Einweggeschirr am Strand von Trischen

Die aktuelle Debatte über die EU-Plastikstrategie, die auch ein Verbot von Einweggeschirr vorsieht, erreicht auch Trischen, auf unterschiedlichen Wegen. Leider verfolge ich sie nicht nur im Radio oder online, sondern ich begegne dem Plastikmüll tagtäglich am Strand, in den Dünen, in der Salzwiese und im Watt.

Sind Einwegprodukte aus Plastik nicht eigentlich ein völlig absurdes Symptom der modernen Zivilisation? Aus Erdöl, einer Jahrmillionen alten Flüssigkeit, stellen Menschen Produkte her, die praktisch für die Ewigkeit geschaffen sind. Aber nach einmaliger Verwendung werden sie einfach weggeworfen.

Im Idealfall wird der Plastikmüll nach der Verwendung recycelt. Doch allzuoft landet er in der Natur, vor allem in den Flüssen und Meeren. Weltweit gelangen jährlich mehr als 10 Millionen Tonnen Plastikabfälle vom Land in die Ozeane. Im Pazifik zwischen Hawaii und Kalifornien findet sich ein Müllstrudel, der mehr als 4 mal so groß ist wie die Deutschland. Hier an der Wattenmeerküste sind auf 100 m Küstenlinie durchschnittlich 236 Müllteile zu finden, 75 % davon aus Plastik und Styropor. Doch wir sehen bloß die Spitze des Eisberges. Nur etwa 30 % des Plastikmülls im Meer begegnet uns an der Wasseroberfläche oder angespült am Strand.

Jahrhunderte lang wird der Plastikmüll zur Bedrohung mariner Lebewesen. Sie strangulieren sich in Plastiktüten oder verwechseln Plastikteile mit ihrer natürlichen Nahrung woraufhin sie mit vollem Magen verhungern. Aber auch giftige Inhaltsstoffe lösen sich mit der Zeit im Wasser und gelangen in das marine Nahrungsnetz. Der Effekt von Mikroplastik auf marine Ökosysteme ist bislang noch nicht vollständig abzuschätzen.

Mehrweg statt Einweg

Im Auftrag des NABU hat die Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung (GVM) erhoben, wie viel Einweggeschirr, -besteck und To-go-Verpackungen im Jahr 2017 in Deutschland verwendet wurden: 105.500 Tonnen! Eine erschreckend große Zahl.

Eine EU-Richtlinie zum Verbot von Einwegplastik ist zunächst zu begrüßen. Doch sollte nicht auf Einweg-Papier oder Holz umgestiegen werden, sondern stärker auf Mehrweg und Recycling gesetzt werden.

Und da ist auch jeder und jede von uns gefragt. Beim NABU gibt es dazu viele hilfreiche Infos. Lasst uns versuchen, auf so viel Plastik wie möglich zu verzichten und anderen zeigen wie es funktioniert!

Jonas

Jonas

Naturschutzwart Trischen 2018