Wintergäste Teil 1

Heute sollen im Schaufenster mal ein paar Vögel näher betrachtet werden, die sonst nicht so im Rampenlicht stehen: Singvögel, die an der Küste überwintern.

Die Küsten von Nord- und Ostsee sind nämlich nicht nur bedeutende Überwinterungsplätze für unzählige Watvögel, Gänse und Ente, sondern auch für ein paar Singvogelarten.

Die meisten Singvögel, die aus dem Norden und Nordosten zu uns kommen, zieht es eher ins Binnenland, da sie eher Waldvögel sind. Am prominentesten ist vielleicht der Bergfink (Fringilla montifringilla), der in der Taiga brütet und in teils großen Schwärmen in Mittel- und Südeuropa überwintert. Weiterhin aber auch viele Arten, die bei uns ebenfalls Brutvögel sind, z. B. Buchfink (Fringilla coelebs), Rotkehlchen (Erithacus rubecula) oder Wacholderdrossel (Turdus pilaris).

Doch die Arten, um die es nun gehen soll, bevorzugen sowohl zum Brüten, als auch zum Überwintern spärlich bewachsene Plätze. Daher findet man sie im Winter auch meist an Stränden, in Dünen und in Salzwiesen.

Da ist zum einen der unscheinbare, braune Berghänfling (Carduelis flavirostris), ein Verwandter des nahen Bluthänflings, mit einem ähnlich hübschen, zwitschernden Gesang, den man auch jetzt schon hören kann. Er kann in größeren Trupps an den Küsten von Nord- und Ostsee auftreten. Die hier überwinternden Vögel brüten vor allem in Küstenmooren un der Tundra Skandinaviens.

Die Schneeammer (Plectrophenax nivalis) ist durch die weiße Unterseite und die weißen Flügelstriche auffälliger. Sie brütet in alpinen Gebirgsregionen Skandinaviens und der arktischen Tundra.

Eine nahe Verwandte, die Spornammer (Calcarius lapponicus), ist seltener aber an der Küste noch regelmäßig zu sehen. Allerdings ist sie auch recht unscheinbar braun und kann schnell mal übersehen werden.

Weiterhhin sind Ohrenlerche (Eremophila alpestris) regelmäßig an der Küste zu beobachten. Schaut man sie sich im Bestimmungsbuch an, meint man, das ein Vogel mit so einem markanten gelb-schwarzen Gesicht und den schwarzen Öhrchen auffällig sein müsste. Doch dreht er einem mal den Rücken zu, ist er mit seinem beige-/sandfarbenen Gefieder perfekt in trockener Vegetation am Strand und in der Düne getarnt. Die hier überwinternden Vögel brüten im Hochgebirge Skandinaviens.

Schließlich sieht man häufig noch Strandpieper (Anthus petrosus), die, nicht ganz zum Namen passend, an Felsküsten Skandinaviens und der Britischen Inseln brüten. Sie überwintern an der Küste von Mitteleuropa bis nach Portugal.

Hier wird es zwar schon Frühling, doch dort wo sie brüten, in Gebirgsregionen und Tundra Skandinaviens und Russlands, ist es noch kalt. Daher ziehen sie v. a. jetzt, Ende März bzw. im April wieder zu ihren Brutplätzen. Nach der Brut kommen sie meist im Oktober wieder zu uns und können dann wieder beobachtet werden.

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Naturschutzwart Trischen 2017