Sommerhochwasser kennt keine Gnade

Auf Trischen zeigt sich die unberührte Natur nicht nur in ihrer puren Schönheit sondern auch in ihrer erbarmungslosen Härte. Letztere erlebt man als Vogelwart zum Beispiel wenn Sommerhochwasser im Juni Nester und Küken erfassen und der Bruterfolg mancher Brutvögel binnen einer einzigen Tide im salzigen Nass verloren geht.

Treffen Springtide und starke westliche Winde zusammen, wird viel Wasser in die Deutsche Bucht gedrückt und sorgt für hohe Wasserstände. Bereits ab einem Wasserstand von 50 cm über dem Mittleren Hochwasser (MHW) sind mehr als 50% der Insel Trischen überflutet. Schon am 15. Juni trat dies auf Trischen ein, für heute Abend ist aufgrund des kräftigen WestNordWest-Windes sogar ein Wasserstand von 75 cm über MHW vorausgesagt.

Eier und Küken der Lachmöwen, Sturmmöwen und Seeschwalben, die sich bisher retten konnten, werden dann in den Fluten verloren gehen. Es bleibt nur zu hoffen, dass wenigstens einige Rotschenkel- und Austernfischer-Küken bereits groß genug sind, um sich auf höheres Gelände oder höhere Vegetation retten zu können.

 

Jonas

Jonas

Naturschutzwart Trischen 2018