Brutverlust der Seeschwalben auf Trischen

Trischen hat die Schafskälte überstanden. Doch nach rund einer Woche mit hohen Wasserständen, starkem Nordwest-Wind, Regen und Kälte ist die Kolonie der Seeschwalben an der Süd-Spitze plötzlich wie leer gefegt.

Zwar hat das Sommerhochwasser mit rund 3/4 m ü. MHW am vergangenen Donnerstag die Kolonie der Seeschwalben an der Süd-Spitze verschont, sie wurde nun aber dennoch aufgegeben. Die Kolonie ist von der Hütte aus leider nicht einzusehen und ich hatte mir vorgenommen, am Montag einen Blick darauf zu werfen, wenn ich auf dem Weg zur „Luise“ dort vorbeikommen sollte, um mir meine Post, Trinkwasser und Proviant bei Axel abzuholen.

Doch die Kolonie war verlassen, wie leer gefegt. Weder Küken noch Eier waren zu finden und nur eine Hand voll Seeschwalben flog umher. Aber auch diese hatten wohl keinen Nachwuchs mehr zu versorgen, denn sie warnten nicht, als ich mich der Kolonie nähert, um mir ein Bild von der Lage zu machen. Wo ich Mitte Juni vom Watt aus mit dem Spektiv noch beobachten konnte, wie Zwerg-, Küsten-, und Flussseeschwalben ihre kleinen Küken fütterten und huderten, waren an derselben Stelle jetzt bloß Sand, Muscheln, Treibsel und ein paar Eierschalen zu finden.

Möglicherweise sind die kleinen Küken in Regen, Kälte und stürmischem Wind der vergangenen Tage verklammt und die Eltern konnten sie nicht ausreichend wärmen, vor den hungrigen Möwen in der Nachbarschaft schützen und in der aufgewühlten See nicht ausreichend Nahrung für sie finden. Die Altvögel haben Trischen nun scheinbar verlassen und nur noch einzelne balzende Paare sind hin und wieder zu beobachten. Ob sie hier jetzt noch einen zweiten Versuch starten? Daran habe ich meine Zweifel. Aber vielleicht geschieht ja noch ein Wunder.

Dass die bedrohten Seeschwalben in diesem Jahr wahrscheinlich keinen Bruterfolg auf Trischen haben werden, ist niederschmetternd und sehr bedauerlich. Wünschen wir ihnen für die Zukunft mehr Glück!

 

Jonas

Jonas

Naturschutzwart Trischen 2018