Kolobri vor den Blüten in der Luft stehen. Da sie auf Grund ihres besonderen Flugverhaltens einen sehr hohen Energieverbrauch haben, müssen sie immer wieder solche Stopps einlegen, um aufzutanken. Am Tag trinken sie dabei an hunderten bis tausenden Blüten. Gestärkt vom süßen Pflanzensaft, setzen sie dann ihrer Reise fort.

Der Name „Taubenschwänzchen“ geht übrigens auf die verlängerten Schuppen am Hinterleib zurück, die an einen Federschwanz erinnern und mit denen die Tiere steuern.

Jonas

Jonas

Naturschutzwart Trischen 2018